Alle Artikel mit dem Schlagwort: Krimi

Maertens

Gäbe es einen Preis für das abgefahrenste Figurendesign eines Comics, Maximilian Hillerzeder würde ihn dieses Jahr abräumen. Schon der titelgebende Maertens beeindruckt mit dem wohl längsten Kinn der Comicgeschichte, aber das ist noch ein vergleichsweise konventionelles Feature im Vergleich zu den Nebenfiguren: Ein Mann, dessen Nase und Ohren nicht zu seinem Kopf gehören zu scheinen, diverse anthropomorphe Tiere, Polizisten mit Köpfen in Form von Spannpratzen und diverse Typen mit Gebüschkopf oder Lauchgesicht, wandelnde Zweigchen, Kürbisköpfe oder meine Lieblingsfigur, der Playstationhead. Und doch hat man irgendwie das Gefühl, diese Typen zu kennen.

Rider on the Storm 2 – London

Gerade noch mit dem Leben davongekommen, erwacht Gaspard Sarini mit gebrochenem Arm und einer Kopfverletzung in einem Londoner Krankenhaus. Nachdem es dem Rennfahrer im ersten Band gelang, die Polizistin Jade Antoine von seiner Unschuld am Mord seiner Eltern zu überzeugen, ermittelt sie weiterhin in Brüssel und zweifelt zunehmend an ihrem Chef Raoul de Groot, der tief in den Fall verstrickt zu sein scheint, während der junge Rennfahrer in London das Geheimnis um die Ermordung seiner Eltern zu lüften versucht. Doch die Zeit drängt, denn auch der Protagonist wäre beinahe Opfer des unbekannten Mörders geworden, dessen Freunde womöglich einflussreicher sein könnten, als bisher angenommen. „Into this house we’re born / Into this world we’re thrown […] There’s a killer on the road” – die Zeilen aus Riders on the Storm, Jim Morrisons Schwanengesang, kurz vor seinem Ableben im Juni 1971 in Frankreich verfasst und aufgenommen, liest sich wie eine Zusammenfassung der Geschichte um den Motorradrennfahrer Gaspard Sarini und es verwundert, dass die drei noch lebenden Mitglieder von The Doors, Ray Manzarek, John Densmore und Robby Krieger …

Black Magick 1 – Das Erwachen

Greg Rucka ist ein Vielschreiber, der oft hohe Qualität abliefert. Dabei hat er nicht nur Hunderte von Comics geschrieben, sondern auch Romane. So hat er seine Serie Queen & Country nicht nur als Comics zu den Lesern gebracht, sondern auch in Prosaform. Dabei tummelt sich Rucka nicht nur bei Mainstream-Verlagen wie DC und Marvel, sondern bringt gerne auch eigene „creator owned“-Stoffe bei Verlagen wie Oni Press oder Image unter. Ob es nun Spionagegeschichten wie Queen & Country, Dramen wie Stumptown, ungewöhnliche Handlungsorte wie die Arktis in Whiteout, schräge Charaktere mit Science-Fiction-Einschlag wie in Lazarus oder Superheldengeschichten wie in Gotham Central sind: Gemeinsam ist allen, dass sie einen starken Krimieinschlag haben. So ist es wenig überraschend, dass auch seine neue Serie Black Magick wieder vorrangig in diesem Genre zuhause ist. Da drohen dann durchaus Abnutzungserscheinungen und die Gefahr, sich zu wiederholen. Doch das vermeidet Rucka hier wunderbar – vor allem, indem er einen Genremix serviert, der Krimi mit Horror verbindet. Das ist zwar beileibe nicht neu, dennoch ermöglicht es neue Optionen für Handlung und Figuren. Rowan Black …

Blacksad Gesamtausgabe

Als das spanische Autor/Zeichner-Gespann Juan Díaz Canales und Juanjo Guarnido im Jahr 2000 das erste Album von Blacksad vorlegte, war die Begeisterung ob des grafisch opulenten Noir-Comics groß. Auf bislang fünf längere, in sich geschlossene Geschichten hat es die Reihe bis dato gebracht. Bei Carlsen erschien nun eine dicke Gesamtausgabe, die eben jenes Gesamtwerk noch einmal am Stück präsentiert.