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Währenddessen… (KW 16)

In der Kolumne „Währenddessen …“ zeigt die Comicgate-Redaktion, was sie sich diese Woche so zu Gemüte geführt hat.

Niklas: Es sollte mehr historische Fantasyromane geben. Hexagon: Der Pakt der Sechs ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Das Frankreich des siebzehnten Jahrhunderts wird von den Mächten der sechs Höllen unterwandert. Zum Glück gibt es die Musketiere des Schwarzen Banners, eine Elitegruppe unter Kardinal Richelieu. Fest im Glauben bekämpfen sie das Böse und versuchen, eine Verschwörung in den höchsten Kreisen des Reiches zu verhindern. Viel Zeit bleibt ihnen nicht, denn der Feind befindet sich bereits in der finalen Phase seines Plans.

Hexagons spannendes Szenario ist in wenigen Seiten erklärt und die historischen Details lenken nicht von der Handlung ab, die kaum Pausen einlegt. Der Roman stellt das Abenteuer in den Vordergrund. Ein Abenteuer vollgepackt mit Action, Verschwörungen, Sex und Gewalt. Wer in diesem Roman stirbt, findet ein blutiges Ende. Autor Henning Mützlitz hält sich nicht mit drastischen Beschreibungen zurück, das Buch ist also auf jeden Fall nicht für jüngere Leser*innen geeignet. Er schafft es jedoch, die Beschreibungen nicht ins Pornografische abdriften zu lassen. Wenn überhaupt, passt die Gewalt zum düsteren Szenario, in dem hier und da ein kleiner Funken Hoffnung am Horizont erscheint, damit das Mitgefühl mit den Hauptfiguren nicht versiegt. Diese sind klar charakterisiert; wir haben den vorlauten Macho mit dem gebrochenen Herzen, die Unschuldige mit großer Macht und den alten Soldaten mit einem Herzen aus Silber. Viel Entwicklung machen sie nicht durch, was angesichts der kurzen Zeitspanne, in der das Abenteuer stattfindet, auch unrealistisch wäre. Es mögen nicht die tiefsten Figuren sein, da aber die Action im Vordergrund steht, kann man das verschmerzen. Hexagons Handlung wäre eine gute Vorlage für einen historischen Fantasyfilm.

Trotzdem hätte ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe und Subtilität gewünscht. Wenn zum Beispiel eine düstere  und gruselige Atmosphäre durch das plötzliche Erscheinen eines magischen Meuchelmörders zerstört wird, der wie Freddy Krüger über seine Opfer herfällt, wirkt das zwar auf Heldin Cécile grauenerregend, aber ich fand es eher unfreiwillig komisch. Das tiefreligiöse Szenario zwischen Himmel und Hölle hätte auch Raum für philosophische Diskussionen zugelassen, die sich gerade bei einer inquisitorischen Truppe wie dem Schwarzen Banner anbieten. Leider wird das Thema nur in einem Gespräch kurz abgeschnitten, danach werden wieder die Waffen gezückt.

Außerdem ist mir in der Mitte des Buches ein Logikfehler aufgefallen. Da reagieren die Protagonisten nämlich überrascht auf eine Wendung, der sie im Kapitel davor bereits Zeuge waren. Letztendlich sind es Kleinigkeiten, die man in einer Fortsetzung ausbügeln kann. Insgesamt finde ich Hexagon: Der Pakt der Sechs nämlich sehr unterhaltsam und drücke Henning Mützlitz die Daumen, dass da noch mehr kommt. Das Szenario besitzt noch eine Menge Potential!

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