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Frisch aus der Druckerei: Mai 2017

Es gab schon mal stärkere Monate als den vergangenen, was Comic-Neuerscheinungen angeht. Trotzdem ist auch im Mai die eine oder andere Perle zu finden. Hier kommt unser monatlicher Überblick, unter anderem mit neuen Micky-Maus-Interpretationen, der Rückkehr eines britischen Axtschwingers und einer Menge Panzer.

HIGHLIGHT DES MONATS

Seit es Émile Bravo im Jahr 2008 gelang, mit Porträt eines Helden als junger Tor der Spirou-Reihe seinen ganz persönlichen Stempel aufzudrücken, versucht man in Frankreich immer öfter, berühmte Comichelden mit namhaften Comicautoren und -zeichnern zusammenzubringen. Die Comics, die dabei entstehen, laufen dann nicht innerhalb der regulären Serien, sondern sind ausdrücklich als Besonderheiten zu verstehen, die gerne auch stilistisch vom Normalbetrieb abweichen. Zuletzt gelang das etwa Matthieu Bonhomme mit Lucky Luke oder Manu Larcenet mit Valerian und Veronique. Auf die gleiche Weise funktionieren auch die Micky-Maus-Alben aus dem Hause Glénat, die dort unter der Überschrift „Créations originales“ erscheinen und von denen nun gleich zwei auf Deutsch bei Egmont verfügbar sind: Mickey’s Craziest Adventures stammt von Autor Lewis Trondheim (Donjon u.v.a.) und Zeichner Nicolas Keramidas (Luuna) – im Stil einer Mockumentary präsentieren sie vermeintliche Fragmente eines Comicstrips mit Micky und Donald aus alter Zeit, die bislang als verschollen galten und nun der Öffentlichkeit präsentiert werden [frz. Leseprobe]. Für Eine geheimnisvolle Melodie hat sich der Schweizer Künstler Cosey (Jonathan) die Frage gestellt, wie Micky eigentlich seine Herzensdame Minnie kennengelernt hat [frz. Leseprobe]. In beiden Hardcover-Alben tritt Micky in jener klassisch-ikonografischen Form auf, wie man sie aus den alten Zeichentrickfilmen und Zeitungsstrips kennt: nur bekleidet mit roter Hose und Handschuhen.

EIGENPRODUKTIONEN

Neues von den „ABBA der Independent-Comics“ alias PonyXpress: Unter diesem Namen veröffentlichte ein Quartett, bestehend aus Ans de Bruin, Sarah Burrini, Frank „Spong“ Plein und Andreas Eikenroth zwischen 2007 und 2010 vier Comic-Anthologien. Nun erschien unter dem Dach der Edition 52 eine neue Kurzgeschichtensammlung mit dem Titel Seemannsgarn. Sarah Burrini ist diesmal nicht dabei, dafür bekommen die Ponys Unterstützung von Laska Comix und Fil.

Als Spin-Off des Fantasy-Mangas Fable Clash legt Reyhan Yildirim beim Verlag Pyramond den Band Fable Clash! Days vor. Ging es im ersten Band um einen Jungen, der davon überzeugt ist, dass in unserer Welt Drachen leben, wird nun aus der Sicht eben jener Drachen erzählt. [Leseprobe]

Comiczeichner Johannes Lott, soeben für zwei Kurzgeschichten mit einem ICOM Independent Comicpreis ausgezeichnet, legt beim Jaja Verlag ein Bilderbuch für Kinder vor: In Der Nachtrugeler adaptiert er eine alte Sage aus seiner Heimat, dem Allgäu, als hübsch illustrierte „Gutenacht-Gruselgeschichte“. [Leseprobe]

EUROPÄISCH

Grönland Vertigo (Avant-Verlag) verfolgt einen Comiczeichner, der sich auf einem Expeditionsschiff in Richtung Grönland aufhält; eine Reise, von der er sich neue Inspiration verspricht. Doch die Mitreisenden und der Sponsor der Unternehmung sorgen nicht gerade für eine entspannte Fahrt. Der Comic, der zuweilen stilistisch auffällig an die Arbeiten Hergés erinnert, stammt vom Franzosen Hervé Tanquerelle (Die Diebe von Karthago, Professor Bell). [Leseprobe]

