Alle Artikel in: Rezensionen

Lichtung

Das Beste ist das Licht: Sorgsamst inszenierte weiße Kleckse und Sprenkel, Kegel und Flure reißen hell die gedämpften blaugrünen Bilder auf. Das Zweitbeste sind die unheilvollen Landschaften: aus gekratzten und geschabten Papierstücken zusammencollagierte Wälder, Berge und Kreidefelsen, so anheimelnd wie abweisend, die mit staksigen Hochhäusern kontrastieren.

Am liebsten mag ich Monster

Manchmal ist die Entstehungsgeschichte eines Comics fast erstaunlicher und spannender als dessen Inhalt. Für Emil Ferris‘ Monumentalwerk Am liebsten mag ich Monster trifft dies in jedem Fall zu. Es ist das Comicdebüt der 56-jährigen Künstlerin, erschaffen in einer Periode von gut zehn Jahren, konsequent vorangetrieben trotz zeitweiliger Obdachlosigkeit und krankheitsbedingter Lähmung. Nachdem das erste über 400 Seiten starke Buch endlich veröffentlicht werden konnte, wurde es prompt mit u.a. drei Eisner-Awards bedacht. Diese Umstände machen Am liebsten mag ich Monster zu einem noch größeren Phänomen, als es auf Basis der Lektüre ohnehin schon ist.