Verführung der Unschuldigen
Ein Roman über die deutsche Comicszene, in der kaum ein realer (deutscher) Comic genannt wird. Ob das aufgeht?
Ein Roman über die deutsche Comicszene, in der kaum ein realer (deutscher) Comic genannt wird. Ob das aufgeht?
„Die derzeit einzige Graphic Novel, die den aktuellen deutschen Zeitgeist unmittelbar aufgreift“, so preist der Indie-Verlag Books on Mars Victoria Portens Comicdebut Der Nazi an Mamas Frühstückstisch an. Der Comic reiht sich ein in eine Reihe politisch aktivistischer Comics, die vor dem Erstarken der Rechten in Deutschland warnen.
Toronto, 1982: Chester Brown war Mitarbeiter in einem Fotogeschäft, der in seiner Freizeit gerne zeichnete und von einer großen Comic-Karriere träumte. Seine damalige Freundin Kris überzeugte ihn, sein Material in Form von Minicomics im Selbstverlag herauszugeben, ein mutiger Schritt, über dessen Folgen sich beide zu diesem Zeitpunkt in keiner Weise klar sein konnten. Chester Brown gab seiner Reihe den Titel Yummy Fur, eine Wortkomposition aus zwei nicht zusammenhängenden Begriffen, was dem Titel eine surreale Note verleihen sollte. Kris meinte, der Titel hätte eine starke sexuelle Konnotation, worauf Chester nur meinte: „Umso besser.“ Viele seiner Comics wurden seither nachgedruckt, teilweise mehrfach, aber gerade bei Chester Browns Werk lohnt auch ein Blick auf das Material, das zurückgelassen wurde. Im folgenden Essay soll der Blick sowohl auf die bekannteren als auch auf die vergessenen Comics von Chester Brown gelenkt werden, da zwischen diesen beiden Polen eine interessante Wechselwirkung zu erkennen ist. Es wird uns einen neuen Blick auf den Menschen Chester Brown ermöglichen.
Jet geht es im Moment gar nicht gut. Ihre Mitbewohnerin Twink merkt das sofort. Jet ist allerdings gar nicht nach Drüber-Reden, sie lässt sich aber wenigstens dazu breitschlagen, mit Twink auf ein Bier in ihrem Stammclub zu gehen.
Ewiger Frieden ist für den Friedhof. Da wollen wir gar nicht so schnell hin. Deswegen gibt es Comics wie City in the Desert. Niklas stellt ihn vor.
Beim kleinen Indie-Label Rotopol widmet man sich den großen Göttersagen. Das sollte hellhörig machen. Niklas hat Max Baitingers Heimdall für uns gelesen.