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Topcomics 2022 – Unsere Favoriten des letzten Jahres

Bei einem Jahresrückblick auf 2022 bietet es sich an, die Realität außenvor zu lassen und sich auf Comics zu beschränken. Das haben wir getan und aus der Vielzahl spannender Comic-Publikationen ganz persönliche Comic-Highlights des letztes Jahres zusammengefasst. Es folgen die TOP 5 von Gerrit Lungershausen, Christian Muschweck, Jan-Niklas Bersenkowitsch und Elsa Venzmer.

DIE TOP 5 VON GERRIT LUNGERSHAUSEN

Ungerecht. Jede TOP-Liste ist ungerecht, weil sie mehr verschweigen muss als sie empfehlen kann. Aber doch bietet sie eine hilfreiche Orientierung im Comic-Markt, viel mehr, als eine TOP 50 mit beliebiger Reihenfolge es leisten könnte. Dennoch ist es schade, dass die kurze Liste ohne so grandiose Titel wie Hamed Eshrats Coming of H (avant-Verlag), Peter Milligans Enigma (Cross Cult), Zuzus Cheese (Edition Moderne) oder Bruno Duhamels Falsche Fährten (avant-Verlag) auskommen muss. Nun aber meine TOP 5 (inklusive einiger weiterer Empfehlungen im Text).

Platz 5 – Von Mäusen und Menschen
von George Steinbeck und Rébecca Dautremer
Splitter Verlag

George und Lennie ziehen als Wanderarbeiter von Farm zu Farm, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen und sich in ferner Zukunft eine eigene Farm leisten zu können. Natürlich wird dieser Traum vom gesellschaftlichen Aufstieg niemals in Erfüllung gehen, weil der zurückgebliebene und äußerst kräftige Lennie nicht nur Mäuse und Hunde versehentlich tötet, sondern schließlich auch eine Frau. George beschützt seinen Weggefährten, wo immer es ihm möglich ist, aber dieses Mal wiegt die Schuld zu schwer. Dieser frühe Roman (1937) des späteren amerikanischen Nobelpreisträgers (1962) John Steinbeck ist eine einfühlsame wie erschütternde Abrechnung mit den Versprechungen des American Dream. Die französische Illustratorin Rébecca Dautremer hat nun weder eine Comic-Adaption erstellt noch den Roman bloß illustriert. Vielmehr hat sie den gesamten (!) Text des Originals auf 420 Blättern mit Illustrationen in Gouache und Bleistift arrangiert. Dabei sind sehr abwechslungsreiche Text-Bild-Kompositionen entstanden, oft großformatige Zeichnungen mit Untertext, manchmal aber auch in Sequenzen angeordnete Panels, die eine Interpretation ermöglichen, die der Text allein noch nicht nahegelegt hat. WOW! Ein ungewöhnliches Leseerlebnis für Freunde des Originals wie auch für alle, die Steinbecks Klassiker noch nicht kennen. Zwar sind in diesem Jahr wirklich beachtliche Literaturadaptionen erschienen wie etwa Schlachthaus 5 oder Der Kinderkreuzzug (Cross Cult) von Ryan North und Albert Monteys (s.u.) sowie der grafisch beeindruckende Frankenstein (Splitter) von Georges Bess, aber die Originalität von Dautremers Von Mäusen und Menschen ist schon sehr hervorzuheben.

Platz 4 – Die Lesereise
von Andi Watson
Schaltzeit Verlag

Der (fiktive) britische Romanautor G.H. Fretwell geht auf Lesereise, um mit einer Reihe von Signierstunden in verstaubten Antiquariaten und betagten Buchhandlungen möglichst viele Exemplare seines neuen Titels „Ohne K“ abzusetzen. Während seine Frau Rebecca und sein Sohn Oliver zuhause warten, stolpert Fretwell wie in einem Stationendrama von einer skurrilen Begegnung zur nächsten. Ein vermeintlicher Verlagsmitarbeiter, der sich als Kofferdieb entpuppt. Ein unverheirateter Lyriklektor. Eine ängstliche Buchhändlerin mit Kopfschmerzen. Die Liste der seltsamen Gestalten ist lang und stellt ein wunderschön überzeichnetes Abbild der Literaturwelt dar. Charakteristisch für Die Lesereise sind die diversen Arten, auf die Watson die Dialoge zwischen Fretwell und den seltsamen Gestalten, denen er begegnet, scheitern lässt – eine Fundgrube für Gesprächslinguisten. Die Figuren verstehen einander falsch, hören nicht zu, unterbrechen einander oder schweigen an den falschen Stellen. Dass Fretwell seine Familie konsequent per Telefon zu erreichen versucht, scheitert besonders anschaulich daran, dass er niemals seinen Sohn an die Strippe bekommt. Watsons cartoonige Strichzeichnungen sind viel reduzierter als in Glister (2007–17) und unterscheiden sich stark von den getuschten Zeichnungen von Geisha (2008), Slow News Day (2007) oder Breakfast after Noon (2001), wenngleich man einige Details aus diesen früheren Comics Andi Watosns wiedererkennen wird. Aus dem fast völligen Verzicht auf individuelle Mimik entsteht ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Komik von Watsons Story, denn Fretwell reagiert mit Gleichmut auf alle Widigkeiten seiner Lesereise, und derer gibt es viele: Nachdem ihm sein Koffer anfangs gestohlen wird, hält die Polizei ihn für den Mörder einer jungen Frau – ist dieser Künstler etwa ein Gewalttäter? Dadurch wird Die Lesereise noch nicht zum Krimi, aber es entsteht eine Spannung, die über die einzelnen Szenen hinausreicht. Die pointierten, mit großer Verlässlichkeit ins Absurde abgleitenden Gespräche hätten auch von Kafka oder Beckett stammen können. Wenngleich auch Gipi mit Besondere Momente mit falschem Applaus (avant-Verlag) 2022 eine beeindruckende (fiktive) Künstlergeschichte abgeliefert hat, ist Watsons Lesereise schon etwas wirklich Besonderes. Damit hat der kleine Schaltzeit Verlag erneut einen echten Hit gelandet – so wie 2021 bereits Steven Applebys Dragman einen großen Erfolg hatte, der es auch in meine TOP 5 des Vorjahres geschafft hat.

