Fratelli
Der italienische Autor und Zeichner Alessandro Tota hat Fratelli bereits 2011 veröffentlicht. Nun erst erscheint es auch in Deutschland.
Der italienische Autor und Zeichner Alessandro Tota hat Fratelli bereits 2011 veröffentlicht. Nun erst erscheint es auch in Deutschland.
Man nehme den Bestseller-Hunger von Erfolgsautor Sebastian Fitzek und die Comic-Expertise des Münchner Zeichners Frank Schmolke und lasse 200 Seiten köcheln. Ist dieses Rezept einer Comic-Adaption des Psycho-Thrillers Der Augensammler überzeugend?
Maus Maki und Kater Adagio teilen sich mit weiteren Tieren ein Comicatelier im tiefsten Berlin. Nach Auseinandersetzungen um eine Mieterhöhung über 300 Prozent bricht Maki tot zusammen. Während Makis Geist durch traumatische Erinnerungen fliegt und Adagio auf einer Odyssee durch die obdachlose Stadt begleitet, verfestigt sich ein grauenvoller Verdacht: war es Mord?
Man kann die offenen Grenzen bestaunen oder die sich den Flüchtlingen verschließende „Fortress Europe“ beklagen. Die Mauer treibt die Phantasie eines verbarrikadierten Europa auf die Spitze.
Treffen sich eine väterliche Kaffeemaschine, ein weiblicher Cyborg und ein von Arien besessener Altherren-Potentat in einer Retro-Zukunft. Was wie ein schlechter Witz klingt, erzählen Berberian und Beltran in Nathanaëlle als Steampunk-Dystopie.
„Mr Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ ist wohl der unvermeidlichste Satz, wenn man sich mit Hitchcock beschäftigt. François Truffaut stellte diese Frage in den 1960er Jahren mehrmals seinem Idol und machte ein ganzes Buch daraus. Jenes „Interview, das François Truffaut in seiner devoten ‚Herr Lehrer, ich weiß was‘-Attitüde mit dem Regiesseur geführt hat“, schreibt der Filmkritiker Ulrich von Berg überzogen boshaft, aber nicht völlig verkehrt, im Hitchcock gewidmeten Bertz-Filmbuch von 1999. Einerseits sollte man von Berg auf den Mond schießen, da er seine Hitchcock-Häme gerade über Torn Curtain (dt. Titel Zerrissener Vorhang) ausgießt, einen Film, den ich trotz seiner offensichtlichen Defizite liebe. Auf der anderen Seite aber liegt von Berg goldrichtig: Man kann die Verehrung von Hitchcock guten Gewissens ablehnen.