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Die Drei Musketiere, Lady Winter und der Henker von Lille – Was Comicadaptionen können

Egal ob im Gewand eines Jugendcomics, Serial Fiction, literarischer Dekonstruktion oder Pornografie: Die Drei Musketiere von Alexandre Dumas haben schon in vielen Erscheinungsformen den Weg in den Comic gefunden. Im folgenden Aufsatz sollen die interessantestesten Adaptionen vorgestellt werden, mit dabei unter anderem die Künstler und Szenaristen Helmut Nickel, Roy Thomas, Hugo Petrus, Nicolas Juncker, Mancini, Jean-David Morvan, Rubén, Dufranne, Malcolm Kildale, George Evans, Brice Goepfert, Patrick Cothias und Jean-Michel Charlier.

Währenddessen… (KW 45)

Christian: Herbst ist Klassikerzeit. Seit zwei Wochen lese ich mit großem Vergnügen Die Drei Musketiere von Alexandre Dumas. Schon nach den ersten Seiten fühlte ich mich an Jean Michel Charlier erinnert, der über seine Serie Barbe Rouge (Der Rote Korsar) mal sagte, er wollte damals einen Comic in der Erzähltradition von Dumas schreiben. Das ist ihm in der Tat gelungen. Jean Michel Charliers Erzählungen sind Dumas‘ Musketieren näher als die meisten Comic-Adaptionen dieses Klassikers. Diese Adaptionen (Classics Illustrated, Helmut Nickels Serie etc.) mögen werkgetreue Adaptionen sein, teils sehr gute (Nickel); die Art und Weise hingegen, wie Charlier seine Figuren charakterisiert ist zwar weniger nah an Dumas‘ Plots, aber umso näher an dessen Erzählhaltung. Chaliers Musketiere sind die gleichen Raufbolde und Tunichtgute wie Dumas‘ Figuren. Im Kampf mögen sie die Besten und Mutigsten sein, im Frieden wissen sie aber nicht so recht was anzufangen mit ihrer Energie (vgl. CG-Aufsatz über Charlier). Wer kennt nicht die legendäre Einführung der Figur d’Artagnan, der sich am selben Tag zuerst mit Athos, eine Stunde später mit Porthos, noch eine Stunde …