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Währenddessen … (KW 42)

In der Kolumne „Währenddessen …“ zeigt die Comicgate-Redaktion, was sie sich diese Woche so zu Gemüte geführt hat.

Christian: So ändern sich die Zeiten. In den 1970er Jahren konnte Gastons Kumpel Berti noch ehrlich depressiv werden, weil Fliegen an Gastons Windschutzscheibe klebten. Heutzutage hätte er wohl schon deswegen Zustände, weil man im Gegenteil zu früher eben gerade keine zermatschten Fliegen mehr an der Scheibe hätte. (Die moderne Landwirtschaft macht’s möglich.) Da könnte man glatt auf schwarze Gedanken kommen.

Das mit den Fliegen findet sich übrigens nur in der Kauka-Übersetzung von 1976. In der späteren Carlsen-Übersetzung leidet Berti an den vielen überfahrenen Igeln. Wie prosaisch: Da muss man ja nun wirklich kein ausgesprochenes Sensibelchen sein. Überfahrene Igel deprimieren schließlich jeden. 

Thomas: Der Manga-Erfolg I Am A Hero von Kengo Hanazawa wurde 2015 in als japanisch-koreanische Koproduktion verfilmt. Zwei Jahre nach der Premiere beim Sitges Festival erscheint er nun in Deutschland auf BluRay und DVD bei Kazé. Im Sommer war er bereits vorab in einigen Kinos im Rahmen der Kazé Anime Nights zu sehen, wo ich das Vergnügen hatte.

Und ein Vergnügen ist es in der Tat: Wir bleiben von Anfang an ganz nah am Protagonisten Hideo (gut gespielt von Yō Ōizumi) und bewegen uns mit ihm durch eine Zombie-Apokalypse, die einerseits durch zahlreiche Zombiefilme und -serien vertraut wirkt, aber auch ein paar originelle Aspekte mitbringt. Der erfolglose Mangazeichner Hideo, der so gerne einmal Held sein möchte, obwohl er eigentlich nicht das Zeug dazu hat, stolpert eher ziellos als heldenhaft durch das Szenario und bleibt dem Zuschauer dabei stets sympathisch. Was der Film besonders gut hinbekommt, ist die Balance aus Suspense, Gore und Witz: Er ist humorvoll und liefert etliche Gags, versteht sich aber nicht als reine Komödie, sondern zieht auch immer wieder die Spannungsschraube an. Obendrein ist er überraschend blutig. Ich war durchaus erstaunt, dass die FSK dem Film trotz seiner zahlreichen expliziten Splatterszenen ein „Ab 16“-Siegel verpasst hat. Allzu zartbesaitet sollte man als Zuschauer also nicht sein. Alles in allem eine gelungene Mischung, die es schafft, frischen Wind in ein Genre zu blasen, von dem man sich zuletzt eher übersättigt fühlte. Und allein schon für die Idee mit dem Leichtathletik-Zombie werde ich dem Film ewig dankbar sein.

Was habt ihr diese Woche gekauft, gesehen, gelesen, gespielt? Postet eure Bilder, Geschichten und Links einfach in die Kommentare.