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Währenddessen… (KW38)

In der Kolumne „Währenddessen …“ zeigt die Comicgate-Redaktion, was sie sich diese Woche so zu Gemüte geführt hat.

Christian: Mit Fargo – Season 1 hab ich seit einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder eine moderne Fernsehserie angesehen. Ein seltsames Biest ist diese Serie. Die erste Folge ähnelt durchaus noch ein wenig dem Kinofilm der Coen-Brothers, aber das ändert sich schnell. Tatsächlich erinnert mich die Erzählhaltung eher an Brian Azzarellos 100 Bullets, und die Figur des durchgeknallten Killers Lorne deckt sich fast völlig mit Garth Ennis‘ Punisher, mit der nur klitzekleinen Akzentverschiebung, dass Lorne nicht nur böse und skrupellos ist (das ist Frank Castle auch), sondern auch unmoralisch. Season 1 von Fargo trifft den Tonfall der Comics von Azzarello und Ennis so mühelos, dass ich die Reihe zu den besten Comicverfilmungen zähle, die nie eine Comicverfilmung sein wollten. So wie Dellamorte-Dellamore die beste inoffizielle Dylan Dog-Verfilmung ist, die sich ein Fan wünschen kann, ist Fargo die Essenz all dessen, was Garth Ennis und Azzarello seit Jahren richtig gut machen. Ich bezweifle, dass die Splatter-Gaudi, die die Preacher-Fernsehserie zu sein scheint, dagegen anstinken kann.

fargo

Daniel: Ich bereite mich gerade sehr intensiv auf die Brettspielmesse SPIEL vor, die vom 13-16. Oktober in Essen stattfinden wird. Ich mache Termine für Interviews aus, melde mich zu Presseveranstaltungen an und plane die Reise. Aber am wichtigsten: Ich erstelle eine Liste von Spielen, die ich testen, spielen und/oder kaufen will. Meine Top Ten stehen auf meinem Blog, aber hier bekommt ihr meine Nummer eins kurz vorgestellt: Inis.

Inis

Bei meiner Spielgruppe dauern Züge immer eine Ewigkeit. Jeder versucht den perfekten Weg zum Sieg zu finden. Am besten einen, den die Mitspieler noch gar nicht entdeckt haben. Was wird Inis mit meiner Runde machen? Ein Spiel, bei dem man den entschiedenen Spielzug ankündigen muss: „Ich werde übrigens gleich gewinnen, also versucht es bitte jetzt zu vereiteln.“ So wie bei UNO. Für ein Kartenspiel mag das funktionieren, aber doch nicht für ein Spiel mit Männchen auf einer Karte stehen, irgendwo in Irland. Inis ist ein Brettspiel, bei dem man bemüht ist, am meisten Einfluss in einer Region auszuüben. Was hier meist nicht in einer militärischen Auseinandersetzung endet, sondern eher einem Tauziehen ähnelt. Oder einem Walzer mit bis zu vier Spielern, von denen jeder führen will. Die Illustrationen sind der nächste Punkt. Manche hassen sie. Ich liebe sie. Und das bereits bevor ich erfahren habe, dass der Künstler Jim Fitzpatrick (sehr irisch) das bekannte Che Guevara Bild gemalt hat. Mich erinnert es mehr an eine expressive Variante von Charles Vess. Ich mag die Farben, ich mag die Illustrationen, ich mag die Regeln, ich mag das Drafting-System der Karten, ich mag den Titel. Inis ist jetzt schon das Spiel, auf das ich mich bei der SPIEL am meisten freue.

Was habt ihr diese Woche gekauft, gesehen, gelesen, gespielt? Postet eure Bilder, Geschichten und Links einfach in die Kommentare.