Alle Artikel mit dem Schlagwort: gut (7-8 Punkte)

Winterwelt (Classic)

Ende der 1980er Jahre tat sich der US-amerikanische Autor Chuck Dixon mit dem argentinischen Zeichner Jorge Zaffino zusammen, um für den Verlag Eclipse Comics die postapokalyptische Miniserie Winterwelt zu realisieren. Bis heute gilt diese als eine der gelungensten Versuche, eine in sich geschlossene Comic-Dystopie umzusetzen. Grund genug für Cross Cult also, den klassischen Stoff neu aufzulegen. Erstmals in deutscher Sprache kommt in diesem Zuge auch der direkte Nachfolger Wintersee zum Abdruck.

Der Traum von Olympia

Panische Angst – man möchte weglaufen, aber die Beine bewegen sich nicht. So beklemmend wie dieser weit verbreitete Angsttraum ist zuweilen die Geschichte von Samia Yusuf Omar. Aber das ist eben nur eine Facette dieses ambitionierten Comics, der ursprünglich in der FAZ in Fortsetzungs-Episoden abgedruckt wurde. Die auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte einer jungen, selbstbewussten Frau aus Somalia, die der Armut und dem frauenfeindlichen System der Islamisten entkommen möchte, indem sie ihren großen Traum von einer Karriere als Leistungssportlerin umsetzen will, ist auch ermutigend, inspirierend, ja,  in einigen Momenten gar humorvoll.

Das Handbuch der Hoffnung

Es wäre ja mal ganz interessant zu erfahren, wie der Titel Das Handbuch der Hoffnung zustande kam. Angesichts des verschrobenen Inhaltes von Tommi Musturis neuem Werk bleiben diesbezüglich doch so einige Fragen offen. Aber vielleicht lässt man die Entstehung des nebulösen Titels doch besser im Dunkeln, schwingt bei ihm doch eben jene süffisante Ironie und Rätselhaftigkeit mit, die für das Buch charakteristisch ist.

Die Mauern von Samaris

Les murailles de Samaris, wie der erste Teil aus dem Zyklus der Geheimnisvollen Städte im Original lautet, erschien im Jahr 1983 und gilt als Klassiker des europäischen Comics. Was genau macht einen Klassiker aus? Wer sich durch mühselige Texte im Schulunterricht gequält hat, weiß, dass die Aufnahme von klassischem Material nicht unbedingt immer etwas Lustvolles sein muss. Während manch‘ Spezialist sich ein Werk im Kontext seiner Entstehungszeit erlesen und sich dabei an kleinsten Details erfreuen kann, bleibt der Unbedarfte oder einfach nur Zu-Spät-Geborene außen vor.

Outcast 1 – Im Reich der Finsternis

Dass eine neue Image-Serie von Autor Robert Kirkman nach dessem riesigen Erfolg mit The Walking Dead für Aufsehen sorgen wird, war abzusehen. Dennoch ist es überraschend, dass sich Cinemax/HBO noch vor Erscheinen einer einzigen Ausgabe von Outcast die Rechte für eine TV-Adaption gesichert hat. Nachdem ich den ersten Comicband gelesen habe, bin ich allerdings der Meinung, dass sich diese frühe Entscheidung für den US-Sender durchaus bezahlt machen könnte. Denn Kirkmans neuester Streich ist nicht nur für sich genommen ein vorzüglicher Comic, sondern bietet sich auch durchaus für eine Aufbereitung in bewegter Form an. Fernsehserien mit klassischen Horrorthemen gibt es ja nicht gerade viele, sieht man mal vom toll inszenierten, aber eher schrägen American Horror Story ab. Hier könnte Outcast mit seinem fein gewobenen Grusel und starken Figuren eine bislang vakante Position unter den anspruchsvollen Dramaserien besetzen.

Schisslaweng 1 – Schissla … was?

Wer mit dieser Publikation das erste Mal in Kontakt gerät mit dem Comic von Marvin Clifford, der dürfte sich tatsächlich, genau wie die Dame auf dem Cover, fragen: „Schissla … was?“ Der Titel mag bayerisch klingen, ist allerdings der Berliner Mundart entlehnt und bedeutet laut Duden so viel wie „mit Schwung“ oder „mit einem besonderen Kniff“. Und zumindest eine schwunghafte Strichführung kann man Cliffords Arbeit ja sicherlich unterstellen.