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Die große Macht des kleinen Schninkel

Auf dem Planeten Daar herrscht schon seit jeher ein endloser Krieg. Drei sogenannte „Unsterbliche“, Barr-Find Schwarzhand, Jargoth der Wohlduftende und Zembria die Zyklopin, führen gigantische Heere von Sklavenvölkern an, die sich gegenseitig bekriegen. Doch eines Tages erscheint dem kleinen Schninkel J’On der Schöpfer aller Welten am Firmament. Dieser sieht aus wie ein schwarzer Quader und beauftragt den Auserwählten mit der Mission, Daar zu befrieden. Andernfalls wird die Existenz aller Lebewesen des Planeten ausgelöscht. J’On, vom Schöpfer vermeintlich mit übersinnlicher Macht gesegnet, beginnt also etwas unfreiwillig seine Quest und muss es unbedingt schaffen, die drei Unsterblichen vom Krieg abzuhalten.

Ash

Der französische Zweiteiler Ash wird in dem beliebten Splitter-Double-Format veröffentlicht, ist also hierzulande in einem Band komplett zu goutieren. Schlägt man die ersten Seiten auf, ist man etwas überrascht, denn die Panels sind recht groß und sehr flächig gestaltet. Von der Größe her wären sie also dafür prädestiniert gewesen, besonders viele Details unterzubringen. Aber leider wird das nicht ausgenutzt. Ash hat von Beginn an einen leicht sterilen Charakter. Zudem zeigen die Figuren einen deutlichen Einfluss von Manga, gerade in der Gestaltung der Physiognomie, was an sich nicht zu kritisieren ist, aber nicht mit der klassisch franko-belgischen Umgebung harmonieren will. Diese Diskrepanz zieht sich durch den ganzen Band und vermag nicht sonderlich zu überzeugen; obwohl alles grundsolide umgesetzt ist, wirkt es kalt und allzu kalkuliert.

Weißer Schatten

Man sollte sich vom Cover mit der gehörnten Kreatur nicht täuschen lassen: Der abgeschlossene Doppelband Weißer Schatten von den französischen Kreativen Antoine Ozanam (Burn Out) und Antoine Carrion lässt sich nicht dem klassischen Fantasygenre zuordnen, welches sich aus Drachen, Orks oder sonstigem übersinnlichen Firlefanz speist. Der Comic ist vielmehr vergleichbar mit einem Ränkespiel a la Game of Thrones. Zuweilen erinnert er sogar frappierend an George R. R. Martins Schöpfung.

Sequana

Die Pariser Jahrhundertflut von 1910 bildet das Hintergrundszenario für Léo Henrys und Stéphane Pergers ambitionierten Comic Sequana, der als BD-Dreiteiler zwischen 2007 und 2008 in Frankreich erschien. Auf knapp 150 Seiten entwerfen die beiden in einer komplexen Geschichte und mittels beeindruckender Zeichnungen ein Sittengemälde Frankreichs wenige Jahre vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs. Dass der Comic doch noch in Deutschland erscheint, ist – das sei vorweggenommen – ein Glücksfall.

Charly 9

Charly 9 von Richard Guérineau ist kein Originalstoff, sondern eine Adaption des gleichnamigen Romans von Jean Teulé. Dieser wiederum beruht auf der wahren Geschichte des französischen Königs Charles IX. Dieser Herrscher auf dem Lilienthron hat traurige Berühmtheit erlangt, weil unter seiner Ägide die berüchtigte Bartholomäusnacht stattfand.

Hans Gesamtausgabe 1

Mit der Gesamtausgabe des Sci-Fi-Comics Hans hat der Splitter Verlag eine verschüttete Arbeit des polnischen Zeichners Grzegorz Rosinski aus den 80er Jahren wieder ans Tageslicht befördert. Neben Rosinskis stärker beachteten Werken wie Thorgal, Die große Macht des kleinen Schninkel oder Das verlorene Land stand die Serie doch immer etwas im Schatten.