Alle Artikel mit dem Schlagwort: Manga

The Legend of Kamui 1 (US)

Als Sanpei Shiratos Kamui 1995 zum ersten Mal in Deutschland erschien, wurde die Manga-Serie von den damals Verantwortlichen des Carlsen Verlags als „Entwicklungsroman“ bezeichnet. Kamui, so hieß es im Klappentext, sei eines „der bedeutendsten Meisterwerke des japanischen Comics“, ein komplexes, siebzehnbändiges Werk und gut recherchierter Bilderbogen Japans im 16. Jahrhundert. Die Reihe biete „Zeichnungen von atemberaubender Präzision“ und zeige „ein authentisches Bild vom Leben der Bauern, Jäger, Fischer und Unberührbaren während der Edo-Periode“. Aber dann war nach gerade mal zwei Bänden Schluss mit diesem sattsam unterhaltsamen Edelmanga, der zwar reichlich Action und Gewalt auffuhr, aber irgendwie gar nicht so bedeutsam wirkte. Hatte man sich bei der Ansage des Klappentexts etwa doch zu weit aus dem Fenster gelehnt? Natürlich war uns irgendwie auch klar, dass der Carlsen Verlag noch gar nicht anders konnte, als nur einen winzigen Guckkasten über einen gewaltigen Comic zu legen. Aber auch das ist nur die halbe Wahrheit.

Unico erwacht

Wie gelingt es den Menschen eigentlich immer aufs Neue, etwas Schönes zu erschaffen? Es kommt davon, dass die Göttin Psyche ein Einhorn zum Freund hat – diese Freundschaft inspiriert die Menschen. Da ist es nur verständlich, dass Venus, die eigentliche Göttin der Liebe und Schönheit, vor Wut und Eifersucht nur so schäumt: sie will das Einhorn, das so arglos in ihrem Revier des Schönen wildert, für immer aus dem Pantheon vertreiben und beauftragt den Westwind, Unico ans Ende der Zeit zu verschleppen. So beginnen Unicos Abenteuer.

Eden – It’s an Endless World 1

Die beginnenden Nuller Jahre waren eine spannende Ära für Comic-Enthusiasten in Deutschland. Nach einem deprimierenden Jahrzehnt, in dem Comics sich immer mehr in die spezialisierten Comicläden zurückzogen, kam mit voller Kraft die zweite Manga-Offensive, die selbst Skeptiker nicht lange unbeeindruckt lassen konnte. Allerorten gab es Drehständer mit einer schwindelerregenden Vielzahl an Taschenbüchern mit einer thematischen Vielfalt und einer Bandbreite an Stilen, von der man noch kurz zuvor nicht zu träumen wagte. Auch Hiroki Endos Eden – It’s an Endless World erschien damals zum ersten Mal und gewann mich nachhaltig für die neue Form. Dass eine so komplexe, packende, brutale Serie einfach so am Kiosk überhaupt existieren konnte, war an sich schon ein kleines Wunder. Bei Egmont Manga hatte man damals wirklich ein gutes Händchen für interessante Stoffe.