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Frisch aus der Druckerei: April 2017

Wie jeden Monat präsentieren wir euch an dieser Stelle einen Überblick der Serienneustarts und aktuellen Einzelbände, die aus der deutschsprachigen Verlagslandschaft heraus in den vergangenen vier Wochen auf den Markt gebracht wurden. Thematisch wie stilistisch dürfte eigentlich für jeden Lesegeschmack etwas dabei sein.

HIGHLIGHT DES MONATS

In zwei bemerkenswerten Runs hat der britische Zeichner Steve Dillon (Preacher, Hellblazer) die Bilder zu Geschichten des Punishers geliefert. 2016 ist er erneut zu Marvels knallhartem Bestrafer zurückgekehrt und hat einen Storybogen nach dem Skript von Autorin Becky Cloonan (American Virgin, Gotham Academy) realisiert. Leider ist Dillon vor Kurzem unerwartet verstorben, so dass die Erzählung, die Panini jetzt auf Deutsch im ersten Band der aktuellen Punisher-Serie abdruckt, gleichzeitig die letzte seiner Arbeiten darstellt. [Leseprobe]

EIGENPRODUKTIONEN

Leider viel zu selten bekommt man neue Comicbände von Zeichner Uli Oesterle zu Gesicht. Bei Carlsen erscheint jetzt unter dem Titel Kopfsachen eine Zusammenstellung von diversen älteren Geschichten Oesterles, die zuvor in unterschiedlichen Publikation veröffentlicht wurden, darunter z.B. Schläfenlappenfantasien oder Frass. Teilweise wurden diese Frühwerke noch einmal textlich überarbeitet und die Kolorierung verändert. Unter den acht Stories befindet sich als Bonus auch noch ein brandneuer Hector-Umbra-Comic.

Im auf Kinder- und Jugendbücher spezialisierten TintenTrinker Verlag erscheint der Comicband Gotteskrieger, der passend zum Luther-Jubiläum das Thema Reformation anpackt. Autor Alexander Hogh erzählt eine Geschichte, die vor der Kulisse des 16. Jahrhunderts spielt und zeigt, wie religiöse Radikalisierung in Gewalt und Krieg umschlagen kann. Die Zeichnungen stammen von Lukas Kummer, der sich nach Die Verwerfung erneut an einem historischen Thema grafisch abarbeiten darf. [Leseprobe]

Der Roman Verlorene Illusionen von Honoré de Balzac ist ein klassisches Stück französischer Gesellschaftskritik. Autor/Zeichner Helmut Wietz (Der Tod von Adorno) leiht sich für seinen Band nicht nur den Titel aus, sondern quasi auch den Hauptprotagonisten. Aus dem Frankreich des 19. Jahrunderts verlegt er seine Handlung jedoch in die Zeit der deutschen Wende. Das Ergebnis ist ein ironisches Werk, das formal nur am Rande als Comic zu bewerten ist. Vielmehr lässt sich die „Graphic Novel“ aus dem Hause Walde + Graf als eine collageartige Aneinanderreihung von Szenen und Standbildern beschreiben. [Leseprobe]

Mit seinen Comics Heimdall und Röhner, die beide bei Rotopolpress erschienen sind, hat Max Baitinger einigen Eindruck gemacht. Sein neues Werk heißt Birgit und wird hingegen von Reprodukt publiziert. Die in minimalistisch-stilisierten Bildern gehaltene Erzählung dreht sich um eine ganz normale Verwaltungsangestellte, die eines Tages aus dem Arbeitsalltag ausbricht und aus ihrem Büro flieht. [Leseprobe]

Bei Kult Comics erscheint die erste Ausgabe von Alexander der Große, einer auf drei Bände angelegten Serie, die die Lebensgeschichte des weltberühmten Königs nacherzählt. Künstlerisch dafür verantwortlich ist Zeichnerin Eri Heiligendorff, die die Seiten in ihrem ambitionierten Werk in einer rohen Bleifstiftoptik belässt. [Leseprobe]

