Alle Artikel mit dem Schlagwort: Frank Miller

30 Jahre Sin City – The Downward Spiral

30 Jahre Sin City! Ich traute meinen Augen nicht, als ich neulich entdecken durfte, dass meine A-Dame-to-kill-for-Hefte von 1992 rostige Klammern haben. Sigurd–Hefte haben rostige Klammern, ja, aber Sin-City-Hefte aus den 1990ern? Fuck, ich werde alt. 1. Sin City – The Hard Goodbye Das erste Kapitel von Sin City, damals noch ohne das später angefügte The Hard Goodbye lernte ich genau im richtigen Alter kennen. Ich war 18, als ich das Fifth Anniversary Special der Anthologieserie Dark Horse Presents in die Hände bekam, und konnte kaum fassen, welche Richtung Miller nun einschlug. Nur acht Seiten und es war klar, wie Miller nach seiner Auszeit, die er sich nach The Dark Knight Returns genommen hatte, gereift war. So fiebrig also kann Action im Comic aussehen, wenn ein Künstler freie Hand hat. Auch die Texte: Nicht nur, wie sie das Lesetempo lenken, sie sind elementarer Bestandteil des grafischen Konzepts, ein Aspekt, der in der akribisch-pedantischen Verfilmung unwiederbringlich verloren geht, gerade weil sie zwar pflichtschuldig als Off-Kommentar mitgeraunt werden, was aber die grafische Komponente völlig ignoriert, die doch …

Joker (Film)

Mit Todd Phillips‘ Joker ist den Warner-Studios eine sehr rentable Comicverfilmung gelungen, die unbeschwert vom Ballast eines großen Filmuniversums und vergleichsweise kostengünstig realisiert werden konnte. Zwar wurde bei den DC-Filmen schon des Öfteren auf andere Akzente gesetzt als bei Marvel, aber so richtig in Tritt gekommen ist man bisher doch eher nicht. Stattdessen bewegte man sich unentschlossen zwischen düsteren Filmen wie The Dark Knight auf der einen und einem an Marvel orientiertem Shared-Universe-Ansatz auf der anderen Seite, was bei Filmen wie Patty Jenkins‘ Wonder Woman und Zakk Snyders Batman v Superman: Dawn of Justice ja auch durchaus seinen Reiz hatte.

Xerxes

Während Helden allerorts von Krise zu Krise taumeln und die Feuilletons regelmäßig das postheroische Zeitalter ausrufen, in dem für Männlichkeit, Ehre und aufopferungsvolles Todesverlangen kein Platz mehr sei, in dieser Zeit schreibt Frank Miller sein Blut-und-Ehre-Epos von 1998 fort: 300 erhält mit Xerxes eine Fortsetzung.

RoboCop versus Terminator

Wenn zwei Comiclegenden an einem Projekt arbeiten, das auf den ersten Blick wie ein generisches Franchise-Crossover mit brachialer Action anmutet, sollte man zumindest einmal genauer hinsehen. Sicher, RoboCop versus Terminator hält vornehmend, was es äußerlich verspricht – nämlich großes metallisches Sci-Fi-Gepolter zweier bekannter Marken. Trotzdem nimmt die Miniserie, nicht nur wegen der Beteiligung des namhaften Kreativduos, eine exponierte Stellung ein.