Platz 3 – Stockhausen – Der Mann, der vom Sirius kam 1 (von 2)
von Thomas von Steinaecker und David von Bassewitz
Carlsen Verlag

Musikerbiografien funktionieren nach einer bekannten Erfolgsformel: Popularität und Timing (Todes- oder Geburtstag oder Bandjubiläum) garantieren ein Publikumsinteresse weit jenseits der Comicszene. Keiner hat dies in Deutschland so gut verinnerlicht wie Reinhard Kleist mit seinen Biographien über Johnny Cash, Nick Cave oder David Bowie. Mit Stockhausen ist 2022 eine auf zwei Bände angelegte Comic-Biographie über einen Musiker erschienen, der vielen völlig unbekannt sein wird. Das Projekt ist so gewagt, wie es klingt. Thomas von Steinaecker und David von Bassewitz haben sieben Jahre an diesem ersten Band gearbeitet, um darin das Leben des von den Beatles und Miles Davis bewunderten Musikers ins Bild zu setzen. Es ist Biographie und Autobiographie zugleich, denn wir folgen Steinaecker zurück in dessen unbeschwerte Kindheit der 1980er und 1990er Jahre, als er Stockhausens Musik entdeckte, und sehen parallel dazu Stockhausens leidvolle Jugend in den 1930er Jahren. Mit einem Volkslieder grölenden Nazi-Vater und einer psychisch labilen Mutter am Klavier. Er irritiert sein Publikum ab Mitte der 1950er mit bis dahin ungekannten elektronischen Kompositionen und einer 29-stündigen Oper. Die Aufführungen geraten zu Skandalen, und seine Exzentrik macht vor dem Privatleben keinen Halt.
Steinaecker ist für eine ganze Reihe erfolgreicher Romane sowie den von Barbara Yelin gezeichneten Comic Der Sommer ihres Lebens (Reprodukt 2018) bekannt. Seine Begeisterung für Stockhausen schlug sich auch in einem Dokumentarfilm nieder (Musik für eine neue Welt, 2009). David von Bassewitz hat einen Stil gefunden, der sich von seinem Comic-Debüt Vasmers Bruder (2014) deutlich unterscheidet. Man kann den seine digitale Herkunft betonenden Stil nicht schön nennen, vielmehr irritieren die krakeligen Konturen der Figuren oftmals und ahmen damit die Provokationen des porträtierten Künstlers geschickt nach. Ein beeindruckender Comic ohne Kompromisse.

Platz 2 – Ernie Pike
von Héctor G. Oesterheld und Hugo Pratt
avant-Verlag

Während der Argentinier Héctor G. Oesterheld vor allem für seinen Science-Fiction-Klassiker Eternauta (1957–59 und ein Remake 1969) berühmt geworden ist, der seit 2016 in einer schönen Gesamtausgabe auf Deutsch vorliegt (hier besprochen von Christian Muschweck), wird der italienische Zeichner Hugo Pratt vor allem für seine Schöpfung von Corto Maltese gefeiert. Zwischen 1951 und 1959 arbeiteten die beiden Künstler gemeinsam an diversen Comics, Oesterheld als Szenarist, Pratt als Zeichner, bevor sie im Streit auseinandergingen. Neben den kleineren gemeinsamen Arbeiten (Ray Kitt, Lobo Conrad) stechen vor allem Ticonderoga (2019 im avant-Verlag erschienen, hier rezensiert), Sgt. Kirk und eben der 1957 geschaffene Kriegscomic Ernie Pike heraus. Im Mittelpunkt der 34 kurzen Geschichten unterschiedlicher Länge steht der titelgebende Kriegsberichterstatter, der deutlich erkennbar an den realen Ernie Pyle angelehnt ist. Das abenteuerliche Setting zeigt eine große Nähe zu der zeitgleich entstandenen Westernserie Ticonderoga, und natürlich sieht man in manchen Visagen oder Posen schon ansatzweise die Züge Corto Malteses durchscheinen, die ab 1967 das Werk Hugo Pratts bestimmen werden. Die kolorierten Kurzgeschichten spielen an verschiedenen Zweitweltkriegsfronten rund um den Erdball und sind damit geographisch so abwechslungsreich wie hinsichtlich ihrer Handlung. Die Figuren erschöpfen sich nicht in Nationalstereotypen und Klischees, spielen aber stets mit den Vorurteilen, die der Comic aufruft. Ernie Pike ist Beobachter, kein Akteur, und wir blicken über seine Schultern auf die Greuel des Krieges. Die Geschichten hintereinander wegzulesen, ist weder notwendig noch empfehlenswert, weil die damals in Hora Cero monatlich erschienenen Geschichten sehr unterschiedlich sind. Die Comics waren bislang nicht auf Deutsch verfügbar, so dass diese Lizenzausgabe, deren Original 2019 bei Casterman erschien, eine Lücke für deutsche Pratt- und Oesterheld-Leser*innen schließt. Das macht diese Ausgabe unter den spektakulären Gesamtausgaben, die 2022 veröffentlicht wurden (wie etwa Flash Gordon oder den Fantastic Four), zu etwas wirklich Besonderem.