Im letzten Jahr gewann das Magazin Wunderfitz den Max-und-Moritz-Preis als beste studentische Publikation. Aus dem gleichen Pool der Studenten der Münster School of Design stammen die Beiträge in dem jetzt beim Verlag Schwarzer Turm veröffentlichten Anthologieband Bangebüxe. Viele der Geschichten wurden von den Künstlern zuvor schon in Eigenregie publiziert, sie entstanden in einem Seminar, das von Thomas Wellmann (Pimo & Rex) geleitet wurde. [Leseprobe]

Den Auftakt zu ihrer auf vier Bände angelegten Freibeuterstory Piratebay hatten Diana Liesaus und Sabrina Ehnert bereits im Selbstverlag herausgebracht. Jetzt wechselt der Abenteuer-Manga zu Pyramond, wo Band 1 noch einmal erscheint und gleichzeitig der zweite Teil seine Premiere feiert. [Leseprobe]

Und noch eine weitere Reihe aus der Feder von Diana Liesaus gibt es bei Pyramond zu entdecken: Band 1 der Serie Basar der Erinnerungen, ein fantasiereicher Ausflug in die Welt der Mythen, Sagen und Märchen, ist ebenfalls bereits im Selbstverlag veröffentlicht worden und wird von Pyramond neu aufgelegt. Dort soll dann in Kürze auch exklusiv die Fortsetzung kommen. [Leseprobe]

2016 hat die aus Italien stammende, aber in Hamburg lebende Künstlerin Alice Socal bei Rotopolpress bereits den Comicband Sandro vorgelegt. Mit Cry me a river legt sie beim gleichen Verlag nun nach. Oberflächlich mutet die Handlung eher surreal an (Wasserfälle aus Tränen, Würmer in Cornfalkes-Schachteln, heilige Riesengarnelen), dahinter steckt aber augenscheinlich schlicht und einfach einen Trennungsgeschichte inkl. deren emotionaler Verarbeitung. [Leseprobe]

EUROPÄISCH

Wunderland (Avant-Verlag) ist das bislang persönlichste Werk des in Rom geborenen Schweizers Tom Tirabosco (Das Ende der Welt, Im Dunkeln). In schwarz-weißen Bildern erzählt er darin die Geschichte seiner Eltern und von der Beziehung zu seinem Bruder. An dem autobiografischen Comic hat Tirabosco mehr als zehn Jahre gearbeitet. [Leseprobe]

Vom französischen Kreativteam  Laurent Galandon und Frédéric Blier kommt die Albenreihe Die Traumfabrik (Panini). Die Serie spielt in den 1920er Jahren und erzählt von einem Mann, der einen sicheren aber langweiligen Job in der Kanzlei seines Vaters aufgibt, um in der Großstadt seinen Traum zu verfolgen: Er möchte Filme machen. Prompt bekommt er eine Stelle als Assistent in einem Filmstudio. [franz. Leseprobe]

Einen Blick hinter die Kulissen der Modemarke Dior und in die Arbeit ihres Schöpfers Christian Dior gewährt die französische Künstlerin Annie Goetzinger (Die Diva, Detektei Hardy) mit ihrem Band Ein Kleid von Dior (Kult Comics). Dazu lässt Goetzinger den Leser von einer Kolumnistin an die Hand nehmen, die innerhalb des Comics die Pariser Modenschau 1947 hautnah miterlebt. [Leseprobe]

Ein Porträt der iranischen Jugend verspricht der Comic Liebe auf Iranisch (Splitter-Verlag). Dafür ist das französische Paar Jane Deuxard und Deloupy in das muslimisch geprägte Land gereist, um junge Menschen besonders zum Thema Liebe zu befragen. Die in Zeichnungen verewigten Reportagen gewähren einen Blick in das Innere Irans, von dem man als Außenstehender so nur äußerst selten berichtet bekommt. [Leseprobe]

Im Einzelband Doctor Who – Die vier Doctoren (Panini) kommt es zu einem Aufeinandertreffen von gleich vier Inkarnationen des durch die Zeit reisenden Doctors aus der britischen Kult-Fernsehserie. Neben dem zehnten, elften und zwölften Doctor ist auch der „Kriegsdoctor“ mit von der Partie. Der Comic stammt von Autor Paul Cornell und Zeichner Neil Edwards.

