Alle Artikel mit dem Schlagwort: Homosexualität

Der Mann meines Bruders 1

Kinder sind cool. Sie haben keine Vorurteile und sprechen immer unverblümt aus, was sie denken. Das kriegt der alleinerziehende Yaichi in Gengoroh Tagames Mangaserie Der Mann meines Bruders reichlich zu spüren, als plötzlich Mike, der Ehemann seines verstorbenen Bruders Ryoji vor der Haustür seiner Wohnung steht. Der ist nach dem Tod des Partners eigens von Kanada nach Japan gereist, um Trauerarbeit zu leisten. Nach Ryojis Tod will er dessen Wurzeln kennenlernen und die Stätten besuchen, die Ryoji wichtig waren und ihn geprägt hatten. Yaichi jedoch fremdelt. Er hat sich seit dem Coming-Out des Bruders von diesem entfremdet und kaum noch an ihn gedacht, seit Ryoji nach Kanada ausgewandert ist. Bis jetzt.

Herbst in der Hose

Nun ist es amtlich: Konrad und Paul sind tatsächlich miteinander alt geworden. Das hätte leicht anders ausgehen können, denn Reibungsflächen und Konfliktpotenzial gab es bei diesen beiden Charakterköpfen, die Ralf König nun schon seit den 1980er Jahren begleiten, genug. Das liegt vor allem am Naturell von Paul, denn im Gegensatz zum ausgeglichenen Konrad ist Paul sehr umtriebig, was nicht immer beziehungsförderlich ist. Tatsächlich ist Paul aber viel mehr als ein Stichwortgeber für launige Beziehungskomödien. In meinen Augen ist Paul einer der großen Helden der Comicgeschichte, wenn nicht gar ein Archetyp.

Panik am Buchregal

Zensur und gesellschaftliche Hürden für Comics mit unterschiedlichen Sexualitäten und Geschlechtlichkeiten.   Comics mit queeren Inhalten hatten es immer schon schwer in Bibliotheken, analog wie digital. Selbst wenn es nicht um Sexualität, sondern wie meistens um Formen des Zusammenlebens geht, sind die Tugendwächter nicht weit. Comic-Geschichte ist immer auch Zensur-Geschichte.

Nenn mich Kai

Wie schön ist es, in einem offenen, toleranten Land zu leben, in dem man Homosexualität und Transsexualität problemlos zur Sprache bringen kann. Dass es aber immer noch nicht leicht ist, den ersten Schritt aus dem Wandschrank zu wagen (sprich: sich zu „outen“), das thematisiert Sarah Barczyk in ihrer charmanten kleinen Erzählung Nenn mich Kai, in der es um eine junge Frau namens Andrea geht, die sich als Mann fühlt. Ironischerweise hätten ihre Eltern kein Problem damit, wäre sie homosexuell. Jetzt, da Homosexualität weitgehend mainstreamtauglich geworden ist, stellt sich heraus, dass es sich bei Transsexualität also tatsächlich noch einmal um ein anderes Kaliber handelt. Was aber macht es so schwer, das eine zu akzeptieren, das andere aber nicht?