Platz 1 – Monster
von Barry Windsor-Smith
Cross Cult

Für Windsor-Smith, der seit 2005 nichts mehr veröffentlicht hat, ist es ein furioses Comeback und konkurriert damit im vergangenen Jahr auch mit Dave McKeans unglaublichem Raptor (Cross Cult). Monster ist eine verwickelte Geschichte, die als Superhelden-Story beginnt und als Familiendrama weitergeht, um schließlich in einem irren Finale in einem deutschen Geheimlabor der Nazis zu enden. Aber nun von Anfang an. In den 1940er Jahren verlässt der amerikanische Familienvater Tom Bailey seine Liebsten, um im Krieg gegen die Nazis zu kämpfen, eher symbolisch, denn er ist ’nur‘ als Dolmetscher im Einsatz. Als er einige Jahre nach Kriegsende zu seiner Frau Janet und seinem Sohn Bobby zurückkehrt, ist er zu einem gewalttätigen Arschloch mutiert, nachdem er in Deutschland einen Einblick in die Ergebnisse geheimer Menschenversuche erhalten hat. „Making a Monster“ hätte der Comic auch heißen können, aber Tom ist nicht das unheimliche Wesen, das uns vom Cover her anstarrt. Toms Sohn Bobby verliert sein Auge, als sein Vater ihn in einem Tobsuchtsanfall windelweich prügelt, und fortan sehen wir den schüchternen, von seinem Vater misshandelten Jungen nur noch als das Monster, das sein Vater eigentlich ist. Soweit so gut, aber dieses Monster bekommt gleich eine zweite Entstehungsgeschichte, denn als Bobby sich in den 1960er Jahren für die Armee rekrutieren lässt (nun steht der Vietnamkrieg an), wird er selbst zu einem Opfer amerikanischer Menschen-Experimente, wenngleich diese rundum gescheitert sind. Bobby flieht und verlässt damit auch das Sichtfeld der Leser*innen, denn der Fokus der Geschichte liegt auf den Ereignissen in Bobbys Kindheit. Und die offenen Fragen werden in den Zeitsprüngen erläutert. In dem 2017 veröffentlichten Fantagraphics-Original heißt der Comic Monsters, und es lassen sich tatsächlich viele Menschen ausmachen, deren Verhalten ihre Menschlichkeit in Frage stellt. Und viele bewegen sich in moralischen Grauzonen, wohingegen die engschraffierten Zeichnungen sich ganz auf Schwarzweiß beschränken. Der erzählerische Furor zwischen Horror, Sciencefiction, Familiendrama und amerikanischer Geschichtsstunde geht manchmal ein wenig auf Kosten der Kausalität, aber die detallierten Zeichnungen machen die Tour zu einer sehr ansehnlichen Achterbahnfahrt über ein verkapptes Frankenstein-Monster und seine Geschichte. 35 Jahre habe Barry Windsor-Smith an diesem Buch gearbeitet, das 2021 bei Fantagraphics und nun auf Deutsch bei Cross Cult erschien und seit langem erwartet wurde.

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DIE TOP 5 VON CHRISTIAN MUSCHWECK

Wenn das Jahr 2022 auch eher als Annus horribilis in die Geschichte eingehen wird, interessante Comics gab es diese Jahr zuhauf. Es ist mir nicht leicht gefallen, mich auf fünf Bücher festzulegen und möchte zumindest auch noch In der Haut eines Mannes (Reprodukt) und Die Spinne (Kult Comics) als wichtige Comics meines persönlichen Comic-Jahres empfehlen. Da von beiden bereits Rezensionen vorliegen, sollen sie hier nur kurz erwähnt werden.