Bei Erko erscheint eine dreibändige Ausgabe der Detektivparodie Herlock Sholmes, die in den späten 1960er Jahren in Jugoslawien entstand. In Deutschland kennt man die Stories von Zvonimir Furtinger und Jules (i.e. Julio Radiolovic) aus den Yps-Heften. Im ersten jetzt publizierten Integral sind die ersten drei (von insgesamt neun) Alben des buchstabendrehenden Humorcomics enthalten. [Leseprobe]

Den meisten Comiclesern dürften die Daltons als Gegenspieler Lucky Lukes ein Begriff sein. Über den realen Hintergrund der im Wilden Westen ihr Unwesen treibenden Gaunerbrüder ist dagegen weitaus weniger bekannt. Diesem Umstand möchte der französische Autor Olivier Visonneau zusammen mit dem spanischen Zeichner Jesús Alsonso nun entgegenwirken und die historischen Figuren von ihrer überzeichneten Lucky-Luke-Darstellung lösen. Ihr zweiteiliger Comic Die Daltons (Splitter-Verlag) erzählt in Rückblenden die wahre Lebensgeschichte von Bob, Grat, Bill und Emmett. [Leseprobe]

Beim Splitter-Verlag, der nach und nach so gut wie alle Serien des Brasilianers Leo ins Programm nimmt, erscheint nun auch die fünfteilige Reihe Überlebende noch einmal von Beginn an (bei Epsilon ist damals nur Band 1 erschienen). Die Story rund um das Thema Kolonisation und fremde Planeten, in der auch die Figur Kim Keller wieder eine zentrale Rolle einnimmt, spielt innerhalb des Aldebaran-Kosmos, ist aber eher ein Spin-Off zu den drei regulären Zyklen als eine Fortsetzung. [Leseprobe]

In einer mit Spiritualität und Mythologie aufgeladenen Nordregion plagen die Bewohner ganz grundlegende Probleme. Zum Besispiel die Hungersnot, die sich ergibt, als plötzlich auf den Ländereien nichts mehr wächst. Deshalb bricht ein Mann mit seinem Sohn auf, um das Geheimnis hinter dem Phänomen zu lüften. Die Albenreihe Nils (Splitter-Verlag) ist eine Koproduktion der beiden Franzosen Jérôme Hamon und Antoine Carrion (Weißer Schatten). [Leseprobe]

Lewis Trondheim ist nicht gerade für realistische Kriminalcomics bekannt. Für die Reihe Maggy Garrisson, in Frankreich in bislang drei Alben erschienen, macht er jedoch eine Ausnahme. Seine Geschichte dreht sich um die titelgebende Privatdetektivin, die sich in der Londoner Großstadt ihre Brötchen verdient und die meiste Zeit von allem genervt ist. Trondheims Szenarien werden von dessen französischen Landsmann Stéphane Oiry grafisch umgesetzt. In Deutschland erscheint Maggy Garrisson ab sofort beim Verlag Schreiber & Leser. [Leseprobe]

Zusammen mit ihrer Katze Carrot lebt die Hexe Pepper in einem Haus im Wald und vertreibt sich mit Zaubersprüchen und Streichen die Zeit. Die cartoonig gezeichnete und kids-kompatible Comicserie Pepper & Carrot stammt vom Franzosen David Revoy und erschien, wie so einige Comics im Popcom-Programm, ursprünglich als Webcomic. [Leseprobe]

In Olivier Marins Comicreihe Margots Reportagen geht es um die Arbeit einer Redakteurin bei einer Automobilzeitschrift in den 1950er Jahren. In der Serie Bettys Abenteuer (Salleck Publications) erzählt Marin nun von Margots Cousine, die mit ihrem Vater zusammen eine Werkstatt betreibt und Oldtimer ankauft. Die Zeichnungen dazu liefert der Franzose Jérome Phalippou. [Leseprobe]

Unter dem Titel Gesammelte Fälle veröffentlicht Carlsen eine umfangreiche Gesamtausgabe der von den spanischen Kreativen Juan Diaz Canales und Juanjo Guarnido stammenden Noir-Reihe Blacksad. Der Band enthält alle fünf bereits erschienenen Alben, außerdem gibt es als Bonus zwei zusätzliche Geschichten und Skizzenmaterial. Blacksad, ein moderner Comicklassiker, spielt in einem Amerika der 1950er Jahre, das von anthropomorphen Tieren bevölkert ist. Erzählt wird von den Kriminalfällen, in denen der titelgebende Privatdetektiv ermittelt. [Leseprobe]

