Die Selene Society
Der primitive Mensch erklärte sich die unheimliche Welt mit Mythologie und magischem Denken. Nach und nach aber erwarb die Menschheit die Mittel, sich die Welt rational zu erklären und erklärte das Magische zum Aberglauben.
Der primitive Mensch erklärte sich die unheimliche Welt mit Mythologie und magischem Denken. Nach und nach aber erwarb die Menschheit die Mittel, sich die Welt rational zu erklären und erklärte das Magische zum Aberglauben.
Yang Zhis Die Verwandlungen der Füchsin sieht aus wie die niederschwellige Einstiegsdroge ins Reich der chinesischen Manhua. Die Zeichnungen sind so klar und übersichtlich, dass man sofort erkennt, dass Yan Zhi gelernte Storyboarderin ist, außerdem ist es in Farbe und mit einem einzigen Band abgeschlossen.
Vom deutschen Stummfilm, insbesondere vom expressionistischen Stummfilm der Weimarer Zeit, geht eine Faszination aus, die auch nach über 100 Jahren ungebrochen ist. Der Gedanke, dass direkt nach dem schrecklichen Weltkrieg eine derartige Kreativexplosion möglich war, das ist der Stoff, aus dem die Träume sind. Und welcher Art diese Träume dann noch waren: F.W. Murnaus Faust und Nosferatu, Robert Wienes Dr. Caligari, Fritz Langs Dr. Mabuse und Metropolis – Filme, die heute als Seismographen ihrer Zeit gelten, die vielleicht die Schatten der Nazizeit bereits antizipiert haben.
Als Sanpei Shiratos Kamui 1995 zum ersten Mal in Deutschland erschien, wurde die Manga-Serie von den damals Verantwortlichen des Carlsen Verlags als „Entwicklungsroman“ bezeichnet. Kamui, so hieß es im Klappentext, sei eines „der bedeutendsten Meisterwerke des japanischen Comics“, ein komplexes, siebzehnbändiges Werk und gut recherchierter Bilderbogen Japans im 16. Jahrhundert. Die Reihe biete „Zeichnungen von atemberaubender Präzision“ und zeige „ein authentisches Bild vom Leben der Bauern, Jäger, Fischer und Unberührbaren während der Edo-Periode“. Aber dann war nach gerade mal zwei Bänden Schluss mit diesem sattsam unterhaltsamen Edelmanga, der zwar reichlich Action und Gewalt auffuhr, aber irgendwie gar nicht so bedeutsam wirkte. Hatte man sich bei der Ansage des Klappentexts etwa doch zu weit aus dem Fenster gelehnt? Natürlich war uns irgendwie auch klar, dass der Carlsen Verlag noch gar nicht anders konnte, als nur einen winzigen Guckkasten über einen gewaltigen Comic zu legen. Aber auch das ist nur die halbe Wahrheit.
Bram Stokers Dracula ist eine der prägendsten Figuren des modernen Horrors. Kelley Jones und Matt Wagner aber sind angetreten, die ausgetretenen Pfade des Vampirklassikers zu verlassen und erzählen von den frühen Jahren des Vampirfürsten. Das ist ein gewinnbringender Ansatz, wie sich zeigen wird.
Ein Manhua, der was auf sich hält, hat heutzutage einen trendigen englischen Titel wie The Ravages of Time. Für den chinesischen Markt gibt es aber auch einen chinesischen Originaltitel; würde man ihn übersetzen, hieße der vorliegende Manhua Der Feuerphönix löst einen Steppenbrand aus.