Der unüberschaubare Konflikt in Syrien ist seit einigen Jahren ein trauriges Dauerthema. Diesen ein Stück weit aus erster Hand zu ergründen, hat sich der italienische Zeichner Zerocalcare zur Aufgabe gemacht, der in seinem Heimatland zu den Bestseller-Künstlern zählt. Mit Zeichenstiften bewaffnet, reiste er in die kurdisch besetzte Stadt Kobane, die als Hochburg des Widerstands gegen den IS gilt. Die gezeichneten Reportagen des Italieners mündeten schließlich in den Comicband Kobane Calling (Avant-Verlag). [Leseprobe]

Der in Tunesien geborene Zeichner Néjib hat in Frankreich schon einige Comics veröffentlicht. Das von der Kritik sehr gelobte Stupor Mundi – Das Staunen der Welt ist nun der erste, der auch nach Deutschland kommt (bei Schreiber & Leser). Néjib erzählt darin von einem Gelehrten aus Bagdad, der im 13. Jahrhundert von Friedrich dem Staufer in das berühmte Castel del Monte berufen wird, wo der König herausragende Denker aus aller Welt versammelte. Seine Hauptfigur hat der Autor nach eigener Aussage als „Mischung aus Iznogud und Zlatan Ibrahimovic“ angelegt. [Leseprobe]

Das Album Blume einer neuen Welt (Erko) spielt im Jahre 1541 und erzählt von einem spanischen Conquistador, der in der Neuen Welt seine Frau aus den Händen der Eingeborenen zu befreien versucht. Die vom spanischen Künstler Alfonso Font gestaltete Geschichte wurde von Enrique Sánchez Abulí getextet, den man am besten als Autor des Krimicomics Torpedo kennt. [Leseprobe]

Die „mythische Historienserie“ Die Wege von Malefosse von Daniel Bardet und François Dermaut gibt es in Frankreich seit 1983 und kommt inzwischen auf 22 Alben, die sich um die Erlebnisse zweier deutscher Söldner in den Hugenottenkriegen (1562-1598) drehen. Der All Verlag startet nun eine deutschsprachige Gesamtausgabe, die insgesamt acht Bände umfassen wird. [Leseprobe]

Game Over ist der Titel eines Funnycomics, der in meist wortlosen Onepagern die erheiternden Versuche eines Helden zeigt, der sich durch unterschiedliche Level eines Videospiels kämpft. Die Reihe, die es in Frankreich seit 2004 schon auf 15 Ausgaben gebracht hat, stammt vom belgischen Zeichner Midam (Kid Paddle) und wird nun vom Carlsen Verlag nach Deutschland gebracht. [franz. Leseprobe]

Paninis neue Albenreihe erzählt von einer jungen, mit ihrem Job hadernden Schweinsdame. Das ist nicht weiter ungewöhnlich, spielt Contronatura doch in einer Welt voller unterschiedlichster anthropomorpher Tiere. Text und Zeichnungen dazu stammen von der Italienerin Mirka Andolfo, die bereits sowohl für Marvel als auch für DC gearbeitet hat und stilistisch in eine ähnliche Richtung geht wie die ebenfalls aus Italien stammende Reihe Sky Doll. [Leseprobe]

Gemeinsam mit dem Zeichner Morgann Tanco adaptieren die Szenaristen Serge Scotto und Èric Stoffel die Kindheitserinnerungen des französischen Schriftstellers Marcel Pagnol. Der ist bis heute berühmt für seine Schilderung der südfranzösischen Provinz. Im Comicalbum Marcel Pagnol – Der Ruhm meines Vaters (Splitter-Verlag) darf man diese nun auch in illustrierter Form goutieren. [Leseprobe]

Vom Kreativteam der Comicreihe Die Schiffbrüchigen von Ythaq, Christophe Arleston und Adrien Floch, kommt eine neue Fantasyserie: Sangre (Splitter-Verlag) erzählt von einem Waisenmädchen mit besonderen Fähigkeiten, das auf einem entfernten Planeten lebt. Die Eltern von Piraten ermordet, ist Sangre schließlich auf Rache aus. [Leseprobe]

Jeder kennt die häufig adaptierten Geschichten des englischen Science-Fiction-Pioniers H.G.Wells. Im Splitter-Verlag erscheint nun eine sechsteilige Comicreihe, in der einige seiner bekanntesten Werke von Autor Dobbs (Scotland Yard) neu erzählt werden. Den Anfang macht Die Zeitmaschine, grafisch aufbereit von Zeichner Mathieu Moreau (Nibiru). Der Krieg der Welten, Die Insel des Dr. Moreau und Der Unsichtbare sollen folgen. [Leseprobe]

In der Egmont Comic Collection startet die Entenhausener Weltbibliothek, in der Parodien bzw. Hommagen berühmter literarischer Werke versammelt sind, in denen Donald Duck und Co. die Darsteller mimen. Der jetzt veröffentlichte erste Band der Reihe dreht sich ausschließlich um deutsche Klassiker wie die Geschichten um Siegfried, Wilhelm Tell oder Baron von Münchhausen. Im Frühjahr 2018 wird dann der zweite Band folgen, der französische Werke thematisiert.