Platz 5 – Jonathan 17: Der Weg nach Yeshe
von Cosey
Salleck-Verlag

„Dies ist ein sehr stimmungsvoller Comic“ – das ist bereits dem ersten Album der Reihe Jonathan als Einführung vorangestellt. „Zur besseren Einstimmung in die Atmosphäre der Landschaft wie der Handlung empfiehlt der Autor Cosey während der Lektüre die folgende Musik aufzulegen“, heißt es dort weiter, es folgt eine Auflistung mit Titeln von Pink Floyd, Ravi Shankar und Mike Oldfield. Eigentlich stelle ich mir meine Soundtracks zu Comics ja lieber selbst zusammen und „Tubular Bells“ von Mike Oldfield klingt mir auch zu stark nach William Friedkins Exorzist, trotzdem mag ich, wie der Autor uns über vier Jahrzehnte hinweg eine inspirierende Playlist mit ungewöhnlicher Auswahl mit auf den Weg gibt. Mit Jonathan 17 hat die Playlist jetzt ihren Abschluss gefunden.

Das Thema von Jonathan war seit jeher die Suche nach der Erinnerung und „Der Weg nach Yeshe“ zeichnet im Kleinen nach, was im großen Ganzen das Thema war. Damit spiegelt Cosey intuitiv die Denkweise durch, dass auch im Kleinsten die ganze Welt repräsentiert ist und man auch in der Ferne nur das finden kann, was ohnehin schon immer in einem steckt: Das Innere ist das Äußere. Aber was für einen Weg die Serie über die lange Strecke gegangen ist … Als die Serie 1977 startete, sah das ja noch nach einem typischen Abenteuercomic in der Erzählweise von Hermann und Greg aus, wenn auch stark orientiert am Zeichenstil von Coseys Vorbild Derib. Schnell aber entfernte sich Cosey von einer eher actionlastigen Erzählweise, ist doch das Innenleben von Menschen, die nicht schablonenartig konzipiert sind, vielfach interessanter als Verfolgungsjagden und Faustkämpfe. Sein gutes Händchen für Layouts und große Bilder tun ihr übriges, um Jonathan zu einer Serie zu machen, die seit über 40 Jahren faszinieren kann.

In „Der Weg nach Yeshe“ kehrt Jonathan nun endgültig nach Hause, die Geschichte endet, als Jonathan sein Motorrad vor Coseys Wohnung abstellt. Die Frage steht im Raum, ob Jonathan nun eine Comicfigur ist oder doch eine wirkliche Person: Im Angesicht dessen, dass jede menschliche Existenz stets auch durch hochgradig gemachte Kultur mitgeprägt wird, fällt der Unterschied zwischen ausgedacht und real aber schon fast in sich zusammen, die Auflösung in einen erlösenden Zustand jenseits irdischer Zwänge scheint dann zum Greifen nah. Ein großartiger Abschluss.

Platz 4 – Oma Duck: Die Wunder der Weihnacht
erschienen in
Lustiges Taschenbuch Weihnachten Sonderband 28
von Marco Nucci und Paolo Mottura
Egmont Ehapa Media

2022 war ein besonders gutes Jahr für das Lustige Taschenbuch. Auch wenn ich keineswegs in der Lage bin, lückenlos zu erfassen, was im LTB-Kosmos im Lauf eines Jahres veröffentlicht wird, ist es kein Problem gewesen, vier herausragende Geschichten zu finden, die eine Entdeckung wert sind. In LTB 462 findet sich „Die Ballade von Klaas Klever“. Geschichten, in denen die Perspektive gewechselt wird und der Schurke Held sein darf, geraten meistens sehr lesenswert und die Story von Giorgio Cavazzano und Marco Nucci reiht sich hier sehr repräsentativ ein (Comicgate-Besprechung hier).

Auch die im Dezember veröffentlichte Nr. 566 lohnt, enthält sie doch mit fast 200 Seiten eine der längsten LTB-Geschichten überhaupt, erstaunlicherweise auch durchgängig vom selben Künstler gestaltet: Fabio Celoni. Die Geschichte dockt an dem Romano-Scarpa-Klassiker „Linsen aus Babylonien“ an und suggeriert, dass die Geschichte nicht völlig zu Ende erzählt worden sei. Aber auch wenn die Grafik episch, die Erzählweise ambitioniert und die Kolorierung innovativ ist: Ein bisschen aufgeblasen wirkt die Geschichte schon, und für eine wirkliche epische Erzählung ist sie mir zu episodenhaft strukturiert. Dennoch ist die große erzählerische Klammer von Onkel Dagoberts Kampf gegen das Schicksal gut in Szene gesetzt.

Absolutes Fan-Futter für Scarpa-Fans bietet dagegen das LTB 563 mit „Das weiße Phantopelidum“ von Marco Nucci und Casty, der ja schon lange daran arbeitet, ein würdiger Nachfolger von Scarpa zu werden. Die Geschichte um die Rückkehr des schwarzen Phantoms folgt dem Strickmuster der besten Romana-Scarpa-Krimis, aber Nucci und Casty variieren das bewährte Prinzip originell und lassen die mit über 60 Seiten angemessen lang geratene Geschichte auch noch mit einem Cliffhanger enden (Comicgate-Besprechung hier). Die Fortsetzung im LTB-Sonderband „Frohes Fest in Entenhausen“ mit dem Titel „Der Glaziomator“ war nicht minder gut erzählt und begeisterte mit einer Darstellung von Kriminellen, die fast schon Fritz-Lang-Niveau heranreicht.

