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Frisch aus der Druckerei: November 2017

Wer es bis November nicht in die Regale geschafft hat, wird beim Weihnachtsgeschäft wohl keine Rolle mehr spielen. Kein Wunder also, dass im vergangenen Monat, auf dessen Comic-Novitäten wir hier zurückblicken, nicht nur ein paar weihnachtliche Titel dabei sind, sondern auch einige, die sich besonders gut als Geschenk eignen.

HIGHLIGHT DES MONATS

Die Serie Kill or be Killed (Splitter-Verlag) ist ein düsterer Thriller, der sich um einen jungen Mann dreht, der Menschen ermordet, die es in seinen Augen verdient haben. Was sich wie die Prämisse des Punishers anhört, ist auf den zweiten Blick aber doch etwas komplexer. Denn die zentrale Figur in diesem Comic mordet nicht aus freien Stücken, sondern erfüllt damit lediglich eine Vorgabe, die ihn selbst davor bewahrt, ermordet zu werden. Hervorragende Texte und stimmige Bilder sind beim brutalen Krimi Kill or be Killed quasi garantiert. Immerhin stecken dahinter Ed Brubaker und Sean Phillips, die durch ihre Zusammenarbeit an Titeln wie Criminal oder Fatale ein eingespieltes Team in diesem Bereich sind. [Leseprobe]

EIGENPRODUKTIONEN

Bevor Walter Moers mit seinen Zamonien-Romanen zum Bestsellerautor wurde, hatte er seine Heimat mit Figuren wie dem Kleinen Arschloch oder Adolf, der Nazi-Sau im Comic. Dass nun also einer seiner Romane in einer Comicversion erscheint, hat eine gewisse Logik. Das humorvolle, bibliophile Fantasy-Epos Die Stadt der Träumenden Bücher, in dem der zamonische Dichterfürst Hildegunst von Mythenmetz von den Abenteuerreisen seiner jungen Jahre erzählt, hat der Autor selbst zu einem Comic-Skript umgearbeitet. Basierend auf Entwürfen von Moers hat Zeichner Florian Biege (Im Bann der Hexer) ein aufwändiges digitales Artwork entwickelt, an dem er etwa fünf Jahre arbeitete. Der Knaus Verlag bringt die Adaption in zwei gut 100-seitigen Hardcoverbänden heraus, deren zweite Hälfte dann schon im Januar 2018 auf den Markt kommt. [Leseprobe]

Seit über zwei Jahren erscheint in der FAZ wöchentlich eine Folge des Comicstrips Glückskind von Flix (auch als Webcomic hier verfügbar). Im Mittelpunkt steht die Familie Glück, die aus einem erfolglosen Schriftsteller, seiner kleinen Tochter und einem dreibeinigen Waschbär besteht. Die ersten 100 Episoden gibt es nun gesammelt in einem Hardcoverband von Carlsen.

Schon seit 2015 interpretieren Autor Marc Lizano und Zeichner Ulf K. den Bildgeschichten-Klassiker Vater und Sohn von e.o.plauen auf ihre eigene Weise. Nach zwei Bänden mit Neuen Geschichten erscheint bei Panini nun ein neues Album namens Die Abenteuer von Vater und Sohn: Geisterstunde. Damit entfernt sich das Kreativteam etwas weiter vom Original: Anstelle kurzer Episoden gibt es eine durchgehende Geschichte und erstmals ist der Comic komplett in Farbe. Was sich nicht geändert hat: Weiterhin kommen die Geschichten ohne Worte aus.

In der Akademie der Künste Berlin läuft derzeit eine Ausstellung zur Beziehung des Philosophen und Kritikers Walter Benjamin zum Autor Bertolt Brecht, die sich im Exil in Paris miteinander anfreundeten. Während dieser Zeit entstanden Fragmente einer Kriminalgeschichte. Erst 1993 identifizierte die Brecht-Forschung diese Fragmente als Bestandteile einer gemeinsamen Arbeit und gab ihr den Titel Mord im Fahrstuhlschacht. So heißt nun auch der 25-seitige Comic von Steffen Thiemann, der Brechts Plot in Holzschnitt-Bildern umgesetzt und Benjamins Texte als Fußnoten dazugestellt hat. Gedruckt bekommt man diese Adaption entweder als Teil des Ausstellungskatalogs, oder – im doppelt so großen Format – als Einzelpublikation der Akademie der Künste.