Ebenso an die klassische Literatur angelehnt ist der von Egmont publizierte Disney-Band Mit 80 Talern um die Welt. Darin dürfen die Bewohner Entenhausens wilde Abenteuer nach der Vorlage von Jules Verne erleben.

Hommage zum Dritten (wenn auch in anderer Form): Nach Matthieu Bonhommes „Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ erscheint mit „Jolly Jumper antwortet nicht“ der zweite Hommage-Band zum legendären Westen-Funny. Für den zeichnet der Franzose Guillaume Bouzard verantwortlich, der Lucky Luke als spaßigen, karikierenden Comic interpretiert. [franz. Leseprobe]

Der neu gegründete Dantes Verlag hat sich zum Start zwei Serien vorgenommen, die in Deutschland schon mehrere Anläufe, aber nie einen wirklich durchschlagenden Erfolg hatten. Neben der US-Reihe Usagi Yojimbo (siehe Frisch aus der Druckerei 1/17) ist das der britische Fantasycomic Sláine. Die Barbaren-Story im Stile von Conan entwickelte Autor Pat Mills 1983 für das Magazin 2000 AD, zu dessen Aushängeschildern sie (neben Judge Dredd) bis heute gehört. Bei Dantes sollen die Abenteuer des keltischen Kraftprotzes erstmals in chronologischer Reihenfolge erscheinen, man beginnt also mit den frühesten Stories, die von Massimo Belardinelli, Angie Kincaid und Mike McMahon gezeichnet wurden. [Leseprobe]

Bei Comicplus+ schickt man eine weitere, früher bereits beim gleichen Verlag beheimatete Comicserie in eine Gesamtausgabe. Der Thriller Agent Alpha von Juri Schigunov, Pascal Renard und Mythic wird zunächst in vier Sammelbänden erscheinen (der erste enthält die Alben 1-3) inkl. einer in Deutschland bislang unbekannten Story. Danach soll über eine mögliche Fortsetzung mit einem weiteren Zyklus entschieden werden. [Leseprobe]

Auch Finix Comics traut sich erneut an ein längerfristiges Projekt und belebt den klassischen belgischen Historiencomic Jugurtha wieder. Die Serie, geschrieben von Jean Luc Vernal, erzählt die wahre Geschichte des numidischen Königs Jugurtha, der in der vorchristlichen Antike lebte. Die durch Legenden und Überlieferungen angereicherte Abenteuererzählung wurde von zwei Schwergewichten unter den europäischen Zeichnern umgesetzt: Hermann und Franz. Bei Finix wird die Reihe in den fünf Bänden der Jugurtha Gesamtausgabe erstmals komplett in deutscher Übersetzung erscheinen, wobei sich die ersten vier an den französischen Integralen orientieren und Band 5 das für sich allein stehende, abschließende Album beinhalten wird, welches von einem anderen Lizenzgeber stammt. [Leseprobe]

Beim Avant-Verlag hat man in jüngerer Vergangenheit klassische europäische Genrecomics für sich entdeckt. In diese Kategorie fällt auch Jean-Pierre Gourmelens Westernreihe Mac Coy aus den 70er Jahren, deren Titelheld ein Konförderiertenoffizier ist. Die vom Spanier Antonio Hernández Palacios gezeichneten Geschichten erscheinen nun erstmals in einer vollständigen Gesamtausgabe in deutscher Übersetzung. [Leseprobe]

AMERIKANISCH

Vor einiger Zeit wurde Tony Stark dank eines Zaubers noch arroganter und selbstgefälliger als er es ohnehin schon ist und versuchte, mit einer von ihm entwickelten Extremis-App die Bevölkerung zu erobern. Diese Storyline in der regulären Iron Man-Reihe leitete damals in die neunteilige Serie Superior Iron Man von Autor Tom Taylor und den Zeichnern Laura Braga und Felipe Watanabe. Panini bringt diese nun mit etwas Verzögerung komplett in einem Einzelband. Der Verlag hat sich für die etwas ungelenk klingende Übersetzung Der überragende Iron Man entschieden. Eigentlich unnötig, haben doch bei Panini schon seit Längerem englische Adjektive wie „Amazing“, „Uncanny“ oder „Mighty“ Einzug in die Seriennamen gehalten. [US-Preview]