Die schönste Story aber ist der Oma-Duck-Zweiteiler „Die Wunder der Weihnacht“, schon wieder geschrieben von Marco Nucci (ein super Autor), gestaltet vom nicht minder wunderbaren Paolo Mottura, dessen Arbeiten für Topolino mich schon seit vielen Jahren begeistern. Nucci greift Motive von Dickens‘ Christmas Carol auf sowie Frank Capras Films Ist das Leben nicht schön, in dem es um die Erkenntnis geht, um wie viel ärmer die Welt wäre, wenn es dich nicht gäbe.

Die oft kolportierte Meinung, dass die ersten 200 Lustigen Taschenbücher die besten waren, kann ich nicht teilen. Möglich, dass das LTB nach Nummer 200 einige Jahre etwas orientierungslos mit neuen Stilen experimentierte, aber in den letzten Jahren zeigt sich das LTB in Top-Verfassung und bietet verlässlich immer einige der besten Comics des Jahres.

Platz 3 – Das Gutachten
von Jennifer Daniel
Carlsen Comics

In den 1970ern, als die Erinnerung an Bombenangriffe über Deutschland noch präsent und die eigene Verstrickung in die Nazizeit noch verdrängt war, loderte der Generationenkonflikt so brisant, wie er erst jetzt wieder lodert, wo die enthemmte Party der Post-Kalter-Krieg-Ära noch präsent ist und die eigene Verstrickung in die Klimakatastrophe noch verdrängt wird. Wenn das auch ein schiefes Bild sein mag, der Aufstand der Jugend gegen die Alten zumindest ist doch damals wie heute ähnlich vehement. Jennifer Daniels Das Gutachten handelt von Schuld, Verantwortung und Verdrängung, hier konkret durchgespielt am Beispiel des verantwortungsbewussten Familienpatriarchen Karl Martin, Assistent am rechtsmedizinischen Institut in Bonn, der schwer an seiner Wehrmachtvergangenheit trägt und sein Wertesystem in einem abstoßenden Fall von Vertuschung und Kumpanei neu ausrichten muss.

Abgesehen vom subtil und elegant erzählten Plot hat Jennifer Daniel die Atmosphäre der Bonner Bundesrepublik perfekt in Szene gesetzt: rote Birnenköpfe aus den fetten Jahren des Wirtschaftswunders sowie moderne Häuser der Repräsentation aus Glas und Beton auf der einen Seite, langhaarige Jugendliche mit ordentlich Wut und dem Wunsch nach einer anderen Welt auf der anderen. Das weckt Erinnerungen an die alte Zeit, die auch einen ganz eigenen, etwas ranzigen Charme hatte: Damals, als in den Wirtschaften noch Musikboxen standen, der Qualm nicht mehr aus den Vorhängen ging, die Getränkeautomaten beim Öffnen noch lustvoll „ratsch“ machten und die Kinder mit D-Markstücken zum Zigarettenholen geschickt wurden – so war das. Das Gutachten bringt den Geschmack der 70er zurück. Sehr gelungen, sehr atmosphärisch, in seiner Authentizität fast unheimlich (zur Comicgate-Rezension).

Platz 2 – Schlachthof 5
von Ryan North und Albert Monteys
Cross Cult

Eine posttraumatische Belastungsstörung äußert sich unter anderem so, dass der Albtraum nie aufhört, sondern auf ewig in die erlebte Zeit eingeschrieben ist. Sehen solche Menschen klarer? Kurt Vonneguts grandioser Kriegsroman über die Bombardierung von Dresden streift diesen Komplex am Rande, handelt er doch im wesentlichen davon, wie sich Erinnerung, momentanes Erleben und noch Zukünftiges voneinander entkoppeln und dadurch der Blick auf größere Zusammenhänge frei wird. Das ist ganz schön trippy.

Damit  ist Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug mehr als geeignet für eine Comic-Adaption, stehen die einzelnen Momente doch nirgends so glasklar nebeneinander wie im Comic – gleichzeitig da, jederzeit sichtbar und doch irgendwie in einen zeitlichen Ablauf eingebettet, je nachdem, ob man es mit den Augen der Menschen oder der Tralfamadorianer sieht. Natürlich existiert auch Ryan Norths und Albert Monteys Comicadaption schon immer und wird immer existieren, ganz wie die Romanvorlage schon immer da war und schon immer den Comic inspiriert hat, ganz wie auch Grant Morrison in der famosen Invisibles-Erzählung „Best Man’s Fall“ ein ganzes Leben in Cut-Up-Manier erzählt hat als wäre der Geist von Kurt Vonnegut in ihn gefahren. Und auch Alan Moore hat bei der Figur des Dr Manhattan in Watchmen ganz offensichtlich vom selben Wasser getrunken (oder das gleiche geraucht).

