Autor: Julian Auringer

„Der mit den Zelten“: Das Messe-ABC zum Comic-Salon 2018

Der 18. Internationale Comic-Salon Erlangen ist Geschichte, und er wird vermutlich noch lange als „der mit den Zelten“ in Erinnerung bleiben, denn diesmal war vieles anders. Man rückte vom Kongresszentrum, das gerade saniert wird, mitten ins Zentrum der Altstadt, wo eigens Zelte aufgebaut wurden. Drumherum öffneten Erlangens Institutionen wie Theater, die Uni, die Stadtbibliothek oder Museen ihre Pforten für diverse Programmpunkte des Salons. Wir lassen die vier Tage noch einmal Revue passieren, wie gewohnt in Form eines Alphabets, in dem wir unsere ganz subjektiven Eindrücke vom Festival wiedergeben. Hier sind die Erinnerungen, Beobachtungen und Anekdoten der anwesenden Comicgate-Autoren:

Die Erektion – Buch 1

Ein unüberlegter Satz kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, wenn ihm die zerstörerische Kraft inne wohnt, eine über zwanzigjährige Beziehung zu erschüttern. Das muss der Kunstprofessor Florent am 48. Geburtstag seiner Lebensgefährtin Lea erfahren. Obschon noch immer attraktiv, fühlt diese sich von ihrer besten und gleichaltrigen Freundin Alexandra als Konkurrentin bedroht. Als Florent auf die Frage, wer denn nun attraktiver sei, antwortet: „Das kann man doch nicht vergleichen, sie ist viel jünger als du“ und während der anschließenden Geburtstagsparty auch noch das Weihnachtsgeschenk für seine Mutter mit Leas Geburtstagsgeschenk verwechselt, genügt eine Erektion, um eine handfeste Ehekrise heraufzubeschwören.

Rider on the Storm 2 – London

Gerade noch mit dem Leben davongekommen, erwacht Gaspard Sarini mit gebrochenem Arm und einer Kopfverletzung in einem Londoner Krankenhaus. Nachdem es dem Rennfahrer im ersten Band gelang, die Polizistin Jade Antoine von seiner Unschuld am Mord seiner Eltern zu überzeugen, ermittelt sie weiterhin in Brüssel und zweifelt zunehmend an ihrem Chef Raoul de Groot, der tief in den Fall verstrickt zu sein scheint, während der junge Rennfahrer in London das Geheimnis um die Ermordung seiner Eltern zu lüften versucht. Doch die Zeit drängt, denn auch der Protagonist wäre beinahe Opfer des unbekannten Mörders geworden, dessen Freunde womöglich einflussreicher sein könnten, als bisher angenommen. „Into this house we’re born / Into this world we’re thrown […] There’s a killer on the road” – die Zeilen aus Riders on the Storm, Jim Morrisons Schwanengesang, kurz vor seinem Ableben im Juni 1971 in Frankreich verfasst und aufgenommen, liest sich wie eine Zusammenfassung der Geschichte um den Motorradrennfahrer Gaspard Sarini und es verwundert, dass die drei noch lebenden Mitglieder von The Doors, Ray Manzarek, John Densmore und Robby Krieger …