Passend zum neuen DC-Kinofilm präsentiert Panini mit dem Band Wonder Woman: Das erste Jahr eine Neuinterpretation ihrer Origin-Geschichte. Die entstammt eigentlich der regulär laufenden „Rebirth“-Reihe der Amazonenprinzessin, weshalb auch hier Stammautor Greg Rucka für die Texte verantwortlich zeichnet. Für die Bilder sorgen indes Nicola Scott (Black Magick) sowie Bilquis Evely. [Leseprobe]

Bereits seinen fünften Danger Girl-Band legt Dani Books mit dem Comic „Mayday“ vor, der wieder eine für sich stehende Erzählung um das weibliche Agententeam präsentiert. Auch diese Miniserie entstammt dem Kopf von Autor Andy Hartnell, der seit einigen Jahren regelmäßig die Danger Girl-Geschichten schreibt. Danger Girl: Mayday, mit Zeichnungen von John Royle (einem der Kreativen von „Trinity“) dreht sich um die Rückkehr der lange totgeglaubten Natalia Kassle. [Leseprobe]

Lange her ist es, dass es die kultigen Ghostbusters mal in einen deutschsprachigen Comic geschafft haben. Jetzt hat sich Dani Books auf die Geisterjäger eingelassen und publiziert gleich mal einen höchst interessanten Einzelband: Ghostbusters/Teenage Mutant Ninja Turtles verspricht ein launiges Crossover mit den popkulturell nicht weniger bedeutsamen Ninja-Schildkröten. Die verschlägt es in eine Parallelwelt voller Geister, in der – natürlich – die Ghostbusters existieren. Ausgedacht haben sich das Ganze Eric Burnham und Tom Waltz, die cartoonigen Zeichnungen stammen von Dan Schoening. [Leseprobe, CG-Rezension]

Das Videospiel World of Tanks, bei dem sich diverse Panzerdivisionen gegenüberstehen, ist ein beachtlicher Erfolg. Deshalb hat Dark Horse dazu eine Comicserie ins Programm genommen. Eine Steilvorlage für Autor Garth Ennis (Preacher, Punisher) in dessen Arbeiten Kriegs- und Soldatengeschichten ohnehin ein wiederkehrendes Thema sind. Bei World of Tanks: Roll out (Panini), das von einer britischen Panzereinheit erzählt, die während des Zweiten Weltkrieges in das besetzte Frankreich vorrückt, darf Ennis auch erneut mit dem spanischen Zeichner Carlos Ezquerra (Judge Dredd, Just a Pilgrim) zusammenarbeiten. Zur deutschen Ausgabe des Comics gibt es zusätzlich eine „Panzer-Edition“, eine Variantcover-Ausgabe, der ein kleines Panzermodell beiliegt. [US-Preview]

Beim Verlag ilovecomics, der in kleinen Auflagen alte Perlen aus dem Golden Age der amerikanischen Comics nachdruckt, startete die Reihe Fremde Welten mit Science-Fiction-Kurzgeschichten aus den 1940er/50er Jahren. Unter den im ersten Heft vertretenen Zeichnern finden sich klangvolle Namen wie Wally Wood, Joe Orlando oder Al Williamson.

Panini legt einen weiteren fetten Sammelband mit Comics aus dem MAD-Magazin auf: MADs Meisterwerke: Filme und TV-Serien versammelt die besten Parodien zu Filmen und Serien, sowohl aus dem amerikanischen als auch aus den deutschen Heften. Und das in chronologischer Reihenfolge.

ASIATISCH

Touki Yanagimi, Youhei Yasumura und Kippu erzählen in ihrer Reihe Anti Magic Academy – Test-Trupp 35 (Panini Manga) von einer Lehranstalt, an der junge Menschen zu Hexenjägern ausgebildet werden. Wie beim Militär sind die Rekruten auch hier in spezifische Einheiten aufgeteilt. Der titelgebende Trupp 35 ist diesbezüglich eher das Sammelbecken für die am wenigsten fähigen Schüler. [Leseprobe]

Auf die Idee muss man erst einmal kommen: Die Manga-Serie Girls und Panzer (Egmont Manga) des Kreativteams Ryohichi Saitaniya und Seisaku Iinkai spielt in einer Welt, in der Mädchen sich in waschechte Panzer setzen. Der Grund dafür? Das Fahren der Metallkolosse ist hier ein ganz normales Schulfach. In Japan ist die Reihe, die das deutsche Wort „Panzer“ übrigens auch im japanischen (Gāruzu ando Pantsā) sowie im englischen Titel trägt, ein großer Hit, auch als Animeserie und als Kinofilm.