Der ganz große Triumph für den Comic ist Ryan Norths und Albert Monteys Comic-Adaption von Schlachthof 5 aber dann doch nicht, dazu fehlt es einfach an der Unmittelbarkeit der Gedanken. Alles gleichzeitig und im selben Moment funktioniert eben doch im Gedankenspiel am besten, da ist die Unverbindlichkeit von Buchstaben besser geeignet als das konkrete Bild. Monteys und North entschädigen dafür nach Kräften durch eine inspirierte Bildgestaltung mit eleganten Panel-to-Panel-Zeitsprüngen durch die Jahrzehnte und zahlreichen Stilwechseln, immer wieder auch passend im Stil der EC-Science-Fiction-Comics der 1950er, die ja auch stets literarische Ambitionen hatten und oft Stories von Ray Bradbury enthielten. Auch sonst ist der Geist von EC Comics und dem 50er-Jahre Mad allgegenwärtig, ebenso die War Stories der Two-Fisted Tales von Harvey Kurtzman, natürlich ebenfalls in den 1950ern bei EC erschienen. Kilgore Trout, der erfolglose SF-Autor aus Schlachthof 5 hätte es geliebt.  Kurt Vonnegut aber auch.

Platz 1 – Corto Maltese: Nacht über Berlin
von Ruben Pellejero und Juan Díaz Canales
Schreiber und Leser

Corto Maltese ist auch eine dieser Comicserien, bei denen es mir nicht möglich ist, die definitive Version auszumachen. Jede Version hat ihre eigenen Vorzüge und Nachteile: So haben die Carlsen-Ausgaben der alten Pratt-Geschichten die schönsten Titelbilder und die schönere Papiertextur. Schreiber und Leser wiederum bietet viel Engagement bei seiner Ausgabe und ein geschlossenes, einheitliches Erscheinungsbild von der ersten bis zur neuesten Geschichte. Über die Übersetzung lässt sich wiederum diskutieren, ebenso über die Frage, ob Corto Maltese nicht besser in Schwarzweiß zu lesen ist, weil die reduzierte Linie dann erst richtig zur Geltung kommt. Andererseits ist auch die Farbgebung dezent und verleiht dem Comic doch wieder eine andere Stimmung. Zusammengefasst: es ist nicht einfach, sich zu entscheiden. Deshalb ist Corto eine der Serien, von der ich viele Geschichten in verschiedenen Versionen doppelt besitze.

„Nacht in Berlin“ ist die erste Episode, bei der ich entschieden der Farbversion den Vorzug gebe. Ruben Pellejero hat sich bei der Koloration selbst übertroffen und präsentiert uns Corto Maltese erstmals in knallig flächigen Farben, wo doch früher dezente Pastellfarben das Mittel der Wahl waren. Das ist aber nur einer der Gründe, weshalb „Nacht in Berlin“ optisch an manche Arbeiten von Joann Sfar erinnert, dessen Comics Klezmer und Die Katze des Rabbiners ja auch sehr bunt gestaltet sind. Der andere Grund ist die überraschend dichte Schraffur vieler Panels. Die Zeiten der wenigen Linien sind offensichtlich vorbei bei Corto Maltese, auch wenn unser Seefahrer ohne Schiff nach wie vor das klassische, mit einer Linie gezogene Figurenprofil hat. Eigentlich überraschend, dass Farbe gerade in der Berlin-Story so gut funktioniert, spielt die Story doch in der Zeit des expressionistischen Films und spielt auch mit Elementen dieser Ära. Aber vielleicht ist Expressionismus und Schwarzweiß auch ein zu großes Klischee. Pellejero hat mit seinen Farbexplosionen jedenfalls mit Kräften dagegen gearbeitet.

Erzählerisch ist das Niveau unverändert hoch, die Berlin-Thematik setzt aber interessante neue Akzente und bietet uns eine der spannendsten Corto-Maltese-Geschichten aller Zeiten.

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DIE TOP 5 VON JAN-NIKLAS BERSENKOWITSCH

Platz 5 – Koshchei in Hell #1 (US)
von Mike Mignola und Ben Stenbeck
Dark Horse

Es ist kein großes Geheimnis, dass Mike Mignola sich größtenteils aus dem Hellboy-Universum zurückgezogen hat und nur ab und an noch eine Kurzgeschichte beiträgt. Wenn er aber dann eine längere Erzählung schreibt, hat sie wieder seinen unverwechselbaren Mignola-Charme, das gewisse Etwas, das ich nur bei seinen Geschichten finde. Das ist auch bei Koshchei in Hell wieder der Fall. Das erste Heft macht nichts weiter als den Konflikt und vergangene Ereignisse zusammenzufassen und doch möchte ich gleich wissen, was als nächstes kommt. Das liegt vor allem an der Hauptfigur. Wo Hellboy trotz aller Brummigkeit ein heroischer Charakter ist, so bleibt Koshchei am Ende ein egoistischer Killer, der das Universum aus einer Laune heraus retten möchte. Ich bin gespannt, wie ein Unsterblicher sich gegen die Macht des Vergessens macht, und Ben Stenbecks Zeichnungen sind so gut wie eh und je.

