Alle Artikel mit dem Schlagwort: gut (7-8 Punkte)

RoboCop versus Terminator

Wenn zwei Comiclegenden an einem Projekt arbeiten, das auf den ersten Blick wie ein generisches Franchise-Crossover mit brachialer Action anmutet, sollte man zumindest einmal genauer hinsehen. Sicher, RoboCop versus Terminator hält vornehmend, was es äußerlich verspricht – nämlich großes metallisches Sci-Fi-Gepolter zweier bekannter Marken. Trotzdem nimmt die Miniserie, nicht nur wegen der Beteiligung des namhaften Kreativduos, eine exponierte Stellung ein.

Die Diebe von Karthago

149 bis 146 v. Chr. tobte der Dritte (und letzte) Punische Krieg zwischen dem antiken Stadtstaat Karthago und dem römischen Reich. Über drei Jahre hinweg belagerten die römischen Legionen die Mauern von Karthago, bevor die Stadt endgültig ihrem Untergang entgegensah. Szenarist Appollo stammt selbst aus dieser Region, dem heutigen Tunesien. Er platziert in jene Kriegswirren die beiden tollpatschigen Söldner Herodamus, ein Gallier, und Berkan, ein Numide. Durch eine zufällige Begegnung mit einer gerissenen und gleichsam hübschen Dame wird das Duo Teil eines spektakulären Raubzuges.

Schattenspringer ² – Per Anhalter durch die Pubertät

Daniela Schreiter ist angekommen. Mit ihrem Debüt Schattenspringer von 2014, einem autobiographischen Comic über ihre Kindheit als Asperger-Autistin, hat es die Berlinerin geschafft, erfolgreich bei Panini zu starten und mehr Menschen klar zu machen, dass Autisten nicht identisch mit fiktiven Figuren wie Raymond Babbitt aus Rain Man und Sheldon Cooper aus The Big Bang Theory , sondern gar nicht so verschieden vom Rest der Welt sind. Nun ist ein zweiter Band erschienen.

Undertaker 1 – Der Goldfresser

Schon die erste Seite der neuen Westernserie Undertaker hat einen am Haken – was vor allem am geschickten Einsatz des Off-Kommentars liegt, der offen lässt, wer da eigentlich gerade erzählt, denn ein Protagonist ist da noch nicht zu sehen. Die naheliegende Annahme, dass von demjenigen, der im Bild zu sehen ist, auch der Off-Kommentar stammt, führt hier nicht weiter. Sind es etwa die Geier, die hier Bericht erstatten? Leisten sich die Autoren da einen kleinen Scherz?

Orakel 1&2

Die neue Serie Orakel basiert auf einem ähnlichen Konzept wie die ebenfalls von Jean-Luc Istin entworfene Reihe Elfen. Dabei fungiert er oft nur als Ideengeber und lässt zu einem vorgegebenen Thema abgeschlossene Geschichten von unterschiedlichen Kreativteams erzählen. Auch bei Orakel stammt das Konzept von Istin und die einzelnen Alben von verschiedenen  Autoren und Zeichnern. Doch es gibt einen zentralen Unterschied: Bei Elfen ist das märchenhafte Wesen das verbindende Element, in jedem Abenteuer wird eine andere Art von Elfen näher porträtiert. Bei Orakel allerdings dreht sich die ganze Serie um ein gemeinsames Kernthema, wobei auch hier die einzelnen Geschichten unabhängig voneinander und jeweils inhaltlich abgeschlossen sind.

Obacht! Lumpenpack

Schaut man in die hiesige Webcomiclandschaft, kriegt man schnell den Eindruck, ohne festen Protagonisten und irgendeine Art von (zumindest loser) Rahmenhandlung geht es nicht. Schon ein Blick in die Nachbarländer erinnert uns aber schnell daran, dass der Webcomic in seiner Frühform vor allem ein eher kolumnenartiges, kommentierendes Medium war. Dieser Ansatz ist inzwischen bei vielen Webcomics kaum noch zu erkennen. Mit Keate Beatons Obacht! Lumpenpack (Hark! A Vagrant) kommt nun einer der international bekanntesten Vertreter dieser „urtümlichen“ Gattung endlich auch bei uns an.