Alle Artikel mit dem Schlagwort: Superhelden

Elektra 1 – Blutlinien

„Ich weiss, dass du da bist. Deine Rüstung knistert.“ Knistern tut’s im gesamten Comic und das nicht gerade selten. Und dabei leider auf eine ziemlich unangenehme Art. Wie, wenn noch ein Stück Alufolie an der Schoki klebt und man drauf beißt und dann so: ieeeh, eklig! Man fischt das Stück aus dem Mund, macht sich dabei die Finger dreckig, wischt sich die Schokospucke an der Hose ab und kaut weiter auf dem Süßen herum. Und dieser leicht metallene Geschmack, eingebildet oder nicht, er bleibt. Schlechtes Gewissen befällt einen: warum esse ich auch so einen Mist? Apropos …

Sam Zabel in: Der König des Mars

Der kommerziell orientierte amerikanische Superheldencomic hat sich über die letzten Jahrzehnte verändert. Wo früher klare Verhältnisse und eine klar gezogene Trennung zwischen Gut und Böse bestand, dominiert heute bereits im Mainstream eine allgemeine Atmosphäre von Düsternis, Ambivalenz und Paranoia. Hier hat ein deutlicher Wertewandel stattgefunden. Darüber hinaus lassen gerade die Großverlage keine Chance ungenutzt, diesen neuen Status Quo mit ausufernden Crossovers und Relaunches festzuzurren. Das kappt die Bezüge zu früheren, unschuldigeren Zeiten und bindet gleichzeitig die Leser ans Verlagsuniversum. Der neuseeländische Comicautor Dylan Horrocks hatte bereits in seinem grandiosen ersten Comicbuch Hicksville die verlorene Unschuld klassischer Comicserien thematisiert, in seinem neuen Buch Sam Zabel in: Der König des Mars greift er das Thema erneut auf. Viel ist seitdem geschehen, denn nach seinem Independent-Erfolg mit Hicksville durchlief Horrocks selbst die Mühlen der amerikanischen Großverlage. Vielleicht liegt es an seiner grundlegenden Disposition, dass er mit den Arbeitsbedingungen dort nicht zurechtkam. Er litt scheinbar von Anfang an darunter, dass er den vermeintlichen Erwartungen der Herausgeber entsprechen wollte, ohne seine persönlichen Interessen verwirklichen zu können – jedenfalls glaubte er, das zu …