Autor: Jons Marek Schiemann

Sherlock Holmes – Crime Alleys

Meisterdetektiv Sherlock Holmes hatte schon mannigfaltige Einsätze, die weit über jene von seinem Erfinder Sir Arthur Conan Doyle erdachten hinausführten. Bis in die Mitte der 1950er Jahre war fast die Hälfte der englischen Bevölkerung davon überzeugt, dass Sherlock Holmes wirklich gelebt hat, knapp 30 Prozent waren gar der Meinung, dass Holmes immer noch lebt. Bis vor einigen Jahren noch kamen Briefe und Postkarten in die Londoner Baker Street, um Holmes um Hilfe zu bitten. Und das, obwohl die Hausnummer 221B dort gar nicht existiert.

Ash

Der französische Zweiteiler Ash wird in dem beliebten Splitter-Double-Format veröffentlicht, ist also hierzulande in einem Band komplett zu goutieren. Schlägt man die ersten Seiten auf, ist man etwas überrascht, denn die Panels sind recht groß und sehr flächig gestaltet. Von der Größe her wären sie also dafür prädestiniert gewesen, besonders viele Details unterzubringen. Aber leider wird das nicht ausgenutzt. Ash hat von Beginn an einen leicht sterilen Charakter. Zudem zeigen die Figuren einen deutlichen Einfluss von Manga, gerade in der Gestaltung der Physiognomie, was an sich nicht zu kritisieren ist, aber nicht mit der klassisch franko-belgischen Umgebung harmonieren will. Diese Diskrepanz zieht sich durch den ganzen Band und vermag nicht sonderlich zu überzeugen; obwohl alles grundsolide umgesetzt ist, wirkt es kalt und allzu kalkuliert.

Humboldts letzte Reise

Schulen und Straßen, die den Namen „Humboldt“ tragen, gibt es in Deutschland zuhauf. Angesichts eines permanent postulierten Bildungsnotstandes fragt man sich jedoch, ob die Personen hinter diesem Namen überhaupt noch im öffentlichen Bewusstsein präsent sind. Oder assoziiert man mit ihm nur noch Orte?  Wie so oft droht die steinerne Last der Gebäude und Straßen die historisch real existenten Namensgeber – die Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt – zu erdrücken.

Charly 9

Charly 9 von Richard Guérineau ist kein Originalstoff, sondern eine Adaption des gleichnamigen Romans von Jean Teulé. Dieser wiederum beruht auf der wahren Geschichte des französischen Königs Charles IX. Dieser Herrscher auf dem Lilienthron hat traurige Berühmtheit erlangt, weil unter seiner Ägide die berüchtigte Bartholomäusnacht stattfand.