Altmeister Ralf König hat mit Santa Claus Junior (Rowohlt) ein „unweihnachtliches Weihnachtsbuch“ (so der Verlagstext) gemacht, in dem eine Frau, die sich als absoluter Weihnachtsmuffel sieht, von einem Trio aus Christkind, Nikolaus und Schneemann heimgesucht wird. [Leseprobe]

Noch mehr Weihnachtscomics gefällig? Plem Plem Productions‘ weihnachtliches Weihnachts-Special versammelt fünf weihnachtliche Kurzgeschichten, in denen Figuren aus diversen Serien des Indie-Verlags auftreten, u.a. Tracht Man, Shark Farmer und Mr. Kill.

In seinem Eigenverlag Granus veröffentlicht Alfred Neumann das vierte Buch mit seiner Figur Karl der Kleine, einer niedlichen Comicversion von Kaiser Karl dem Großen. In Die Printe des Teufels verkauft der kleine Kaiser direkt seine Seele, nur um an seine geliebten Aachener Printen zu kommen. [Leseprobe]

Der Österreicher Robert „Jazze“ Niederle ist seit über 30 Jahren als Comictexter und -zeichner aktiv. Für das Wiener Journal schuf er den Comic Hans die Larve, dessen Titelheld in sehr minimalistischen Bildern über das Leben philosophiert. Neue Strips mit Hans der Larve gibt es jetzt in einem Bändchen bei Gringo Comics. [Leseprobe]

Die Print-Veröffentlichung von Katharina Greves Webcomic Das Hochhaus hatten wir schon in der vorletzten Ausgabe dieser Kolumne. Kurz danach hat der Verlag Round not Square aber noch eine weitere Variante herausgebracht, die auf einer 7 Meter langen Papierrolle gedruckt ist, was zum ursprünglichen Format des Comics weit besser passt als ein klassisches Buch.

EUROPÄISCH

Beim französischen Comic-Platzhirsch Glénat dürfen seit einiger Zeit namhafte Comicmacher ihre ganz persönliche Interpretation von Micky Maus und Donald Duck zu Papier bringen. Nach einem Album von Lewis Trondheim und Keramidas sowie einem von Cosey erscheint mit Micky Maus – Café Zombo bei Egmont nun auch das dritte Werk dieser Reihe auf Deutsch, geschaffen von keinem geringeren als Régis Loisel (Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit). Loisel orientiert sich in seiner Hommage an den alten Mickey-Mouse-Zeitungsstrips von Floyd Gottfredson und siedelt seine Geschichte, die deutliche sozialkritische Anklänge mitbringt, in den 1930er Jahren zur Zeit der Großen Depression  an.  [frz. Leseprobe]

Der Kleinverlag Edition 52 hat sich in den vergangenen Monaten – was die Publikationen betrifft – eher rar gemacht. Jetzt gibt es eine neue Veröffentlichung: Hier und Dort ist eine Sammlung von Kurzgeschichten des französischen Künstlers Baru, dessen Arbeiten den Verlag seit vielen Jahren schon begleiten. [Leseprobe]

Mit seinem ersten Comicwerk Zen ohne Meister (Avant-Verlag) widmet sich der niederländische Zeichner Frenk Meeuwsen seiner Liebe zu Japan und zum Zen-Buddhismus. Meeuwsen war selbst einige Jahre in Japan zugegen, u.a. als ein Erdbeben die Stadt Kobe verwüstete. Auch von diesen dramatischen Ereignissen berichtet der Niederländer in seinem Schwarz-Weiß-Comic. [Leseprobe]

Die französische Künstlerin Aurore interpretiert im Zweiteiler Harfang das Gebrüder-Grimm-Märchen „Jorinde und Joringel“ als romantische Fantasygeschichte. Der Comic im Mangastil, der vom Verlag Pyramond nach Deutschland gebracht wird, entstand ursprünglich als Webcomic, wurde aber für die Printausgabe komplett koloriert. [Leseprobe]

