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Währenddessen … (KW 12)

In der Kolumne „Währenddessen …“ zeigt die Comicgate-Redaktion, was sie sich diese Woche so zu Gemüte geführt hat.

Christian: Die Simpsons-Comics sind immer wieder für eine Hommage zu haben. Das neue Grampa Simpsons Unglaubliche Abenteuer ist im Stil der Choose your own Adventure-Bücher geschrieben und lässt den Leser selbst entscheiden, in welche Richtung das Abenteuer weitergehen soll. Comics in diesem Stil sind natürlich nichts grundliegend Neues: Die Lustigen Taschenbücher haben uns immer wieder mit solchen Spielereien beglückt, in den 80er-Jahren gab es ein paar Stories um Taran und den Zauberkessel in diesem Stil, Pat Mills hat seinen Slaine in den 80ern mal durch ein derartiges Szenario gejagt und vor ein paar Jahren war es Mike Carey, der eine Unwritten-Episode in diesem Stil schrieb. Eigentlich mag ich Rollenspielbücher ja außerordentlich gerne, aber in Comicform ist es meistens nur oberflächliches Geplänkel. Die Stories, die man sich erspielt, sind zu dünn und fesseln nicht. Aber bei den Simpsons wird das Konzept ironisch verwendet. Im Kontext einer Erzählung um Abe Simpson, der planlos und senil drauflos schwadroniert, ist das Konzept ganz bei sich.

Die Bemerkung, das Buch sein im Choose your own Adventure-Stil, habe ich einer Amazon-Besprechung zu The Unwritten entlehnt. Eigentlich bin ich kein Fan der Choose your own Adventure-Reihe (zu deutsch: Du und dein Abenteuer). Ähnlich wie die Spielbuchreihe mit den 1000 Gefahren (Die Insel der 1000 Gefahren, 1000 Gefahren im Gruselschloss etc.) präsentieren diese Bücher keine geschlossene Welt wie die elaborierten, fesselnden Spielbücher von Joe Dever, Steve Jackson oder Ian Livingstone. Stattdessen verändert sich in diesen Choose Your own Adventure-Books mit jeder Entscheidung das Setting komplett. So kann beispielsweise ein Gruselschloss, je nachdem, welchen Weg man einschlägt, entweder eine Geisterbahn sein, ein Gangsterversteck oder tatsächlich ein Portal zur Hölle. Für den Rollenspielfan ist das definitiv zu infantil. Aber bei diesen Büchern geht es ja auch um was völlig anderes. Sie sollen die Fantasie von Kindern anregen: Wie viele Erzählungen lassen sich aus einer simplen Grundprämisse herausholen? Außer der Tatsache, dass man als Leser hin- und herblättern muss, hat das mit Rollenspielserien wie den Fighting Fantasy Books, der Analanad Saga oder dem Einsamen Wolf keinerlei Gemeinsamkeit und richtet sich an eine völlig andere Zielgruppe.

Daniel: Haltet den Dieb nicht! Lasst ihn ruhig laufen. Denn für läppische 1,99 Euro habe ich ein wirklich unterhaltsames Casual Game für iPhone und iPad bekommen: Card Thief. Ziel des Spiel ist es, als Dieb möglichst ungesehen Schlösser auszurauben. Wie das geht? Auf dem Bildschirm liegt ein Raster aus 9 Karten aus – eine davon ist der Dieb. Nun lassen sich per Mausklick Wege planen. Horizontal, vertikal und diagonal – nur überkreuzen dürfen sich die Wege nicht. Vorbei an den Wachen, nebenbei noch die Fackel gelöscht und den Sack voller Gold abgegriffen. Wichtig ist dabei stets den Schleichwert im Auge zu behalten, denn wenn der unter 1 fällt, kann man von den Wachen gefangen werden. Card Thief ist komplexer als sein Vorgänger Card Crawl (den habe ich vor fast genau zwei Jahren ich an dieser Stelle besprochen). Das Spiel hat eine interessante Lernkurve: Wer so ein bisschen räubern will, kommt schon davon. Aber nur wer die Mechaniken des Spiels richtig versteht, kann zum Meisterdieb werden. Mein größtes Problem: Der Spielstand wird zwischen Smartphone und Tablet nicht abgespeichert. Sprich: Bei mir sind zwei Diebe parallel im Rennen. Die App soll nächsten Monat auch für Android erhältlich sein. Aber Vorsicht, außer den 1,99 Euro stiehlt euch Card Thief einen Haufen Zeit. Link zum Apple Store

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