Alle Artikel mit dem Schlagwort: Fantasy

Orakel 1&2

Die neue Serie Orakel basiert auf einem ähnlichen Konzept wie die ebenfalls von Jean-Luc Istin entworfene Reihe Elfen. Dabei fungiert er oft nur als Ideengeber und lässt zu einem vorgegebenen Thema abgeschlossene Geschichten von unterschiedlichen Kreativteams erzählen. Auch bei Orakel stammt das Konzept von Istin und die einzelnen Alben von verschiedenen  Autoren und Zeichnern. Doch es gibt einen zentralen Unterschied: Bei Elfen ist das märchenhafte Wesen das verbindende Element, in jedem Abenteuer wird eine andere Art von Elfen näher porträtiert. Bei Orakel allerdings dreht sich die ganze Serie um ein gemeinsames Kernthema, wobei auch hier die einzelnen Geschichten unabhängig voneinander und jeweils inhaltlich abgeschlossen sind.

Sandman: Ouvertüre 1

Als vor über 25 Jahren die ersten Sandman-Episoden bei DC erschienen, war nicht absehbar, wie sensationell erfolgreich und einflussreich die Serie werden würde. Zu obskur schien die Grundprämisse und zu unerfahren der junge Autor Neil Gaiman, als dass man mehr als eine kurzlebige Miniserie hätte erwarten  können. Wie man weiß, geschah das Unwahrscheinliche: Die Serie wurde zu einer wichtigen Wegmarke des amerikanischen Autorencomics und einem deutlichen Signal dafür, dass Anspruch und Mainstream sich nicht gegenseitig ausschließen.

Die große Macht des kleinen Schninkel

Auf dem Planeten Daar herrscht schon seit jeher ein endloser Krieg. Drei sogenannte „Unsterbliche“, Barr-Find Schwarzhand, Jargoth der Wohlduftende und Zembria die Zyklopin, führen gigantische Heere von Sklavenvölkern an, die sich gegenseitig bekriegen. Doch eines Tages erscheint dem kleinen Schninkel J’On der Schöpfer aller Welten am Firmament. Dieser sieht aus wie ein schwarzer Quader und beauftragt den Auserwählten mit der Mission, Daar zu befrieden. Andernfalls wird die Existenz aller Lebewesen des Planeten ausgelöscht. J’On, vom Schöpfer vermeintlich mit übersinnlicher Macht gesegnet, beginnt also etwas unfreiwillig seine Quest und muss es unbedingt schaffen, die drei Unsterblichen vom Krieg abzuhalten.

Ash

Der französische Zweiteiler Ash wird in dem beliebten Splitter-Double-Format veröffentlicht, ist also hierzulande in einem Band komplett zu goutieren. Schlägt man die ersten Seiten auf, ist man etwas überrascht, denn die Panels sind recht groß und sehr flächig gestaltet. Von der Größe her wären sie also dafür prädestiniert gewesen, besonders viele Details unterzubringen. Aber leider wird das nicht ausgenutzt. Ash hat von Beginn an einen leicht sterilen Charakter. Zudem zeigen die Figuren einen deutlichen Einfluss von Manga, gerade in der Gestaltung der Physiognomie, was an sich nicht zu kritisieren ist, aber nicht mit der klassisch franko-belgischen Umgebung harmonieren will. Diese Diskrepanz zieht sich durch den ganzen Band und vermag nicht sonderlich zu überzeugen; obwohl alles grundsolide umgesetzt ist, wirkt es kalt und allzu kalkuliert.

Gigantomachie

Das Wort „Gigantomachie“ bezeichnet normalerweise die Gigantenschlacht der griechischen Götter. Kentarō Miura, der dieses für den Titel seines Mangas heranzog, ist vor allen Dingen für sein Langzeitprojekt, die Fantasy-Saga Berserk, bekannt. Jetzt legte der japanische Künstler einen nicht minder fantasievollen Einzelband vor. Ein in mehrfacher Hinsicht verstörendes Werk …

Die Mauern von Samaris

Les murailles de Samaris, wie der erste Teil aus dem Zyklus der Geheimnisvollen Städte im Original lautet, erschien im Jahr 1983 und gilt als Klassiker des europäischen Comics. Was genau macht einen Klassiker aus? Wer sich durch mühselige Texte im Schulunterricht gequält hat, weiß, dass die Aufnahme von klassischem Material nicht unbedingt immer etwas Lustvolles sein muss. Während manch‘ Spezialist sich ein Werk im Kontext seiner Entstehungszeit erlesen und sich dabei an kleinsten Details erfreuen kann, bleibt der Unbedarfte oder einfach nur Zu-Spät-Geborene außen vor.