Ducks – Zwei Jahre in den Ölsanden
Ducks hat gute Chancen, hierzulande als einer der Comics des Jahres gewählt zu werden. Ein guter Grund, sich den Erfolg dieses Jahres noch einmal genauer anzusehen. Um Enten geht es aber nicht. Oder kaum.
Ducks hat gute Chancen, hierzulande als einer der Comics des Jahres gewählt zu werden. Ein guter Grund, sich den Erfolg dieses Jahres noch einmal genauer anzusehen. Um Enten geht es aber nicht. Oder kaum.
Es war ja nicht unbedingt damit zu rechnen, aber American Jesus hat tatsächlich seinen Abschluss gefunden. Ach ja, bei Netflix ist das Ganze jetzt auch. Gerrit und Christian haben sich fest vorgenommen, auch den dritten Band der Serie zu kommentieren: „Revelation“ (dt. „Die Offenbarung“).
Gebe ich „Angoulême“ und „Vivès“ bei Google ein, erhalte ich viele Informationen über den Eklat von 2022, als Bastien Vivès die traditionelle carte-blanche-Ausstellung entzogen wurde, weil man ihn auf Grund provokativer Bemerkungen für nicht tragbar hielt. Nichts darüber, dass Vivès‘ neuer Comic auf dem Festival in Angoulême spielt. Ich war sehr gespannt, ob Letztes Wochenende im Januar, das in Frankreich im November 2022 erschien, eine Aufarbeitung oder gar Abrechnung enthalten würde, aber offensichtlich versucht der Künstler, dieses unrühmliche Kapitel hinter sich zu lassen und nach vorne zu blicken. Und doch, wenn man will, sieht man zwischen den Zeilen durchaus eine melancholische Reserviertheit gegenüber dem Festival – und, ja, auch der Szene.
Manuele Fiors Comic Hypericum erschien im Oktober 2022 in Italien – genau 100 Jahre nach Howard Carters Entdeckung des Grabes von Tutanchamun im Tal der König. Das ist natürlich kein Zufall, aber das macht Hypericum zu keinem reinen Jubiläumscomic.
Es gibt ja einige Comics über Obdachlose: Vernon Subutex von Luz, Blast von Manu Larcenet, Penner von Christopher Burgholz, und ganz sicher gehört auch Daredevil: Born Again von Frank Miller und David Mazzuchzelli dazu. Nie aber war uns ein Obdachloser wohl unsympathischer als die Figur des Rufus Himmelstoß in Uli Oesterles Vatermilch. Bevor er aus der Gesellschaft fällt, betrügt er Frau und Kind, nachdem er eine Mutter und ihre zwei Kinder im Suff totgefahren hat, vergeht er in Selbstmitleid, unfähig, sich seiner Schuld zu stellen. Und für so eine Null sollen wir uns ernsthaft interessieren?
Asterix kämpft gegen gesunde Ernährung und Achtsamkeit und für vergammelte Fische und Massenschlägereien. Kein Witz.