Beim linken Verlag Bahoe Books erscheint der Comic Verdad von der italienischen Künstlerin Lorena Canottiere. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: Die eine spielt zur Zeit des spanischen Bürgerkriegs, die andere Anfang des 20. Jahrhunderts in der Tessiner Kommune Monte Verità, wo eine Gruppe von Aussteigern ein alternatives Leben jenseits damaliger Konventionen lebte. [ital. Leseprobe]

Von Texter Zidrou und Zeichner Jordi Lafebre, die zusammen schon den Einzelband Lydie gemacht haben, kommt die Albenreihe Wundervolle Sommer (Salleck Publications). Darin nimmt uns eine sechsköpfige Familie der 1970er Jahre mit in ihren Sommerurlaub im Süden. [Leseprobe]

Die Windpferde ist eine Familiensaga, die im 19. Jahrhundert im Himalaya spielt, benannt nach dem Begriff für die im Wind wehenden tibetischen Gebetsfahnen. Comicveteran Jean-Claude Fournier, der sonst meist im Funny-Bereich arbeitet (Spirou und Fantasio, Bizu), zeichnet die Geschichte, die Salleck Publications komplett in einem Band bringt, nach einem Szenario von Christian Lax. [Leseprobe]

In der Zukunft wird die Stadt Paris von einem einflussreichen Präfekt kontrolliert, der die Metropole nach seinem Willen umgeformt hat. Außerdem tauchen übernatürliche Phänomene auf. Alles in allem ein Ort, den ein in seine Heimat zurückkehrender Soldat nicht wiedererkennt. Die Sci-Fi-Serie Der Mann mit der Maske (Bunte Dimensionen) ist der neueste Streich von Zeichner  Stéphane Créty (Acriborea, Drachenblut), der hier mit seinem Landsmann, dem Texter Serge Lehmann, zusammenarbeitet [Leseprobe]

Kult Comics legt neben dem Abenteuercomic Tony Stark eine weitere Serie des belgischen Zeichners Èdouard Aidans als Gesamtausgabe vor. Die mehrbändige Tunga Integral-Edition wird alle Geschichten des titelgebenden Steinzeitmenschen enthalten. Aidans hat die Tunga-Reihe von 1961 an bis 2004 betreut. [Leseprobe]

Das ganze Jahr über gab es beim Splitter-Verlag edle limitierte Sonderbände zum 10-jährigen Verlagsjubiläum. Den Abschluss bildet eine Jim Cutlass Gesamtausgabe, die alle sieben Alben der Westernserie in einem Band enthält. Das erste Jim Cutlass-Abenteuer schufen Autor Jean-Michel Charlier und Autor Jean Giraud im Jahr 1979, als ihr stilprägender Western Blueberry gerade auf Eis lag. Die Fortsetzungen kamen dann erst in den 1990ern, mit Giraud als Autor und Christian Rossi als Zeichner. [Leseprobe]

Der Funny-Comic Kid Paddle von Midam erschien 1993 erstmals im Magazin Spirou, seitdem erschienen in Frankreich 15 Alben um den ständig Videospiele zockenden Jungen. Dazu kam eine Zeichentrickserie im Fernsehen und die Spin-Off-Serie Game Over. Carlsen veröffentlichte zwischen 1997 und 2001 sechs Alben der Serie. Jetzt startet man dort erneut und dreht diesmal kurioserweise die Sache mit der Mutterserie um: Die neue Reihe heißt Game Over präsentiert: Kid Paddle.

Seit 50 Jahren gibt es Disneys Lustige Taschenbücher in Deutschland, was Ehapa mit etlichen Sonderaktionen und -publikationen feiert. In Berlin wurde dafür sogar eigens ein kleiner Pop-Up-Store eröffnet. Dort (und anderswo) kann man u.a. die LTB Nostalgie-Edition kaufen. Dieser Schuber enthält die zehn ersten LTB-Bände im Original-Look, in dem sie 1967-1969 erstmals erschienen sind. Damals waren nicht nur Titelbilder und Design anders, es war vor allem nur jede zweite Doppelseite farbig gedruckt.

