Alle Artikel in: Rezensionen

Alfred Hitchcock 1 – Der Mann aus London

„Mr Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ ist wohl der unvermeidlichste Satz, wenn man sich mit Hitchcock beschäftigt. François Truffaut stellte diese Frage in den 1960er Jahren mehrmals seinem Idol und machte ein ganzes Buch daraus. Jenes „Interview, das François Truffaut in seiner devoten ‚Herr Lehrer, ich weiß was‘-Attitüde mit dem Regiesseur geführt hat“, schreibt der Filmkritiker Ulrich von Berg überzogen boshaft, aber nicht völlig verkehrt, im Hitchcock gewidmeten Bertz-Filmbuch von 1999. Einerseits sollte man von Berg auf den Mond schießen, da er seine Hitchcock-Häme gerade über Torn Curtain (dt. Titel Zerrissener Vorhang) ausgießt, einen Film, den ich trotz seiner offensichtlichen Defizite liebe. Auf der anderen Seite aber liegt von Berg goldrichtig: Man kann die Verehrung von Hitchcock guten Gewissens ablehnen.

Der leuchtende Trapezoeder

Mit Der leuchtende Trapezoeder von Gou Tanabe legt Carlsen einen weiteren, in sich abgeschlossenen Band in einer ganzen Reihe von Lovecraft-Adaptionen dieses Künstlers vor. Zwei verstörende Erzählungen lang erfahren wir durch präzise unscharfe Bilder und langsame,  folgerichtige Schocks, was in den Tiefen des Meeres oder unter einer alten Kirche vor sich hindämmert.

Soon

2151: Bevor die Raumfähre „soon 2“ zu einer Besiedlungsmission ins All startet, reist die Kommandantin Simone Jones (vermutlich: Simone wie der Zeuge der Zukunft, Jones wie der Geburtsname von David Bowie) mit ihrem ca. zwanzigjährigen Sohn Juri durch die nach ökologischen Katastrophen in fünf Zonen unterteilte, nur noch schwach bevölkerte Erde. Simone wird nicht zurückkehren und möchte, dass ihr Sohn ihre Entscheidung und die Welt, in der er lebt, begreift. Juri aber brennt durch und schaut sich zum ersten Mal das Leben außerhalb des rundumüberwachten goldenen Käfigs an, in dem er bisher gelebt hat.