Alle Artikel mit dem Schlagwort: fantastisch (9-10 Punkte)

Business Worm

Die Hauptfigur aus Tim Gaedkes Business Worm ist ein im Leben angekommener BWLer: Einer dieser smarten, coolen, unauffälligen Anzugträger, die dem verantwortungsvollen Job nachkommen, tagein, tagaus Aktien zu kaufen und zu verkaufen, um das liebe Geld zu vermehren. Nebenbei schlürft dieser lässige Spezialist fürs Monetäre seinen Bürokaffee, sitzt nach der Arbeit entspannt im Park, um eine zu qualmen, abends fährt er noch mit dem Taxi zum Wirt und genehmigt sich einen Drink. Irgendwann, spät abends kommt er dann heim, wo er schon freudig von seinem Sohn erwartet wird. Man verbringt noch etwas – eher etwas zu wenig – quality time miteinander, dann geht der Business Worm mit seligem Lächeln ins Bett. Oder ist das kein Lächeln, sondern nur die Perspektive, in der man seine Wurmringel sieht? Irgendetwas in dem Bild jedenfalls ist schief, und das hat nichts damit zu tun, dass uns die vorliegende Geschichte mit Tierfiguren erzählt wird. Die Irritation liegt tiefer.

Stehaufmännchen

Ralf König schafft es immer dann, mich ganz besonders zu berühren, wenn er unseren Blick für die großen, kosmischen Zusammenhänge öffnet. So zum Beispiel in Super Paradise, wenn der gutmütige Herbert dem mit HIV infizierten Paul seine Dia-Sammlung mit Bildern aus dem Weltall zeigt: „Die Energie, die da oben neue Sonnen entstehen lässt, ist dieselbe, mit der wir hier atmen, rumlaufen, denken und vögeln. […] Dann weiß ich, es gibt einen größeren Zusammenhang. Einen höheren Sinn. Und wir gehören dazu. Wir sind sogar mittendrin.“ Wissen tröstet.