AMERIKANISCH

In der Zombieserie The Walking Dead ist der psychopathische, Baseballschläger-schwingende Negan der bis dato größte Antagonist der Überlebenden. Deshalb hat Autor Robert Kirkman sich für ihn eine separate Origin-Story ausgedacht, die erzählt, was Negan so getrieben hat, bevor man ihn in der reguläre Reihe zu Gesicht bekam. The Walking Dead – Negan ist hier! heißt der abgeschlossene Einzelband beim deutschen Verlag Cross Cult. Der Comic enthält die komplette Geschichte (vom Stamm-Kreativteam Kirkman und Adlard), die in den USA zunächst in kleine Häppchen zerstückelt im Promo-Magazin Image+ erschien. [Leseprobe]

Die sorgfältig aufgemachte Ausgabe des argentinischen SF-Comic-Klassikers Eternauta von Héctor Germán Oesterheld und Francisco Solano López war ein Erfolg für den Avant-Verlag. Deshalb veröffentlicht man dort nun auch ein Nachfolgeprojekt: Im Jahr 1969 kreierte Autor Oesterheld ein Remake seiner eigenen Serie, diesmal mit dem Zeichner Alberto Breccia, der nicht nur ungleich berühmter ist als López, sondern auch einen ganz anderen Stil pflegte. So wurde aus Eternauta 1969 noch einmal ein komplett anderer Comic. [Leseprobe]

Auf der Suche nach maritim angehauchten Comics hat der Hinstorff Verlag den US-Comic Cursed Pirate Girl von Jeremy A. Bastian gefunden. Dessen phantastische Piratengeschichte erschien zunächst in Mini-Auflagen in Einzelheften, erlebte dann eine sehr erfolgreiche Crowdfunding-Aktion und landete schließlich beim Verlag Archaia. Die filigranen Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Bastian erinnern an Illustratoren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Auf Deutsch erscheint der Comic unter dem Titel Der Fluch der Piratenbraut. [US-Preview]

Nach Lazarus und Black Magick hat Autor Greg Rucka eine weitere Image-Serie gestartet, die wie die erstgenannten auf Deutsch bei Splitter erscheint. The Old Guard wird gezeichnet von Leandro Fernández und hat, wie bei Rucka üblich, eine weibliche Hauptfigur. Diese führt eine Söldnertruppe an, deren Mitglieder den entscheidenen Vorteil haben, dass sie unsterblich sind. Dies ist allerdings im 21. Jahrhundert nicht mehr so leicht geheim zu halten. Wer einen Action-Comic mit ein bisschen Tiefgang sucht, dürfte hier richtig liegen. [Leseprobe]

Auch in diesem Monat gibt es wieder einen neuen Titel von Mark Millar, dessen Werke dank eines Deals mit Netflix zukünftig noch öfter als Film oder TV-Serie umgesetzt werden dürften. In Reborn, das jetzt von Panini veröffentlicht wurde, gelangt eine Frau nach ihrem Tod in eine Fantasywelt, die weder Himmel noch Hölle ist, sondern ein Schlachtfeld zwischen guten und bösen Kräften. Die Bilder dazu stammen von Spawn– und Batman-Zeichner Greg Capullo. [US-Preview]

Die Metal-Helden von Slayer haben zu ihrem aktuellen Album „Repentless“ nicht nur eine Trilogie von Musikvideos produziert, sondern diese auch in Comicform umsetzen lassen. In beiden Medien wird die brutale Story eines blutigen Gefängnisaufstands erzählt. Cross Cult veröffentlicht die Dark-Horse-Miniserie in einem Band unter dem Titel Slayer: Repentless – Ohne Reue. [Leseprobe]

