Alle Artikel mit dem Schlagwort: fantastisch (9-10 Punkte)

Dickie

Dickie, das ist eigentlich so ein richtiger Normalo. Ein rundlicher Typ mit wenig verbliebenen Haaren und von der Persönlichkeit her etwas einfältig. Nicht gerade der klassische Typus eines Comicheroen. Und doch erlebt dieses putzige Männlein, zu Beginn von seinem Schöpfer Pieter de Poortere noch als Durchschnittsbauer charakterisiert, die tollsten Abenteuer. Leider fast ausnahmslos mit negativen Wendungen. Tragisch für Dickie, höchst amüsant für den Leser.

Wytches 1

Knarrende Türen oder aus dem Bauch quellende Gedärme? Gothic Horror oder hammerharter Splatter? Oder anders gefragt: was macht eigentlich guten Horror aus? Bekommen die einen bei knarzenden Holztreppen und Geisterspuk immer wieder eine kribbelnde Kopfhaut, lässt andere das wiederum kalt und sie suchen den kurzfristigen Schock des Splatters. Natürlich gibt es bei beiden Unterarten des Horrors herausragende Beispiele wie auch enorm viel Schlechtes. Doch wenn man sich einmal überlegt, welche Horrorfilme oder -comics einen noch lange beschäftigt haben, sind es doch meist solche, die neben dem offensichtlichen Schrecken ein tiefes Unbehagen ausgelöst haben. Abseits der schrecklichen Bilder muss es also noch etwas anderes geben, was einen tief berührt.

Love and Rockets – Der Tod von Speedy/Liebe und Versagen

Eigentlich war Maggie Chascarillos Jugend eine einzige Tragödie: Nicht nur, dass sie miterleben musste, wie ihr Vater mit seiner Sekretärin fremdging, hinterher wurde sie auch noch von ihrer Mutter persönlich für das Auseinanderbrechen ihrer Ehe verantwortlich gemacht – weil sie’s weitererzählt hat. Nach der Scheidung wurde Maggie von ihrer Mutter, die ein weiteres Kind erwartete, verlassen, so dass sich ihre Tante Vicki Glori, eine Wrestlerin mit psychopathischen Tendenzen, ihrer annahm. Nebenbei entdeckte Maggie aber auch ihre Begabung, Autos zu reparieren und fand Anschluss in der örtlichen Punkszene. Sie verliebte sich in die durchgeknallte Hopey und beide wohnten fortan in lockerer Konstellation bei der deutlich älteren Izzy, die ebenfalls einige dunkle Punkte in ihrer Biografie hat.

Die Verwerfung

Das angeblich so finstere Mittelalter soll so finster nicht gewesen sein. Vieles spricht dafür, dass erst die Neuzeit ab 1500 den Rahmen für die tatsächlich großen Verwerfungen und Katastrophen bilden konnte. Eine der größten Katastrophen in Europa war dabei sicherlich der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, der Zeitraum, in dem Lukas Kummer seine düstere Kriegserzählung Die Verwerfung spielen lässt.