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Ahmadjan und der Wiedehopf

In Ahmadjan und der Wiedehopf erzählt die Künstlerin Maren Amini die Fluchtgeschichte ihres Vaters aus Afghanistan in Form einer Graphic Novel. Die Erzählung folgt dabei dem Muster der Heldenreise, was aber wohl eher dem Zufall geschuldet ist, denn tatsächlich orientierte sich Maren Amini eher an dem persischen Werk „Die Konferenz der Vögel“, einer mystischen Dichtung des 12. Jahrhunderts. Es ist nie verkehrt, sich an einem Klassiker zu messen.

The Legend of Kamui 1 (US)

Als Sanpei Shiratos Kamui 1995 zum ersten Mal in Deutschland erschien, wurde die Manga-Serie von den damals Verantwortlichen des Carlsen Verlags als „Entwicklungsroman“ bezeichnet. Kamui, so hieß es im Klappentext, sei eines „der bedeutendsten Meisterwerke des japanischen Comics“, ein komplexes, siebzehnbändiges Werk und gut recherchierter Bilderbogen Japans im 16. Jahrhundert. Die Reihe biete „Zeichnungen von atemberaubender Präzision“ und zeige „ein authentisches Bild vom Leben der Bauern, Jäger, Fischer und Unberührbaren während der Edo-Periode“. Aber dann war nach gerade mal zwei Bänden Schluss mit diesem sattsam unterhaltsamen Edelmanga, der zwar reichlich Action und Gewalt auffuhr, aber irgendwie gar nicht so bedeutsam wirkte. Hatte man sich bei der Ansage des Klappentexts etwa doch zu weit aus dem Fenster gelehnt? Natürlich war uns irgendwie auch klar, dass der Carlsen Verlag noch gar nicht anders konnte, als nur einen winzigen Guckkasten über einen gewaltigen Comic zu legen. Aber auch das ist nur die halbe Wahrheit.