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Währenddessen … (KW 25)

In der Kolumne „Währenddessen …“ zeigt die Comicgate-Redaktion, was sie sich diese Woche so zu Gemüte geführt hat.

Christian: „Evolution ist ‘ne Bitch!“ nölt Paul in Ralf Königs neuem Wurf, Herbst in der Hose, und meint damit die Tatsache, dass es ab Ende 40 langsam abwärts geht mit dem Sexualtrieb. Dabei hat es die Evolution mit ihm als Vertreter der Gattung Mensch ja durchaus noch gut gemeint. Im Buch Sex – Motor der Evolution, das 2012 als Begleitband zu einer Ausstellung im Stuttgarter Naturkundemuseum erschien, finden sich weit düsterere Szenarien, beispielsweise das Paarungsverhalten der Plattwürmer. Diese Zwitterwesen streiten sich vor dem Paarungsakt darum, wer das Männchen sein darf, indem sie das mit ihren Penissen ausfechten. Wer den ersten Treffer setzt und die Körperwand des anderen durchstößt, darf das Männchen sein, der Verlierer ist das Weibchen.

Wem das noch nicht zu arg ist – bei manchen Plattwurmarten geht es schlimmer zu: Das zukünftige Männchen ätzt mit seinem aggressiven Sperma große Löcher in sein Gegenüber, so dass dem nichts anderes übrigbleibt, als die Mutterrolle zu akzeptieren. Klingt wie eines von Paul Niemösers Science Fiction-Szenarien, ist aber wahr.

 

 

Daniel: Danke, Christian. Ich würde zu deinem sehr informativen Text kommentarlos dieses Bild inklusive Bildunterschrift hinzufügen. Quelle: CNET

Daniel: „Diese Frage war eigentlich für einen anderen Interviewpartner gedacht, aber jetzt stelle ich sie dir.“ An Interviews erkennt man, ob jemand schreiben kann oder nur eine Tastatur bedient. Basierend auf der Lektüre von Cometbus Nummer 57 muss ich Herausgeber Aaron Elliott leider der letzteren Kategorie zuordnen. Sein Zine mag zwar Punk sein, doch sollte man seinem Gegenüber im Interview trotzdem den nötigen Respekt zollen. Für die neuste Ausgabe von Cometbus hat sich Elliott mit verschiedenen Comicschaffenden aus New York unterhalten: „Gary Panter, Julia Wertz, Ben Katchor, Adrian Tomine, and Gabrielle Bell, but also comics scholars, publishers, shopkeepers, and librarians. Featuring beautiful illustrations by March artist Nate Powell and an unusual Al Jaffee interview that ties it all together in the end.“ Die Zeichnung von Nate Powell funktionieren in der Tat als schöne Einleitungen für die Gespräche, aber sein Interview mit Al Jaffee als „ties it all together“ zu bezeichnen, ist eine Frechheit.

Aus diesem Interview stammt der einleitende Satz. Elliott alias Cometbus scheint sich nicht ausreichend auf Jaffee (wer kennt seine Faltcomics am Ende der MAD-Hefte nicht?) vorbereitet zu haben. Er verwendet mehrfach Fragen, die er sich anderen Künstler nicht zu stellen traute und präsentiert im Gespräch falsche Informationen über den Künstler. Das Interview strotzt derart vor Respektlosigkeit, dass man sich wundert, warum Jaffee Cometbus nicht einfach zusammengefaltet hat und gegangen ist. Ich möchte gar nicht anfangen, über die mangelnde Nachbearbeitung seiner anderen Interviews zu sprechen. Da nutze ich lieber die Zeit und maile Karen Green an, die im Bändchen vorgestellt wird. Ich kann die Bibliothekarin, die seit 2011 in der Eisner-Award-Jury sitzt, bisher nicht. Vielleicht hat sie ja Lust auf ein Interview.

Frauke: Per Zufall habe ich auf YouTube eine Top Ten gefunden über Filmszenen, die improvisiert waren und trotzdem behalten wurden. Für Kinofans sehr aufschlussreich!

Frauke: Ich bin mir nicht sicher, ob ich das als Tipp weitergeben kann, aber wer auf Grindhouse mit bekloppten Prämissen steht, wird mit Freude hören, dass es das Genre nun tatsächlich ins Fernsehen – beim Sender SyFy – geschafft hat. Hier der Trailer zu Blood Drive:

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