Alle Artikel mit dem Schlagwort: okay (4-6 Punkte)

Humboldts letzte Reise

Schulen und Straßen, die den Namen „Humboldt“ tragen, gibt es in Deutschland zuhauf. Angesichts eines permanent postulierten Bildungsnotstandes fragt man sich jedoch, ob die Personen hinter diesem Namen überhaupt noch im öffentlichen Bewusstsein präsent sind. Oder assoziiert man mit ihm nur noch Orte?  Wie so oft droht die steinerne Last der Gebäude und Straßen die historisch real existenten Namensgeber – die Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt – zu erdrücken.

Telaya & Dioman: Diesseits der Nacht (Filmversion)

Seit Anfang 2014 veröffentlicht Helmut Schulz Folgen seiner Fantasy-Saga Telaya & Dioman kostenlos auf seiner Website. Inzwischen sind bereits neun von elf Kapiteln des ersten Zyklus in englischer Sprache abrufbar. Daneben liegt der komplette erste Handlungsbogen mit dem Titel „Diesseits der Nacht“ beim Epsilon Verlag als deutschsprachige Printausgabe vor. Und weil aller guten Dinge drei sind, existiert obendrein noch eine als Download zu erwerbende Filmversion auf Englisch und Deutsch. Was man sich darunter vorzustellen hat und wie dieses Projekt qualitativ zu bewerten ist, erörtern im Folgenden Benjamin Vogt und Frauke Pfeiffer.

Anthropozän

Vom Deutschen Museum, dem laut Wikipedia „größten naturwissenschaftlich-technischen Museum der Welt“, würde man nicht unbedingt eine Comic-Anthologie erwarten. Doch anlässlich einer großen Sonderausstellung entwickelte das Museum zusammen mit der Universität der Künste Berlin und der Agentur „Mint Wissen“ (die auch an dem Sachcomic Die große Transformation beteiligt war) ein Comicprojekt, das die Ausstellung begleitet und auch als großformatiges Album publiziert wurde.

V-Wars 1 – Die blutrote Königin

Da sind sie also wieder: Vampire. Medial einfach nicht totzukriegen. Und damit mindestens so hip wie die allseits geliebten Zombies. Jonathan Maberry, Autor einer ganzen Reihe von Horror-Romanen (und einiger Marvel-Comics), ruft mit der IDW-Serie V-Wars nun den Vampirkrieg aus. Wobei es den Krieg gegen diese Wesen in Film und Literatur stets gegeben hat. Doch meist passierte das in aller Stille, im Schatten von ein paar Einzelgängern durchgeführt, während der Rest der Menschheit die Existenz von Vampiren eher im Reich der Legenden verortet hat. In Maberrys Comic wird der Konflikt hingegen ganz offen ausgetragen. Zwangsläufig, denn wenn Familienmitglieder, Kollegen oder Nachbarn sich jederzeit in Vampire verwandeln können, dann steht man schließlich vor einem gesellschaftlichen Problem, das eine gelegentliche Monsterjagd nicht zu lösen imstande ist.

U-Comix 189

Das 1969 im Geist der 68er-Gegenkultur von Raymond Martin gegründete Magazin U-Comix machte sich um die Comickultur verdient, indem es deutschen Lesern amerikanische Undergroundcomix und neue, innovative Erwachsenencomics aus Frankreich zugänglich machte. Ab 1980 erschien das Heft regelmäßig, zunächst im Volksverlag, später im Alpha Comic Verlag und brachte es zu hohen Auflagen und etlichen Konflikten mit dem Jugendschutz. Ab Mitte der 1980er Jahre diente das Heft auch zunehmend als Plattform für deutschsprachige Künstler, ehe es 1997 eingestellt wurde. 16 Jahre später brachte Herausgeber Steff Murschetz das Heft zurück: das neue U-Comix, von dem inzwischen acht Ausgaben vorliegen, enthält kaum ausländische Lizenzcomics, sondern besteht überwiegend aus Beiträgen einheimischer Zeichner. In einer Dialog-Rezension nehmen Stefan Svik und Thomas Kögel das aktuelle Heft unter die Lupe.

Eine außergewöhnliche Reise

Viele Jahre haben die Cousins Noémie und Emilien im Internat gelebt, weil ihre Eltern nicht genügend Zeit für ihre Erziehung aufbringen konnten. Umso erstaunlicher, als Noémies Familie die beiden Kinder nach sieben Jahren zu sich auf ihr stattliches Anwesen einlädt. Schnell wird klar, dass dort eine Verschwörung abläuft: Offenbar wurde Emiliens Vater entführt, als er am Jules-Verne-Wettbewerb für Erfinder mit einem innovativen Fahrzeug teilnehmen wollte. Zusammen mit ehemaligen Kollegen des Vaters begeben sich die Kinder auf den Weg von Großbritannien nach Paris, um den mysteriösen Geldgeber im Hintergrund aufzuspüren, den sie als Drahtzieher der Entführung vermuten.