Platz 4 – Astro City: That was Then … Special (US)
von Kurt Busiek, Brent Anderson und Alex Sinclair
Image Comics

Astro City: That was Then … Special dagegen ist ein nettes kleines Geschichtchen, das Leser*innen nach Jahren des Wartens daran erinnern möchte, dass es die Serie noch gibt. Das Heft zeigt aber auch, warum sich die Serie so lange gehalten hat. Trotz der bunten Kostüme und der Kämpfe ist es eine menschliche Geschichte über Verlust und die Verarbeitung von Trauma. Dass die Helden auch noch Teenager sind, die sich fragen, ob sie bis in alle Ewigkeit kämpfen wollen, macht es umso schwieriger für sie. Am Ende werden noch größere Bedrohungen angedeutet, und ich bin mal wieder gespannt, wie es weitergeht und ob Astro City selbst bald enden wird.

Platz 3 – The Heroic Legend of Arslan 17
von Hiromu Arakawa, Yoshiki Tanaka
Carlsen Manga

The Heroic Legend of Arslan verlegt Carlsen seit 2014 auf Deutsch. 2022 kam mit Band 17 ein neuer Band heraus, ich habe mir die ganze Serie in einen Rutsch gegönnt und bin jetzt ein Fan. Hiromu Arakawas Adaption einer Fantasyserie aus den 80ern ist klassische Fantasy. Es gibt große Schlachten, aufwendige Kostüme, feudale Reiche und manchmal sogar etwas Magie. Aber das alles wird durch das Thema zusammengehalten, dass ein großer Anführer nicht der Schlaueste, Stärkste oder Geschickteste sein muss, sondern dass es ausreicht, ein gutes Herz zu haben und sich um andere zu kümmern. Das ist idealistisch, berührt mein Herz und ich freue mich auf den nächsten Band. Vielleicht schreibe ich sogar eine Rezension.

Platz 2 – Das Band der Unterwelt 
von Hiromu Arakawa
Altraverse

Das Band der Unterwelt, Arakawas neueste Serie, hat mich von Anfang an weggeblasen. Es beginnt als fantastischer Manga mit historischem Bezug, wird zu einer Reise in die Moderne und scheint sich nach dreizehn Kapiteln immer mehr zu einem Familiendrama zu entwickeln, in dem Licht auf Dunkelheit, Tradition auf Moderne und Idealismus auf harte Realität treffen. Bisher ist noch keine Nebenfigur das, was sie zu sein scheint, und mit jedem Kapitel gibt es immer wieder neue Enthüllungen, die das bereits Erlernte infrage stellen. Figuren und Action stimmen für mich, selbst das Element von Geistern, die auserwählte Personen wie Pokémons aufeinander hetzen, macht mich eher neugierig als dass es mich stört. Es hilft allerdings auch, dass Hauptfigur Yu sich selbst die Finger schmutzig macht, anstatt das Kämpfen seinen beiden Schutzgeistern zu überlassen. Ich bin jedenfalls auf jedes neue Kapitel gespannt und habe absolut keine Ahnung, wo die Handlung hinführen wird. Das passiert mir selten und ist ein schönes Gefühl, das ich genauso genieße wie Arakawas dynamische Zeichnungen, die noch mal besser geworden sind.

Platz 1 – Stand Still, Stay Silent
von Minna Sundberg
https://sssscomic.com/

Stand Still, Stay Silent endete Anfang Januar 2022 und ist für mich eines der interessantesten Langzeitprojekte der letzten Jahre. Nicht nur wegen der interessanten Mischung aus Endzeitgeschichte und skandinavischer Mythologie, sondern wegen kleiner Kniffe, die Autorin und Zeichnerin Minna Sundberg anwendet, um ihre Welt zum Leben zu erwecken.

Ich habe selten einen so farbenprächtigen Comic gelesen, der verdeutlicht, wie schön die Welt ist, obwohl oder gerade weil sie so gefährlich für den Menschen geworden ist. Die Bäume erstrahlen im gesunden Grün, der Schnee ist sauber und der Himmel so blau wie bestimmt seit langem nicht mehr. Natürlich gibt es auch Monster, aber diese scheinen durch das Wirken der Menschheit entstanden zu sein, die sich soweit mit der Welt arrangiert hat, dass sie wieder in der Lage ist, sie zu erkunden. Bestimmt verschwinden diese Kreaturen mit der Zeit, und bestimmt vermehren sich die Menschen wieder so sehr, dass wieder alles den Bach runtergeht. Aber bis dahin ist die Welt schön und gesund.

Mein liebster erzählerischer Kniff ist aber, wie Sundberg sprachliche Unterschiede zwischen den einzelnen Figuren hervorhebt. Nämlich indem sie einfach die Landesflagge der jeweiligen Sprache einfügt, um zum Beispiel zu verdeutlichen, dass jemand Schwedisch spricht, während jemand anders auf Norwegisch antwortet, aber das Ganze für Leser*innen auf Englisch lesbar ist. Das ist einfach, aber brillant, so was würde ich gerne öfter sehen anstelle von schlechten Übersetzungen.

Es ist wirklich schade, dass der Comic mit nur zwei sehr langen Geschichten endet, da sich Sundberg nach dem Beitritt zu einer Kirche dazu berufen sieht, christliche Projekte zu starten. Aber was da ist, ist gut und ich hoffe, dass sie eines Tages doch in die Welt von Stand Still, Stay Silent zurückkehren wird.

