Alle Artikel mit dem Schlagwort: Adaption

Der leuchtende Trapezoeder

Mit Der leuchtende Trapezoeder von Gou Tanabe legt Carlsen einen weiteren, in sich abgeschlossenen Band in einer ganzen Reihe von Lovecraft-Adaptionen dieses Künstlers vor. Zwei verstörende Erzählungen lang erfahren wir durch präzise unscharfe Bilder und langsame,  folgerichtige Schocks, was in den Tiefen des Meeres oder unter einer alten Kirche vor sich hindämmert.

Die Drei Musketiere, Lady Winter und der Henker von Lille – Was Comicadaptionen können

Egal ob im Gewand eines Jugendcomics, Serial Fiction, literarischer Dekonstruktion oder Pornografie: Die Drei Musketiere von Alexandre Dumas haben schon in vielen Erscheinungsformen den Weg in den Comic gefunden. Im folgenden Aufsatz sollen die interessantestesten Adaptionen vorgestellt werden, mit dabei unter anderem die Künstler und Szenaristen Helmut Nickel, Roy Thomas, Hugo Petrus, Nicolas Juncker, Mancini, Jean-David Morvan, Rubén, Dufranne, Malcolm Kildale, George Evans, Brice Goepfert, Patrick Cothias und Jean-Michel Charlier.

Hexen hexen

Hexen, sagt die Großmutter zu ihrem Enkel, gibt es in allen Ecken der Welt. Sie sind ganz normal angezogen und haben Freunde und normale Berufe, weshalb sie nur schwer zu erkennen sind. Was sie alle gemeinsam haben, ist ihr abgrundtiefer Hass auf Kinder. Man erkennt Hexen an ihren Händen, denn sie haben Krallen und krumme Finger, weswegen sie immer Handschuhe tragen. Außerdem sind Hexen kahl und tragen daher stets Perücke. Das Jucken auf der Kopfhaut treibt sie in den Wahnsinn. Ihre Nasenlöcher sind gewellt, damit sie Kinder besonders gut riechen können. Eine Hexe denkt nur an das eine: Möglichst viele Kinder verschwinden zu lassen, auszulöschen und zu zermalmen. Hexen nehmen immer die Gestalt einer Frau an. Das ist eben so. Vampire und Werwölfe sehen aus wie Männer. Hexen sehen aus wie Frauen.

Woyzeck

„Auf die Straß‘ gepisst!“ – hallt es noch immer in meinen Ohren nach, wenn ich an den ersten Kontakt mit Woyzeck denke. Damals, ich bestritt gerade mein Schulpraktikum am Schauspielhaus Hannover, führte niemand geringeres als Johann Kresnik Regie, jenes Enfant Terrible, das zuletzt wegen seines rauen Umgangstons in der Kritik stand (damals jedoch gefeiert wurde) und vor kurzem leider von uns ging. Als Erstkontakt mit dem ohnehin sehr direkten Stück sicher prägend. Allen folgenden Inszenierungen, selbst der überaus gelungenen und ähnlich in der Kritik stehenden 2012er Fassung, deren Vergewaltigungsszene einige Schüler angeblich nachhaltig traumatisierte (einige Jahre später saßen diese Schüler ausgerechnet in einem von mir geleiteten Büchner-Seminar und gaben zu Protokoll, vor allem die Eltern seien hier Ursprung des Tugendfurors gewesen – man kennt das) – oder jener Inszenierung mit der Musik von Tom Waits, gelang es nicht, eine ähnlich erdrückende Stimmung zu erzeugen. Um es mit den Worten der Theaterkollegen zu sagen: „Gäbe es eine Pause – die Zuschauer würden nicht in den Saal zurückkehren. Nun macht sich Andreas Eikenroth, nicht nur Comiczeichner, sondern …