Wer sich in dieser besinnlichen Zeit schon immer mal gefragt hat, wie die Origin-Story des Weihnachtsmannes eigentlich aussieht, der bekommt die Antwort vom schottischen Autor Grant Morrison (Invisibles, New X-Men). Denn zusammen mit Zeichner Dan Mora ist dieser tief in die Legenden und Mythen eingetaucht und erzählt nun seine Geschichte. Oder zumindest so, wie sie Morrison interpretiert, dessen Weihnachtsmann kein rundlicher Rauschebart im roten Mantel ist, sondern eine Mischung aus Superheld und Fantasyfigur. Klaus: Die wahre Geschichte von Santa Claus (Panini) versammelt den kompletten ersten Zyklus. [US-Preview]

Wem die Neuinterpretation der Herkunft des Weihnachtsmannes noch nicht schräg genug erscheint, der bekommt mit dem Band Battle Pope (Cross Cult) die volle Breitseite Blasphemie präsentiert. Die Serie ist das gemeinsame Frühwerk von Robert Kirkman und Tony Moore, den beiden Schöpfern von The Walking Dead. In dem lustigen, überdrehten Comic erzählen sie von den Abenteuern eines irren Papstes, der von Gott zuerst verbannt und dann auf eine heilige Mission entsandt wird. Und das mit Superkräften, Knarren und Kampfkunst. Die deutsche Ausgabe enthält sämtliches US-Material auf einen Schlag. [Leseprobe]

Seit einiger Zeit scheint der der Marvel-Schurke Doctor Doom geläutert. Und weil er schon immer eine Metallrüstung trug, ist er jetzt sogar gewissermaßen als neuer Iron Man unterwegs.  In der von Brian Bendis geschriebenen Serie Doctor Doom: Iron Man kann man als Leser seine guten Absichten mitverfolgen. Die Zeichnungen stammen von Alex Maleev (Daredevil). [Leseprobe]

Vom Kreativteam Al Ewing und Paco Medina kommen die Geschichten eines völlig neuen Avengers-Teams: Die U.S. Avengers sind eine vom Milliardär und ehemaligen Superhelden Roberto da Costa finanzierte, patriotische Eingreiftruppe. Zu der Gruppierung gehören beispielsweise Cannonball, Squirrel Girl oder auch der rote Hulk. [Leseprobe]

Deadpool ist inzwischen gegen so ziemlich jeden denkbaren Schurken und Helden im Marvel-Universum angetreten. Eine harte Nuss könnte allerdings der Punisher darstellen, denn dieser ist in Sachen Gewalt auch nicht gerade zimperlich. Der Einzelband Deadpool vs. Punisher beinhaltet die komplette von Fred van Lente (Marvel Zombies) verfasste Miniserie mit dem Aufeinandertreffen der beiden. Für die Bilder ist der spanische Künstler Pere Pérez zuständig. [Leseprobe]

Im November ist bekanntlich der Justice League-Kinofilm gestartet. Begleitend dazu brachte Panini das Justice League Movie Special heraus, ein Heft, dass aktuelle Origin-Stories der einzelnen Liga-Mitglieder beinhaltet. Die kurzen Episoden stammen aus der US-Reihe Secret Origins und sind von jeweils unterschiedlichen Kreativteams umgesetzt. [Leseprobe]

Weniger mit dem Film als mit dem kürzlich veröffentlichten Event „Justice League vs. Suicide Squad“ zu tun hat das Justice League of America Rebirth Special. Dabei handelt es sich um einen Sonderband, der die Mitglieder eines von Batman neu gegründeten Teams (auch mit Schurken wie Lobo oder Killer Frost) vorstellt. Die u.a. von Steve Orlando geschriebene Serie startet dann im kommenden Monat regulär mit der Nummer 1. [US-Preview]

Wenn es Sinn macht, die DC-Superhelden mit dem Star-Trek-Franchise zu kreuzen, dann sicherlich am ehesten in Bezug auf das Green Lantern Corps. Denn die grünen Ringträger operieren schließlich im gesamten Weltall verteilt. Nicht verwunderlich also, wenn sie dabei auf die Enterprise-Crew treffen. In Star Trek/Green Lantern: Der Spektren-Krieg geht es dann schließlich gemeinsam gegen einen größeren Gegner. Die Texte dazu stammen von Mike Johnson, der auch die neue, reguläre Star Trek-Comicreihe von IDW (auf deutsch bei Cross Cult) betreut. Die Zeichnungen kommen von Angel Hernandez. [Leseprobe]

