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Links der Woche 41/16: Deutlich mehr als „Deutlich mehr als ‚Zack‘ – ‚Bumm‘ – ‚Peng'“

Ganz viel gesellschaftlich relevante Themen standen in der vergangenen Woche auf der Agenda:

Mal schnell die Welt retten
Süddeutsche Zeitung, Friederike Zoe Grasshoff
Die SZ und viele andere Medien berichten darüber, dass die Vereinten Nationen nächste Woche eine fiktive Figur zur Botschafterin für Frauen und Mädchen erklären werden: DCs Superheldin Wonder Woman soll zum „empowerment of women and girls“ beitragen, dazu soll u.a. ihr Logo in sozialen Medien benutzt werden. Pünktlich zum 75. Geburtstag der Comicheldin wird die UNO sie offiziell ernennen, die Chefin von DC Entertainment, Diane Nelson, wird die Ehrung entgegennehmen und sich sicherlich über die kostenlose Promotion freuen, wo doch zufällig gerade die Marketingkampagne für den Wonder-Woman-Film (Kinostart Sommer 2017) ins Rollen kommt. Die New York Times kommentiert diese Neuigkeit mit der Bemerkung, es sei schon „a bit awkward“, wenn starke Frauen bei der UNO vor allem als Maskottchen herhalten dürfen, während neun von zehn Leitungsposten im letzten Jahr von Männern besetzt wurden.

„Frauen sind viel spannender und ästhetischer als Männer“
i-D, Alexandra Bondi de Antoni
Um Geschlechterthemen geht es auch in einem kurzen Interview mit Comiczeichnerin Aisha Franz beim deutschsprachigen Web-Ableger des Modemagazins i-D: „Ich habe mir schon oft vorgenommen, eine männliche Hauptfigur zu entwickeln, nur leider werden sie dann immer automatisch etwas bemitleidenswert und asexuell.“

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© Isabel Kreitz/Stefan Dinter

Hinter Türen
hinter-tueren.de
Im Auftrag des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben entstand ein Webcomic von Isabel Kreitz und Stefan Dinter, die schon im Jahr 2000 für die Serie Mabuse zusammengearbeitet hatten. In vier Kapiteln, die im Abstand von ein bis zwei Wochen veröffentlicht werden, geht es um die leider alltägliche Gewalt gegen Frauen; der Comic soll für die Problematik sensibilisieren und auf das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, ein Angebot des Bundesamts, hinweisen. Ein Interview mit den Machern gibt es auf comic.de.

Frankfurter Buchmesse präsentiert Graphic Novels und Comics
graphic-novel.info
Auch wenn es auf der Frankfurter Buchmesse, die am Mittwoch beginnt, keinen eigenen Comicschwerpunkt mehr gibt, finden Comics dort nach wie vor statt. Auf zahlreiche Programmpunkte auf der Messe selbst und in deren Umgebung weist graphic-novel.info hin. Besonders im Focus stehen Comics aus Flandern und den Niederlanden, die in diesem Jahr Gastland der Buchmesse sind. Die Website der HR-Hessenschau stellt zehn dieser Comics vor, was dem zuständigen Überschriftenautor die Gelegenheit gibt, mal wieder zur unausrottbaren Schlagzeile „Deutlich mehr als ‚Zack‘ – ‚Bumm‘ – ‚Peng'“ zu greifen.

Roland Faelske-Preis für Comic und Animationsfilm 2016
Universität Hamburg
Zum vierten Mal zeichnet die Arbeitsstelle für Graphische Literatur (ArGL) der Uni Hamburg wissenschaftliche Arbeiten im der Bereich Comic- und Animationsfilmforschung aus: In diesem Jahr gehen die Preise an Johannes C.P. Schmids Masterarbeit Shooting Pictures, Drawing Blood. The Photographic Image in the Graphic War Memoir und Christian A. Bachmanns Dissertation Metamedialität und Materialität im Comic. Beide Arbeiten sind in Bachmanns eigenem Verlag erschienen.

Madaya Mom
ABC News, Xana O’Neill, Rym Momtaz, Dalibor Talajic
Der US-Nachrichtenkanal ABC News und Marvel Comics, beides Töchter der Walt Disney Company, nutzen die Konzernsynergien für einen guten Zweck und veröffentlichen gemeinsam einen Onlinecomic (eigentlich eher ein illustrierter Text), der eine Geschichte aus dem Syrienkrieg erzählt. Es geht um die belagerte Stadt Madaya, die von der Außenwelt abgeschnitten wird und deren Bewohner unter großer Hungersnot leiden. Begleitend dazu wird umfangreiches Zusatzmaterial angeboten.

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