Autor: Christian Muschweck

Streets of Glory

Schon als eine Gruppe Outlaws zu Anfang des Westerncomics Streets of Glory die beiden Brüder Pete und Frank attackiert, geht es grausam zur Sache. Ab dem Moment aber, als sich das Blatt wendet und der rettende Engel aus dem Hinterhalt die Outlaws allemacht, ist klar: Das hier ist Ennis-Gebiet. Anstelle von good and clean kills wird da schon eher mal einem der Unterkiefer weggeschossen, wonach der Getroffene allerdings noch ein paar Seiten lang durch die Gegend läuft und dabei zu verstehen versucht, was ihm jetzt gerade passiert ist. Ist das die „Neugier auf das Innere des Anderen“, von der der Filmwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger in seinen Essays über Splatter-Movies geschrieben hat?

Währenddessen… (KW 49)

In der Steinzeit kannst du nur gemeinsam überleben. Christian über den Reiz des kooperativen Spielens. Christian: Vor einigen Monaten hat ein Spontankauf meinen Spieltrieb neu geweckt. Völlig unvoreingenommen und ohne Hinergrundwissen hab ich mir am Bahnhof Paleo gekauft, das dort eine Zeit lang als Angebot ausgestellt war – das Titelbild hat mich angesprochen. Vielleicht, dachte ich mir, gehört es ja zu der Sorte Spiel, das eine gute Geschichte zu erzählen weiß, während man seine Züge macht. Paleo (Hans-im-Glück-Verlag)  ist ein kooperatives Spiel ohne Sieger und Gewinner, oder besser gesagt, entweder man besiegt das System oder man geht gemeinsam unter. Das ist absolut stimmig im vorliegenden Steinzeitszenario, in dem eine vereinzelte Menschengruppe schlechter überlebensfähig ist als wenn man sich zusammenrauft. Also startet man zwar in derselben Höhle und sammelt gemeinsam seine Vorräte, geht aber unter Tags getrennt auf Jagd und Sammeltour. Man mischt sich dazu ein Deck Karten zurecht, von denen man immer drei auf einmal vor sich auslegt, davon aber nur eine spielen darf. Die anderen wandern zurück auf den Ablagestapel und werden vielleicht in …