Gleich zwei klassische Albenreihen feiern bei großen deutschen Verlagen ihre Rückkehr in Form von Gesamtausgaben: Zum einen wäre da Alix, jener Comic von Jacques Martin, der bereits in den 1950er Jahren gestartet ist und geschichtsträchtige Abenteuer im alten Rom unter Cäsar präsentiert. Der erste Band der Neuauflage in der Egmont Comic Collection beinhaltet die ersten drei Alben der Serie. [franz. Leseprobe]

Ein paar Jahre später als Alix, nämlich Ende der 60er, starteten Autor Greg und Zeichner Hermann ihren Abenteuercomic Andy Morgan. Die titelgebende Hauptfigur ist ein Ex-Agent, der mit seiner Yacht über die Meere schippert und aufregende Dinge erlebt. Der erste Band der Gesamtausgabe von Carlsen versammelt die ersten vier Alben des belgischen Klassikers. [Leseprobe]

In der Egmont Comic Collection gibt es ein paar neue Disney-Bände, die an dieser Stelle kurz erwähnt werden sollen: Die Kompilationen Dem Ingeniör ist nichts zu schwör – Made in Entenhausen und DUCK – Typenhandbuch Entenhausener Autos 1937 bis heute sind zwei „Best ofs“ mit thematisch grob verwandten Geschichten. Während Ersterer ganz dem genialen Erfinder Daniel Düsentrieb gewidmet ist, der 2017 seinen 65. Geburtstag feiert, versammelt das Typenhandbuch Stories, in denen Fahrzeuge der Bewohner Entenhausens eine größere Rolle spielen. So natürlich u.a. auch Donalds berühmter 313.

Die Ducks in Europa bietet hingegen eine längere, zusammenhängende Erzählung, in der die Ducks im Auftrag des Fähnlein Fieselschweifs eine Tour durch Europa unternehmen. Bei der Reise werden sie von diversen Schurken gejagt, bevor sie schließlich am Ende auch in Berlin landen. Zunächst als Fortsetzungscomic in der Micky Maus erschienen, gibt es nun den Sammelband als Paperback oder Hardcover-Ausgabe.

AMERIKANISCH

Bei Walde + Graf hat man eine heute kaum mehr bekannte Perle der amerikanischen Zeitungscomics gehoben: Lyonel Feiningers The Kinder Kids. Die Serie des deutsch-amerikanischen Künstlers erschien im Jahre 1906 nur ein halbes Jahr lang in der Chicago Sunday Tribune. Der Comic dreht sich um drei Kinder deutscher Auswanderer, die ausreißen und Abenteuer erleben. [Leseprobe]

Seit einiger Zeit publiziert der in New York lebende deutsche Zeichner Thomas Baehr seinen Comicstrip Pole, der sich voll und ganz dem Alltag der Pinguine verschrieben hat. Deren humoristisch erzählte Erlebnisse sind teilweise auch mit mal mehr, mal weniger subtiler Umweltkritik verbunden. Beim Kleinverlag Gringo Comics ist jetzt ein erster Pol-Sammelband in Deutschland erschienen. [Leseprobe]

Gerade erst ist die Comicreihe zum Videospiel The Wolf Among Us zu Ende gegangen, schon gibt es vom selben Kreativteam, nämlich Dave Justus, Matthew Sturges und Travis Moore, eine neue Serie aus dem Fables-Kosmos: In Fables: Everafter – Es war einmal… stehen diverse aus der Hauptserie (und den diversen Ablegern) bekannte, aber auch bislang noch nicht präsentierte Märchenfiguren im Fokus, die sich allesamt als Spione verdingen. Die neueste Ergänzung zu Bill Willinghams Vertigo-Schöpfung gibt es natürlich auf Deutsch bei Panini in Sammelbänden.

