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Währenddessen… (KW 45)

Christian über die Rückkehr des Schwarzen Phantoms:

Christian: Wirklich weg war das schwarze Phantom aus Entenhausen eigentlich nie, es ist viel eher dauerpräsent in den zahlreichen Disney-Veröffentlichungen, die Monat für Monat erscheinen. Das liegt natürlich daran, dass ständig querbeet und aus allen Disney-Äras gleichzeitig Material zusammengetragen wird und das Phantom ist nun mal einer der beliebtesten Schurken. Trotzdem ist Marco Nuccis und Castys Phantom-Story im LTB 563: Von allen gejagt als Comeback des schwarzen Phantoms zu verstehen. In den abertausenden Phantom-Geschichten der letzten Jahrzehnte war das Phantom zwar durchaus oft gesehen, aber es ist harmlos geworden – und so wagen Nucci und Casty den Schritt und geben dem Phantom seine ursprüngliche Gefährlichkeit zurück.

Wurde auch in Disneys Hall of Fame 11 abgedruckt: Romano Scarpas „Das doppelte Geheimnis des Schwarzen Phantoms“. (c) Egmont

Floyd Gottfredson. (c) Fantagraphics

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an das legendäre LTB 62: Micky auf Gespensterjagd mit Romana Scarpas legendärem „Das doppelte Geheimnis des Schwarzen Phantoms“. Darin wird Micky vom Phantom hypnotisiert und dazu gebracht, Kommisar Hunter im Schlaf zu erstechen (was natürlich nicht gelingt). Und natürlich strotzt auch Floyd Gottfredsons ursprüngliche Phantom-Geschichte von 1937, „Mickey outwits the Phantom Blot“ nur so von Mordversuchen aller Art. Seitdem sind viele Jahrzehnte vergangen und aus den ambitionierten Krimis von früher ist längst belangloser austauschbarer Kinderkram geworden. Bis heute – aber nun ist es wieder da, das Phantom, oder wie es in eigenen Worten sagt: „Ich war einmal das Genie des Bösen und die Leute zitterten vor Angst, wenn sie meinen Namen hörten. Mein Ehrgeiz war grenzenlos, meine Pläne von einzigartiger Erhabenheit. Doch der Höhenflug endete in einem langsamen und unaufhaltsamen Prozess, bei dem ich mich selbst verlor. Mehr und mehr wurde ich zu einem gewöhnlichen Schurken. […] Mein Name bestand nur noch aus zwei leeren Worten vor denen sich niemand mehr fürchtete.“

Mit der Story „Das weiße Phantopelidum“ (LTB 563) erzählen Nucci und Casty einen Krimi in bester Topolino-Tradition, der direkt an die großen Tage von Romana Scarpa anknüpft. Es ist eine atmosphärische Geschichte mit Pageturner-Charakter, in der ein Bedrohungsszenario eingeführt wird, das den Alltag unserer Lieblingsmäuse erst nur leicht irritert, dann aber zunehmend gefährliche Züge annimmt. Der Showdown an einem entlegenen Naturschauplatz ist dann auch ein würdiges Finale und endet dennoch offen: Das Phantom hat sein Muskeln gezeigt und flieht am Ende doch. Casty und Nucci haben damit also nicht weniger, als der treuen Topolino-Leserschaft einen großen Schurken zurückgegeben. Denn: The Phantom will be back!!

Aus „Das Weiße Phantopdeilum“. Zu finden in „Lustiges Taschenbuch 563: Von allen gejagt“. (c) Egmont.

Ausgerechnet im LTB-Weihnachten-Sonderband 28: Frohes Fest in Entenhausen kehrt Castys und Nuccis Phantom dann schon wieder zurück. Ein eher ungewöhnlicher Buchtitel für eine der düstereren Geschichten, die das LTB derzeit zu bieten hat, für das Phantom aber natürlich die perfekte Spielwiese, denn: Nirgends sollt ihr sicher sein. Einfach toll, wie es die LTB-Redaktion wagt, auch in Büchern mit Weihnachtsgeschichten ungewöhnliche und spannende Geschichten zu platzieren. Dabei ist Casty und Nuccis Phantom-Story „Der Glaziometer“ nicht mal der einzige Grund, weshalb der diesjährige LTB-Weihnachtsband ein absoluter Pflichtkauf ist. Auch die Langgeschichte „Die Wunder der Weihnacht“ von Nucci und Paolo Mottura ist sowohl grafisch als auch erzählerisch eine Entdeckung. Ich frage mich, ob das Lustige Taschenbuch überhaupt jemals schon mal so gut war wie heute.

 

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