Es ist beeindruckend, wie lange Autor Scott Lobdell nun schon die Geschicke des Ex-Robin Red Hood und seiner Gefährten, den Outlaws, lenkt. Auch im Rebirth-Zeitalter arbeitet er weiter an diesem Titel. Im ersten Red Hood und die Outlaws Megaband, der die US-Ausgaben 1-11 enthält, gehören nun ungewöhnlicherweise die Amazonenkriegerin Artemis und der Superman-Klon Bizarro zum Team. [US-Preview]

Der Verlag ilovecomics, der sich auf Comics aus dem „Golden Age“ spezialisiert hat, bringt in seiner Reihe „Fantasy Classic“ eine Adaption der Abenteuergeschichte König Salomons Diamanten aus dem Jahr 1951. In dem Roman von H. Rider Haggard debütierte 1885 die Titelfigur Allan Quatermain, die in den letzten 130 Jahren auch in zahlreichen Filmen und Comics auftauchte.

ASIATISCH

Von einem Mädchen, das zwischen zwei Jungs hin- und hergerissen ist, erzählt Ryoko Fukuyama in ihrer Serie Anonymous Noise. Der Manga handelt allerdings nicht nur von Liebe und Gefühlen, sondern auch von der Leidenschaft zur Musik. Carlsen Manga veröffentlicht die beiden ersten Ausgaben von Anonymous Noise gleichzeitig.  [Leseprobe]

Ein Schriftsteller wird Zeuge eines Unfalls. Die Begegnung mit der Freundin des Opfers hat für ihn selbst allerdings weitreichende Folgen, als er von eben jener entführt wird. Zehn Jahre später erzählt er seine Erlebnisse. Der Mysterythriller Broken Girl (Egmont Manga) ist eine Arbeit des Kreativteams Mitsuru Hattori und NISIOISIN.

Toru Oikawas Mangareihe Infection (Egmont Manga) ist eine Horror-Story, in der Untote auf die Menschheit losgelassen werden. Eine Gruppe Schüler muss nämlich mit ansehen, wie sich ihre Freunde plötzlich zu infizierten, fleischfressenden Zombies entwickeln.

Der Mord an einer Kunstlehrerin ist der Aufhänger der neuen Toykopop-Serie Auf der Suche nach Licht die von Shiki Kawabata stammt. Verdächtigt wird einer ihrer ehemaligen Schüler. Doch dessen Freundin glaubt bislang noch an seine Unschuld. [Leseprobe]

Vom japanischen Künstlerinnenkollektiv CLAMP kommt mit Tsubasa World Chronicle – Niraikanai (Egmont Manga) die Fortsetzung des Fantasy-Titels Tsubasa Reservoir Chronicle. Auch hier geht es wieder um Hexen, Magier und Prinzessinnen, die zum Teil auch schon in früheren Werken vom CLAMP auftraten.

Von einer Waschbärenprinzessin, die sich auf magische Weise in ein menschliches Mädchen verwandeln kann, handelt Mayu Minases Serie Die Tanuki-Prinzessin (Kazé Manga). Als „Romantasy“ (romantisch-fantastisch) bezeichnet der Verlag den Manga, der auch einen gewissen Comedyanteil aufweist. [Leseprobe]

Ansonsten neu in den Manga-Regalen: Die Romance-Serien This Lonely Planet von Mika Yamamori (Daytime Shooting Star) [Leseprobe] und Zeig mir, was Liebe ist von Nao Hinachi [Leseprobe], beide bei Kazé Manga. Ebenfalls im Romance-Genre angesiedelt sind die neue Egmont-Serie Namaiki Zakari – Frech verliebt von Mitsubachi Miyuki und Kuss um Mitternacht von Rin Mikimoto bei Tokyopop. [Leseprobe]

Und für die Fans von Boys-Love-Manga gab es im November bei Carlsen den Einzelband Hybrid Child von Shungiku Nakamura.

