Alle Artikel mit dem Schlagwort: gut (7-8 Punkte)

Porn Story

Ralf König nähert sich immer mehr Woody Allen an und macht verlässlich Jahr für Jahr seine Gesellschaftskomödie über ein klar abgestecktes Themengebiet. Mit seinem neuesten Werk ist er nach der Weltraum-Extravaganza Barry Hoden wieder ganz auf der Erde angekommen – und dreht den Fokus dabei beinahe komplett um: Nicht die unendlichen Weiten des Weltalls sind diesmal das Thema, sondern die unendlichen Weiten in den Köpfen jedes einzelnen Individuums. Natürlich handelte auch das Vorgängerwerk, Barry Hoden, nicht wirklich vom Weltraum, aber immerhin war es ein rein eskapistischer Spaß für fortgeschrittene Ralf-König-Leser. Porn Story dürfte deutlich ernster gemeint sein, auch wenn der Spaß dabei nach wie vor nicht zu kurz kommt.

Weiß wie der Mond

Es mag viele überraschen, dass in den letzten Jahren ab und zu Reiseliteratur in Comicform erscheint. Dabei ist dieses Medium im Grunde prädestiniert dafür. Romane oder rein schriftliche Reiseberichte können „nur“ die Fantasie des Lesers anregen, dieser muss sich anhand der Beschreibungen selbst ein Bild von den Örtlichkeiten machen. Dokumentarfilme, filmische Reiseberichte und Fotobücher können die Ansichten zwar optisch vermitteln, aber für die subjektiven Eindrücke der Autoren braucht es zusätzliche Beschreibungen. Man muss sich also wieder auf das Wort verlassen, welches die Bilder anreichert. Womit man direkt beim Comic wäre: Denn bereits die Art der Gestaltung der Bilder ist eine Interpretation und gibt die Wirklichkeit nicht eins zu eins wieder, wie es etwa Filme und Fotos suggerieren, sondern so, wie sie der Maler bzw. Zeichner empfunden hat. So besitzen sie von vornherein gar nicht den Anspruch der Objektivität. Natürlich kommt man auch hier nicht ohne beschreibende Worte aus, aber sie betreffen weniger den Gegenstand an sich, sondern die von ihm ausgehende Impression.

Meine 80er Jahre – Eine Jugend in Taiwan

Wenn man eine behütete Kindheit in Deutschland hatte, kommt man manchmal auf die schräge Idee, im Rest der Welt sei die Jugend und das Leben härter und chaotischer. Das kommt von den Nachrichtensendungen, die den Fokus auf Krisen richten und den Dokumentationen, deren Schaufenster auf die Welt ebenfalls gerne Dramatisches, zumindest Exotisches zeigen. Da ist es ganz gut, dass aus fremden Ländern auch immer wieder Alltagsgeschichten aus der Mitte der bürgerlichen Mainstreamgesellschaft erscheinen. Das erinnert daran, dass die Menschen im Wesen eben doch alle gleich sind – manchmal so gleich, dass eine nähere Betrachtung fast obsolet ist. Ich habe mit der Lektüre des Buchs Meine 80er Jahre – Eine Jugend in Taiwan bestätigt bekommen, was ich schon immer vermutet hatte – nämlich dass sich weder die Gefühlswelt eines Heranwachsenden in Taiwan groß von der unsrigen unterscheidet, noch dass deren Lebensumfeld groß anders wäre. Hier wie dort gleichermaßen wurden spätestens ab den 80er Jahren auch die ländlichen Gegenden vom Materialismus und der globalen Angleichung der Moden überrollt – und Kinderspielzeug wurde endgültig zum weltweiten Milliardengeschäft. In …

Drifter 1 – Crash

Im Zuge einer verunglückten Mission stürzt Weltraumpilot Abram Pollux auf dem abgelegenen Planeten Ouro ab, einem Umschlagsplatz für zwielichtige Gestalten, Aliens und Minenarbeiter. Nach dem unfreiwilligen Crash wieder erwacht, wird Pollux nicht nur von einer fremdartigen Spezies attackiert, sondern auch noch von einem maskierten Mann niedergeschossen.

Oink – Himmels Schlachter

In einer dystopischen Zukunft leben und arbeiten künstlich herangezüchtete Mensch-Schwein-Hybriden in morbiden Fabrikhallen, um für das herrschende Regime Nahrung zu produzieren. Als Sklaven müssen sie unter strenger Aufsicht Schweine reproduzieren, töten und verarbeiten. Die Fabriken sind Tötungslager, in denen die Hybriden keine Fragen stellen dürfen und von der Außenwelt abgeschottet leben. Draußen, so heißt es, existiere ein Ort namens „Himmel“. Doch betreten dürfen diese nur ihre Herren.

Helena – Erstes Buch

Der französische Comicautor Jim (alias Téhy) ist ein Spezialist für Untersuchungen zwischenmenschlicher Beziehungen. In seinen Werken wie Die Einladung, Sonnenfinsternis oder Süße Versuchung stehen stets die komplexen Beziehungen zwischen Männern und Frauen im Mittelpunkt. Aber man griffe zu kurz, würde man ihn nur darauf beschränken. Es geht hier nicht um Soap Operas, sondern um die Gefüge zwischen unterschiedlichen Menschen, seien es Partner, Freunde oder Familienangehörige. Dabei geht es immer auch um unangenehme Wahrheiten und Lügen.