Für Leser der Zombiegeschichte I am a Hero von Kengo Hanazawa gibt es noch eine Zugabe: Denn der Eizelband I am a Hero in Osaka (Carlsen Manga), von Hanazawa erdacht und von Yuuki Honda umgesetzt, spielt in der gleichen Welt wie die Hauptserie. Allerdings wird diesmal der Ausbruch der Seuche an einem Flughafen in Osaka thematisiert.

Auch die aufs weibliche Publikum ausgerichtete Fantasy-Serie Vampire Knight erhält einen Nachschlag. Die Nachfolgereihe Vampire Knight – Memories (Carlsen Manga) wird erneut von der Japanerin Matsuri Hino inszeniert.

Von Makoto Kedouin und Mika Orie kommt ein weiterer Spin-Off zum Horror-Manga Corpse Party: Corpse Party – Book of Shadows (Egmont Manga) basiert auf dem zweiten Videospiel zum Franchise und wird drei Bände umfassen.

Ebenfalls eine Videospieladaption ist die Reihe Danganronpa – The Animation (Egmont Manga). Die Story erzählt von Eliteschülern, die sich, angestiftet von einem ferngesteuerten Teddybären, ihr Überleben sichern, indem sie die anderen umbringen. Die Mangaversion von Spike Chunsoft und Takashi Tsukimi bezieht sich im Titel auf die Animeserie zum Mysterythriller gleichen Namens.

Ban Zarbos Shonen-Manga Kamo – Pakt mit der Geisterwelt (Tokyopop) handelt von einem herzkranken Jungen, der nicht mehr lange zu leben hat. Kurz vor seinem Tod erscheint ihm ein Geist, der ihm ein neues Herz verspricht. Als Gegenleistung soll er ihm helfen, zwölf spezielle Geister zu besiegen. [Leseprobe]

Von einer Dämonin, die die Nähe zur Menschenwelt sucht, erzählt die zweibändige Reihe Demon Chic x Hack (Tokyopop). Der Shojo-Manga stammt aus der Feder von Arina Tanemura.

Um ein geheimnisumwittertes Mädchen, das in einem von Rosen umgebenen Haus lebt, geht es in Megumi Morinos Romance-Reihe Guten Morgen, Dornröschen! (Egmont Manga).

Neue Boys-Love-Bände gibt es von Egmont Manga, nämlich die Titel Cocktails im Bett  und Cocktails im Bett – Blue Moon von Aoi Hashimoto und Love Observation von Ryo Takagi. Außerdem legt Kazé Manga den Boys-Love-Manga Mehr als nur Freunde von Yuo Yodogawa vor.

SEKUNDÄRLITERATUR

Der seit den 1950er Jahren bestehende Carlsen Verlag brachte 1967 mit Tim und Struppi seine ersten Comics in die Buchhandlungen und wurde in den folgenden Jahrzehnten zu einem der wichtigsten deutschen Comicverlage. Somit feiert man dieses Jahr „50 Jahre Carlsen Comics“. Die aktuelle, 66. Ausgabe der Fachzeitschrift Reddition beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit diesem Jubiläum. Im Heft werden die Geschichte des Verlages und dessen Publikationen ausführlich aufbereitet, Interviews mit früheren Verantwortlichen und Künstlern geführt sowie zeitgeschichtliche Dokumente präsentiert. Nett verpackt ist das ausschweifende Dossier übrigens auch noch. Denn das exklusive Cover des Magazins wurde extra von Flix für die Reddition angefertigt. [Leseprobe]

In seiner Reihe „Comiqheft“ veröffentlicht der Ch.A. Bachmann Verlag kürzere comicwissenschaftliche Aufsätze in Form kleinformatiger Hefte. Das neueste stammt von Hans Kruschwitz und heißt Utopische Sehnsucht nach Angst. Der Literaturwissenschaftler zieht darin eine Linie von Thomas Morus‘ Werk Utopia aus dem Jahr 1516 zu Alan Moores Comicklassiker Watchmen. Beide spielen laut Kruschwitz in utopischen Gesellschaften, die auf einem Fundament der Angst begründet sind.