SEKUNDÄRLITERATUR

Die Jubelbände, die der Taschen Verlag zu den 75-jährigen Jubiläen von DC und Marvel produziert hat, dienten sichtlich als Vorbild für 50 Jahre Lustiges Taschenbuch – Eine Retrospektive, das frisch bei Egmont erschienen ist. Auf 600 Seiten im Überformat werden sämtliche Cover der 500 bisher erschienenen LTB abgedruckt, ergänzt mit Inhaltsangaben und einem redaktionellen Teil. Für Fans und Sammler sicher eine tolle Sache, für die man allerdings tief in die Tasche greifen muss. Der limitierte Band im Pappkoffer kostet 199 Euro.

Die gerade erwähnten Prachtbände aus dem Taschen Verlag machen auf dem Kaffeetisch einiges her, sind aber nicht gerade billig. Für sparsamere Kunden bringt der Verlag daher meist nach einer Weile noch preisgünstigere Varianten im kleineren Format heraus. Das geschieht nun mit Inhalten aus dem 720-Seiten-Schinken 75 Years of Marvel Comics aus dem Jahr 2014. Der Band The Marvel Age of Comics beschränkt sich auf die prägenden Jahre 1961-1978, ist nicht ganz so groß und hat „nur“ knapp 400 Seiten, kostet dafür aber auch nur 40 Euro. Die Begleittexte zu den zahlreichen Abbildungen stammen von Marvel-Veteran Roy Thomas [Leseprobe]. Zusätzlich wertet der Taschen Verlag das Material auch noch in vier Geschenkbüchlein aus: The Little Book of … heißen die kleinformatigen Hardcoverbändchen, die sich jeweils auf einen bestimmten Marvel-Helden bzw. ein Team konzentrieren – nämlich Captain America, Fantastic Four, The Amazing Spider-Man und The Avengers.

Ebenfalls bei Taschen erscheint ein dicker Bildband, der der Kunst von Jamie Hewlett gewidmet ist. Comicleser kennen den Briten als Erfinder von Tank Girl, noch größeren Ruhm erreichte er aber, als er mit Blur-Kopf Damon Albarn 1998 die Band Gorillaz gründete, die aus vier fiktiven, von Hewlett gezeichneten Mitgliedern besteht. Der Band zeigt Werke aus allen Schaffensphasen Hewletts. [Leseprobe]

Ursprünglich als Bachelorarbeit geschrieben, hat Lars Banholds Buch Batman – Konstruktion eines Helden beim Ch.A. Bachmann Verlag schon mehrere Neuauflagen, meist mit Ergänzungen und Aktualisierungen, erfahren. Anstelle einer fünften Auflage erscheint nun eine vollständig überarbeitete gebundene Hardcover-Ausgabe unter dem neuen Titel Batman – Re-Konstruktion eines Helden. Banhold beschreibt darin als Literaturwissenschaftler die mehr als 75 Jahre währende Geschichte des „Dunklen Ritters“ und seiner Heimat Gotham City. [Leseprobe]

Alle Jahre wieder erscheint das von Burkhard Ihme herausgegebene Jahrbuch des Interessenverbands Comic mit zahlreichen Artikeln und Interviews. Das COMIC! Jahrbuch 2018 stellt wie immer ausführlich die Gewinner des ICOM Independent Comicpreises vor, dazu gibt es einen Themenschwerpunkt „Originale zeigen“ sowie zahlreiche Artikel zu so unterschiedlichen Themen wie Behördencomics oder der 1980er-Piccoloserie Utopische Welt. Comicgate-Autor Christian Muschweck hat ein Interview mit dem US-Undergroundverleger Denis Kitchen beigesteuert. [Leseprobe]

Und auch das Jahrbuch Deutsche Comicforschung, herausggegeben von Eckart Sackmann, bekommt für 2018 eine neue Ausgabe bei Comicplus. In den Texten geht es wieder schwerpunktmäßig um bisher wenig erforschte Aspekte der Früh- und Vorgeschichte des deutschen Comics, diesmal z.B. um die Bildgeschichten in der 1927 gegründeten Sonntagszeitung Die Grüne Post.