Alle Artikel mit dem Schlagwort: okay (4-6 Punkte)

Das Hochhaus

Ja, Katharina Greve ist Architektin, und das merkt man ihren Comics an. In Hotel Hades hat sie uns vor ein paar Jahren eine bis ins Detail durchgeplante Anlage für unser Dasein nach dem Tod vorgestellt, nun legt sie mit dem etwas bodenständigeren Hochhaus nach. Beide Architekturen sind auf ihre eigene Art die Hölle, in der es sich mit der richtigen Einstellung aber gut leben lässt. Fast wie im richtigen Leben also.

Deadly Class: 1987 – Reagan-Jugend

Landet ein Rezensionsexemplar nach der Lektüre wieder auf meinem Lesestapel (oder eher: darunter), ist der Grund meist ganz lapidar, dass ich mir auf den ersten Blick kein klares Urteil bilden konnte bzw. mochte. Die Hoffnung, dass sich dies beim zweiten Lesen ändern könnte, dass irgendwelche imaginierten Scheuklappen abfallen und sich mir auf einmal eine klare Meinung geradezu aufdrängt, wird jedoch meist enttäuscht. Tief im Innern weiß ich das, und der ganze Prozess ist demnach wohl nur ein Akt der Prokrastination, um mich nicht sofort mit einem Comic auseinandersetzen zu müssen, der nicht einfach und bequem in die Kategorien gut/okay/schlecht fallen will, sondern eine differenziertere Meinung verlangt.

Die Schachnovelle

Klassiker ziehen immer, oder? Insbesondere natürlich, wenn der Tod des Autors mehr als 70 Jahre zurückliegt und das Copyright damit als erloschen, der Text als Freiwild gilt. 73 Jahre nach Stefan Zweigs Tod hat Thomas Humeau sich der Schachnovelle, dem schmalen Erfolgsbuch des österreichischen Autors angenommen.

Galkiddek 1 – Die Gefangene

Fantasyserien gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Gerade im Comicbereich tummeln sie sich weiterhin mit Erfolg, und eigentlich ist das auch kein Wunder. Zum einen ist das Genre gerade sehr populär, was man nicht zuletzt am Erfolg der TV-Serie Game of Thrones bemerkt, zum anderen bietet der Comic gegenüber anderen Medien unbestreitbare Vorteile. Er kann einem Roman Bilder entgegensetzen und die geschilderten Welten sichtbar machen, ist aber im Vergleich zu Filmen sehr viel preiswerter zu produzieren. Angesichts des nicht abebbenden Booms sowohl in bewegten und unbewegten Bildern als auch in Romanform wird es natürlich immer schwieriger, etwas zu erzählen, was der Leser noch nicht kennt. Zu sehr werden im Fantasy-Genre die Archetypen ausgeschlachtet, zu viel ist mittlerweile zum Klischee geworden. Und doch gibt es immer wieder überraschendes. Galkiddek ist im Vergleich zum Gros des Genres sogar etwas Besonderes, da der Autor Frank Giroud (Zehn Gebote) hier auf manches Klischee verzichtet. Das tragische Ende von Éloée von Galkiddek hat ihren Gatten an den Rand des Wahnsinns geführt. Als er eines Tages eine Statue mit dem …