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Währenddessen… (KW 10)

Diesmal in „Währenddessen“: Alexander Christian hat sich in der virtuellen Ausstellung im Dortmunder „Schauraum: Comic + Cartoon“ umgesehen. Seit Januar wartet dort die erste Retrospektive zu Will Eisner (1917-2005) im deutschsprachigen Raum auf ihre Eröffnung.

Alexander: Viel zu lange musste die Comic-Gemeinde hierzulande auf eine Ausstellung zu diesem Paten der „Graphic Novel“ warten. Umso tragischer, dass die feierliche Eröffnung nicht wie geplant stattfinden konnte. Die Gründe dafür sind leider immer noch allzu gegenwärtig. Zumindest vom heimischen Computer aus konnte ich am Wochenende einen ersten Blick auf die Ausstellung werfen.

Die erste Rückschau auf Eisners Werk im deutschsprachigen Raum zeigt rund 60 Originalzeichnungen und ausgewählte antiquarische Veröffentlichungen aus verschiedenen Schaffensperioden. Als bekannteste Beispiele habe ich die Detektiv-Serie The Spirit gesehen, bei der Eisner mit unglaublichem Erfindungsreichtum die Möglichkeiten sequentiellen Erzählens erkundet. Außerdem seine Instruktionscomics für das PS-Magazin, in denen er für das US-Militär die Wartung technischer Geräte illustriert. Schließlich auch die Erzählbände seines Spätwerks wie Ein Vertrag mit Gott, mit denen er seiner „sequenziellen Kunst“, wie er seine Graphic Novels nannte, soviel Respekt verschaffte, dass einer der bedeutendsten Comicpreise der USA nach ihm benannt wurde.

Anders als bei der vorbildlich gelungenen Ausstellung zu Milton Caniff im PAFF! in Pordenone (Währenddessen KW3) überträgt der Schauraum: Comic + Cartoon die Ausstellung zu Will Eisner nicht vollständig in den virtuellen Raum. Von Dortmund habe ich einen guten Eindruck der Räumlichkeiten erhalten und konnte alle Tafeln mit begleitenden Informationen zu den Teilen der Ausstellung lesen. Nicht möglich war es, so weit an die einzelnen Ausstellungsstücke heranzutreten, dass die Schrift lesbar wurde. Der Inhalt vieler Comicseiten blieb nur sehr vage erkennbar. Fragen der Bildrechte und Kostengründe werden Nahaufnahmen mit einer höheren Auflösung wohl leider verhindert haben. Die Ausstellungsstücke stammen aus Eisners Nachlass sowie aus Privatsammlungen in Europa und den USA.

Fazit: Der virtuelle Rundgang kann den Ausstellungsbesuch vor Ort nicht ersetzen, dafür bereitet er auf den Besuch der Sonderausstellung vor und bietet einen guten Überblick über die Ausstellungsfläche im Schauraum: Comic + Cartoon. Ich weiß nun, was mich in Dortmund erwartet und wieviel Zeit ich mir für den Besuch nehmen muss. Neugierig geworden bin ich auf jeden Fall. Es bleibt zu hoffen, dass die Ausstellung bald öffnen kann.

Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Workshops – in Dortmund steht in Sachen Comic künftig noch einiges an. Es ist diesem Kooperationsprojekt zu wünschen, dass es ein breites Publikum findet.

Die Sonderausstellung: „Will Eisner – Graphic Novel Godfather“ sollte ursprünglich vom 24. Januar bis zum 27. Juni 2021 gezeigt werden. Sie ist als Wanderausstellung angelegt und zieht zum Internationalen Comic-Salon Erlangen 2022, danach ins Cartoonmuseum Basel und im Jahr 2023 ins Schleswig-Holsteinische Landesmuseum/Jüdisches Museum Rendsburg.

Der kostenlose 3D-Rundgang ist unter diesem Link verfügbar: https://21.de/schauraum/

Anlässlich der Ausstellung erscheint im Avant-Verlag ein ca. 300 seitiger Katalog zu Leben und Werk des Comiczeichners: Will Eisner – Graphic Novel Godfather, herausgegeben von Alexander Braun.

Schauraum: Comic + Cartoon
Max-von-der-Grün-Platz 7
44137 Dortmund
www.schauraum.dortmund.de

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