Alle Artikel mit dem Schlagwort: Drama

Am liebsten mag ich Monster

Manchmal ist die Entstehungsgeschichte eines Comics fast erstaunlicher und spannender als dessen Inhalt. Für Emil Ferris‘ Monumentalwerk Am liebsten mag ich Monster trifft dies in jedem Fall zu. Es ist das Comicdebüt der 56-jährigen Künstlerin, erschaffen in einer Periode von gut zehn Jahren, konsequent vorangetrieben trotz zeitweiliger Obdachlosigkeit und krankheitsbedingter Lähmung. Nachdem das erste über 400 Seiten starke Buch endlich veröffentlicht werden konnte, wurde es prompt mit u.a. drei Eisner-Awards bedacht. Diese Umstände machen Am liebsten mag ich Monster zu einem noch größeren Phänomen, als es auf Basis der Lektüre ohnehin schon ist.

DongHuaChun Friseursalon

Chen Xiao-Huas Friseursalon ist ein bisschen wie der Tabakladen aus Wayne Wangs Film Smoke von 1995. Es mag nicht der angesagteste Ort der Stadt sein, aber es ist einer dieser Orte, an dem sich Lebenslinien kreuzen und mitunter die Richtung wechseln. Die Kinder der Stadt glauben ja, dass es dort spukt, aber das ist deren Unsinn. In Wirklichkeit leisten hier nur ein paar junge Menschen ihren einfachen Dienst an der Gesellschaft: Den Leuten die Haare zu schneiden.

Die Erektion – Buch 1

Ein unüberlegter Satz kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, wenn ihm die zerstörerische Kraft inne wohnt, eine über zwanzigjährige Beziehung zu erschüttern. Das muss der Kunstprofessor Florent am 48. Geburtstag seiner Lebensgefährtin Lea erfahren. Obschon noch immer attraktiv, fühlt diese sich von ihrer besten und gleichaltrigen Freundin Alexandra als Konkurrentin bedroht. Als Florent auf die Frage, wer denn nun attraktiver sei, antwortet: „Das kann man doch nicht vergleichen, sie ist viel jünger als du“ und während der anschließenden Geburtstagsparty auch noch das Weihnachtsgeschenk für seine Mutter mit Leas Geburtstagsgeschenk verwechselt, genügt eine Erektion, um eine handfeste Ehekrise heraufzubeschwören.

Insel der Frauen

Die Story von Insel der Frauen hätte auch als eine rein erotische Fantasie umgesetzt werden können. Ja, sogar ein Porno hätte daraus erwachsen mögen. Aus der Grundidee, dass sich ein einzelner junger Mann auf einer ansonsten nur von Frauen bewohnten Insel befindet, hätte man einen endlosen Reigen sexueller Erlebnisse machen können. Die Schöpfer des Comics haben sich jedoch für einen anderen Weg entschieden.