Alle Artikel mit dem Schlagwort: Horror

Nameless

Wenn sie deinen Namen kennen, haben sie Macht über dich. Auch Grant Morrison ist das bewusst, deswegen bleibt der titelgebende Held seines neuen Comics aus gutem Grund namenlos. So kann sich dieser Paranoiker, ein Spezialist fürs Okkulte, jeglichem Zugriff entziehen. Aber weshalb nur wird er mitgenommen auf eine Weltraummission, auf der es doch nur darum geht, einen Asteroiden aus seiner Flugbahn zu bomben? Das mochte in den 1970er Jahren im Film Meteor mit Sean Connery noch ein brauchbares Szenario für einen zweistündigen Katastrophenfilm sein, in einem Grant-Morrison-Comic von 2015 ist dieses Szenario erst mal Kindergeburtstag. Aber der Asteroid ist eben nicht nur ein Asteroid, sondern fliegt aus einer Paralleldimension zu uns herüber. Auf ihm befinden sich außerirdische Anlagen, die die letzten Geheimnisse des Lebens verbergen. Oder öffnet sich beim Betreten vielleicht das Tor zur Hölle?

Black Magick 1 – Das Erwachen

Greg Rucka ist ein Vielschreiber, der oft hohe Qualität abliefert. Dabei hat er nicht nur Hunderte von Comics geschrieben, sondern auch Romane. So hat er seine Serie Queen & Country nicht nur als Comics zu den Lesern gebracht, sondern auch in Prosaform. Dabei tummelt sich Rucka nicht nur bei Mainstream-Verlagen wie DC und Marvel, sondern bringt gerne auch eigene „creator owned“-Stoffe bei Verlagen wie Oni Press oder Image unter. Ob es nun Spionagegeschichten wie Queen & Country, Dramen wie Stumptown, ungewöhnliche Handlungsorte wie die Arktis in Whiteout, schräge Charaktere mit Science-Fiction-Einschlag wie in Lazarus oder Superheldengeschichten wie in Gotham Central sind: Gemeinsam ist allen, dass sie einen starken Krimieinschlag haben. So ist es wenig überraschend, dass auch seine neue Serie Black Magick wieder vorrangig in diesem Genre zuhause ist. Da drohen dann durchaus Abnutzungserscheinungen und die Gefahr, sich zu wiederholen. Doch das vermeidet Rucka hier wunderbar – vor allem, indem er einen Genremix serviert, der Krimi mit Horror verbindet. Das ist zwar beileibe nicht neu, dennoch ermöglicht es neue Optionen für Handlung und Figuren. Rowan Black …

Survivor Girl

Ein Genre braucht Konventionen, um sich als ein solches zu etablieren. Wiederkehrende Elemente bilden in der Zusammenschau erst ein Genre heraus, erlauben damit eine Erwartbarkeit von inhaltlichen und gestalterischen Elementen und bieten dem potentiellen Leser eine Einordnung. Wobei die Grenze,  an der die genrebildenden Elemente zu reinen Klischees verkommen, dünn ist. Der Wiedererkennungswert eröffnet jedoch auch die Möglichkeit zur Parodie, da man eben davon ausgehen kann, dass jeder und jede mit den durch den Kakao gezogenen Elementen vertraut ist.

Wytches 1

Knarrende Türen oder aus dem Bauch quellende Gedärme? Gothic Horror oder hammerharter Splatter? Oder anders gefragt: was macht eigentlich guten Horror aus? Bekommen die einen bei knarzenden Holztreppen und Geisterspuk immer wieder eine kribbelnde Kopfhaut, lässt andere das wiederum kalt und sie suchen den kurzfristigen Schock des Splatters. Natürlich gibt es bei beiden Unterarten des Horrors herausragende Beispiele wie auch enorm viel Schlechtes. Doch wenn man sich einmal überlegt, welche Horrorfilme oder -comics einen noch lange beschäftigt haben, sind es doch meist solche, die neben dem offensichtlichen Schrecken ein tiefes Unbehagen ausgelöst haben. Abseits der schrecklichen Bilder muss es also noch etwas anderes geben, was einen tief berührt.

„Heutzutage wirken Horrorfilme doch eher wie ein safe place“ – Interview mit Jörg Buttgereit

Jörg Buttgereit ist Deutschlands Monsterexperte Nummer Eins. Er ist der Verfasser von mindestens zwei Büchern über japanische Filmmonster, für den Film Kondom des Grauens hat er viel Geld in die Hand bekommen, um die Monstereffekte zu basteln, und für eine Arte-Reportage ist er auch schon durch die Welt gereist und hat alle wichtigen Monsterbauer der Filmgeschichte besucht. Überhaupt ist er ein gefragter Mann. In mehreren Filmzeitschriften, darunter epd-Film und Deadline, hat er Kolumnen oder ist Redaktionsmitglied, er schreibt fürs Theater, macht Hörspiele – und inzwischen verfasst er auch die Captain Berlin-Comics für den Weissblech-Verlag. Überall schätzt man sein umfassendes Wissen über Filme und seine Underground-Credibility.