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Die TOP 5 von Elsa Venzmer

Beim Bummeln über den Internationalen Comic-Salon 2022 hatte Elsa viele Begegnungen mit großartigen Künstlern und Illustratorinnen. Hier ist ihre TOP 5:

Platz 5 – Dozerdraws
Dozerdraws auf Instagram

Dozer (they/er) ist selbstständiger Illustrator und Comiczeichner aus Deutschland und zeigt in seinen Bildern und Comics, dass sich Dinosaurier, Wrestling und queere Thematiken in Kunst gar nicht ausschließen. Seine Motive sind so vielfältig wie seine Zeichenstile. Mal realistisch, mal karikaturistisch oder cartoonhaft zieht er seine Inspiration aus Serien wie Stranger Things und The Mandalorian oder aus Filmen wie Bill & Ted. Vor allem Vorlagen mit Zweiergespannen scheinen Faszination auf ihn auszuüben. Wenn er es jetzt noch schafft, mehr Originalwerke als Fanart zu kreieren, könnte er einen großen Schritt nach vorne machen – sind es doch die persönlichen Werke, die man mit einem Künstler assoziiert.

Platz 4 – Robin Schicha
Robin Schichtas Webseite

Robin Schicha kommt aus Duisburg und zeichnet Cartoons und Karikaturen. 2017 erwarb er den Bachelor of Arts in Kommunikationsdesign an der Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences, aber schon seit Kindheitstagen ist er kreativ und zeichnet aus Leidenschaft. Als Vorbild für seine Cartoons und Karikaturen dienen unter anderem bekannte Persönlichkeiten aus der Film- und Musikwelt. Seine Zeichnungen sind durch starke Farbkontraste sowie durch einen Stil gekennzeichnet, der an Robert Crumb erinnern mag.

Ich hatte bei ihm ein Bild von Freddy Mercury beim Internationalen Comic-Salon in Erlangen 2022 gekauft. Als ich ihn fragte, ob er auch ein großer Queen-Fan ist, gab er mir seine Antwort in Song-Form und sang mir erst einmal die Hälfte des Queen-Songs Bicycle Race vor. Wenn ihr ihn beim nächsten Comic-Salon ansprecht, könnt ihr euch also auf eine erinnerungswürdige Begegnung freuen.

Platz 3 – Josephine Kreischer
Josephine Kreischers Webseite

Josephine Kreischer ist eine selbstständige Designerin und Illustratorin aus Mannheim. Im Bereich von Design bietet sie Corporate Design an, etwa Logos, Postkarten für Hochzeiten, Flyer und vieles mehr. Ihre gezeichneten Bilder wurden bereits bei einigen Ausstellungen, wie der „Dreimal“ und „Coronale“ vom Mannheimer Kunstverein, gezeigt.

Kreischers Illustrationen sind surrealistische Portraits, die durch verschnörkelte Formen charakterisiert sind. Ich hatte von ihr ein Bild beim 20. Comic-Salon in Erlangen erworben, in dem der Mensch mit der Natur eins wird und das mich stark an den Stil des Intros der ersten Staffel von der Serie True Detective erinnert. Kein Wunder, denn Josephine Kreischer liebt die Natur und vor allem das Meer.

Platz 2 – Foxandrabbitart (Sophie Smith)
Sophie Smiths Webseite

Sophie Smith alias Foxandrabbitart ist eine Freelance-Graphikdesignerin und -Illustratorin aus Deutschland. Sie ist relativ neu in der Branche, konnte allerdings unter anderem schon Erfahrungen im Gaming-Bereich sammeln. Zu ihren Spezialitäten gehören Illustrationen, Graphikdesign, Logo-Design und Comickunst.

Ihre Illustrationen, die ich beim 20. Comic-Salon in Erlangen bewundern konnte, zeichnen sich durch Surrealismus und Traumbilder aus, als ob sie einem Bilderbuch über Alice im Wunderland oder einem Hayao-Miyazaki-Film entsprungen sind (oder an einem schlechten Tag einer Folge von Twin Peaks). Eine Künstlerin, die man auf jeden Fall im Auge behalten sollte.

Platz 1 – Koiless Artwork
Koiless Artwork auf Instagram

Koiless Artwork ist eine Illustratorin, Schmuckdesignerin und Figurenkünstlerin ebenfalls aus Deutschland. Auf Cons und Festivals wie dem Comic-Salon in Erlangen bietet sie demnach nicht nur Zeichnungen an, sondern es lassen sich auch Schlüsselanhänger, Ketten und gegossene Figuren aus Keramik an ihrem Stand entdecken.

Der Einfluss aus Japan lässt sich bei ihren Werken kaum übersehen, ist ihr Kunst doch von einer Spannung zwischen Menschen und Monstern, Tradition und Moderne sowie Natur und Technik gekennzeichnet. Eine Hommage an das unberührte, traditionelle Japan überzeugten mich in ihren Illustrationen, sodass ich gleich zwei Poster von ihr 2022 in Erlangen ergatterte. Als Techniken kommen bei ihr dabei sowohl Tuschezeichnen als auch digitale Nachbearbeitung zum Einsatz.

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