Alle Artikel mit dem Schlagwort: gut (7-8 Punkte)

Jäger und Sammler

Der französische Künstler Cyril Pedrosa hat durch die Arbeit an den Comics Drei Schatten und Portugal bereits unter Beweis gestellt, wie gekonnt er melancholische Erzählungen und lebhafte Zeichnungen zu verbinden weiß. Sein neues Werk, Jäger und Sammler, ist ein über 300 Seiten starker Abriss über das Menschsein und über dessen Vergänglichkeit.

Doctor Strange (Film)

Doctor Strange, seit Donnerstag in den Kinos, ist der mittlerweile 14. Film des „Marvel Cinematic Universe“, und eigentlich muss man längst damit rechnen, dass Marvel das Ding mal so richtig an die Wand fährt und etwas produziert, was entweder so richtig schlecht ist oder aber wirklich niemand sehen will (Das eine steht nicht zwingend mit dem anderen in Verbindung, wie man weiß). Stattdessen muss man zum wiederholten Mal feststellen: Auch der neueste Marvel-Film ist zwar kein filmisches Meisterwerk, aber wieder mal ein mehr als solider, sehr unterhaltsamer Blockbuster.

Nenn mich Kai

Wie schön ist es, in einem offenen, toleranten Land zu leben, in dem man Homosexualität und Transsexualität problemlos zur Sprache bringen kann. Dass es aber immer noch nicht leicht ist, den ersten Schritt aus dem Wandschrank zu wagen (sprich: sich zu „outen“), das thematisiert Sarah Barczyk in ihrer charmanten kleinen Erzählung Nenn mich Kai, in der es um eine junge Frau namens Andrea geht, die sich als Mann fühlt. Ironischerweise hätten ihre Eltern kein Problem damit, wäre sie homosexuell. Jetzt, da Homosexualität weitgehend mainstreamtauglich geworden ist, stellt sich heraus, dass es sich bei Transsexualität also tatsächlich noch einmal um ein anderes Kaliber handelt. Was aber macht es so schwer, das eine zu akzeptieren, das andere aber nicht?

Love and Rockets – Der Tod von Speedy/Liebe und Versagen

Eigentlich war Maggie Chascarillos Jugend eine einzige Tragödie: Nicht nur, dass sie miterleben musste, wie ihr Vater mit seiner Sekretärin fremdging, hinterher wurde sie auch noch von ihrer Mutter persönlich für das Auseinanderbrechen ihrer Ehe verantwortlich gemacht – weil sie’s weitererzählt hat. Nach der Scheidung wurde Maggie von ihrer Mutter, die ein weiteres Kind erwartete, verlassen, so dass sich ihre Tante Vicki Glori, eine Wrestlerin mit psychopathischen Tendenzen, ihrer annahm. Nebenbei entdeckte Maggie aber auch ihre Begabung, Autos zu reparieren und fand Anschluss in der örtlichen Punkszene. Sie verliebte sich in die durchgeknallte Hopey und beide wohnten fortan in lockerer Konstellation bei der deutlich älteren Izzy, die ebenfalls einige dunkle Punkte in ihrer Biografie hat.

We Stand On Guard

Wenn ein neuer Comic aus der Feder von Brian K. Vaughan erscheint, sollte man hellhörig werden. Immerhin hat der gute Mann mit Serien wie Y – The Last Man oder Ex Machina beeindruckende Stories geschrieben. Außerdem stammt von Vaughan natürlich auch die Space-Opera Saga, mit welcher er, wenn er es nicht vorher schon war, zu einem der großen Lieblinge von Fans wie Kritikern avancierte. Mit der sechsteiligen Image-Miniserie We Stand On Guard (auf Deutsch in einem Sammelband) backt der Autor nun kleinere Brötchen, auch wenn dies eher auf den Umfang und die Tiefe der Erzählung zu beziehen ist und sicherlich nicht auf den Plot.