Autor: Julian Auringer

Schneewittchen als Comic: Vom Bilderbogen zur Adaption mit Tarot-Bezügen

„Spieglein, Spieglein an der Wand, / wer ist die schönste im ganzen Land?“ – Jedes Kind kennt die Zeilen der eitlen Königin, die alles daran setzt, ihre schöne Stieftochter zu töten. Seit der Erstausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm im Jahre 1812, in der das Märchen noch Schneeweißchen/Sneewittchen hieß (im Englischen Raum gilt Schneeweißchen und Rosenroth zudem als zweites Snow-White-Märchen), wurde der Stoff unzählige Male populär bearbeitet. Ob als (Zeichentrick-)Film, z. B. von Siegrid Alnoy oder als Inspiration dienend für Dario Argento (Phenomena, Suspiria), als Literaturadaption, z. B. von Karen Duve oder Angela Carter, als Liederzyklus von Hermann Franke und Franz Abt, als Dailystrip von Disney oder auch als Bilderbogen des 19. Jahrhunderts – das Märchen zählt zum Weltkulturerbe.

„Der mit den Zelten“: Das Messe-ABC zum Comic-Salon 2018

Der 18. Internationale Comic-Salon Erlangen ist Geschichte, und er wird vermutlich noch lange als „der mit den Zelten“ in Erinnerung bleiben, denn diesmal war vieles anders. Man rückte vom Kongresszentrum, das gerade saniert wird, mitten ins Zentrum der Altstadt, wo eigens Zelte aufgebaut wurden. Drumherum öffneten Erlangens Institutionen wie Theater, die Uni, die Stadtbibliothek oder Museen ihre Pforten für diverse Programmpunkte des Salons. Wir lassen die vier Tage noch einmal Revue passieren, wie gewohnt in Form eines Alphabets, in dem wir unsere ganz subjektiven Eindrücke vom Festival wiedergeben. Hier sind die Erinnerungen, Beobachtungen und Anekdoten der anwesenden Comicgate-Autoren:

Die Erektion – Buch 1

Ein unüberlegter Satz kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, wenn ihm die zerstörerische Kraft inne wohnt, eine über zwanzigjährige Beziehung zu erschüttern. Das muss der Kunstprofessor Florent am 48. Geburtstag seiner Lebensgefährtin Lea erfahren. Obschon noch immer attraktiv, fühlt diese sich von ihrer besten und gleichaltrigen Freundin Alexandra als Konkurrentin bedroht. Als Florent auf die Frage, wer denn nun attraktiver sei, antwortet: „Das kann man doch nicht vergleichen, sie ist viel jünger als du“ und während der anschließenden Geburtstagsparty auch noch das Weihnachtsgeschenk für seine Mutter mit Leas Geburtstagsgeschenk verwechselt, genügt eine Erektion, um eine handfeste Ehekrise heraufzubeschwören.