2016 hat der US-Verlag Boom! Studios den erfolgreichen Versuch unternommen die Mighty Morphin Power Rangers in Comicform aufleben zu lassen. U.a. hat Autor Kyle Higgins sich hierbei auf die beliebte, ursprüngliche Version der TV-Reihe aus den 90er Jahren konzentriert, in deren Umfeld die Comicstories spielen sollen. Panini veröffentlicht nun einen ersten Sammelband, der kurz nach der Einführung des grünen Rangers beginnt. Nicht zuletzt der jüngste Kinoreboot dürfte den Verlag dazu bewogen haben, sich an den Retrocomic zu wagen.

Auch Rebellenpilot Poe Dameron bekommt im aktuellen Star Wars-Comicuniversum seinen Solocomic. Star Wars: Poe Dameron ist eine Ongoing-Serie, die von Charles Soule (Daredevil) geschrieben und von Phil Noto (Black Widow) gezeichnet wurde. Darin darf der aus „The Force Awakens“ bekannte Dameron zusammen mit dem Droiden BB-8 gegen die First Order kämpfen. Panini hat jetzt den ersten Sammelband der Reihe mit den US-Heften 1-6 vorgelegt. [Leseprobe]

Vor wenigen Jahren hat Autor Joe Hill den Plan gefasst, eine Neuauflage der Fernsehserie Tales from the Darkside, einer Horror-Anthologie aus den 1980er Jahren, zu inszenieren, an der damals stellenweise auch schon sein Vater, Stephen King, beteiligt war. Auf die Bildschirme hat es dieser Reboot leider nicht geschafft, doch aus den Skripts der ersten geplanten Episoden hat Hill schließlich eine vierteilige Comicserie gemacht. Tales from the Darkside – Geschichten aus der Schattenwelt (Panini) vereint den Autor nun sogar wieder mit Gabriel Rodriguez, dem Zeichner seiner Comicreihe Locke & Key. Der deutsche Sammelband enthält den kompletten vierteiligen Storybogen der Hill’schen Darkside. [Leseprobe]

Im April sind nun gleich alle fünf brandneuen DC-Heftserien gestartet, nachdem es im Vormonat Specials zu vieren davon gab. Zum Launch von „DC Rebirth“ gibt es zwei parallel laufende, deutsche Heftreihen zum Dunklen Ritter: Während die Serie Batman [Leseprobe] sich unter dem Kreativteam Tom King und David Finch ganz auf den Titelhelden fokussiert, zeigt Batman – Detective Comics (von James Tynion IV und Eddy Barrows) [Leseprobe] eine Gruppe aus dem Umfeld der Batfamilie. Neben Red Robin, Batwoman oder Spoiler gehört diesem auch der (Ex-)Schurke Clayface an.

Auch Superman bekommt wieder eine Heftreihe, die von einem alten Bekannten verfasst wird: Dan Jurgens, der Superman einst sterben ließ, ist zurück. Ebenfalls zurück ist der damalige Todbringer, das übermächtige Wesen Doomsday. Und der tritt nicht nur erneut gegen den Stählernen an, sondern auch gegen Lex Luthor, der sich mit Cape und Rüstung seit Kurzem als Superheld und Beschützer von Metropolis aufspielt. Das Ganze wird gezeichnet von Patrick Zircher. [Leseprobe]

An prominenter Stelle bei „Rebirth“ darf das legendäre Heldenteam Justice League nicht fehlen, deren US-Reihe von Bryan Hitch und Tony Daniel gemeinsam betreut wird. Die Besetzung des Teams ist nicht großartig überraschend, wobei anzumerken ist, dass gleich zwei Green Lanterns vertreten sind. Und keine von beiden ist Hal Jordan. Die im Kino allmählich zusammengeführte Justice League erhält jedenfalls bei Panini auch wieder einen festen Heftplatz. [Leseprobe]

Zu guter Letzt hat sich die Schurkentruppe der Suicide Squad dank ihres Filmerfolges und dem damit verbunden Bekanntheits- und Popularitätsschub in eine deutsche Heftserie hineinkatapultiert, die sie mit keinem anderen Titel teilen muss. Dass die Missionen der Squad (alias Task Force X) unter Autor Rob Williams mit hochkarätig besetzten Zeichnern (Jim Lee, Ivan Reis und Jason Fabok) glänzen können, dürfte den Titel auch nicht unbedingt weniger attraktiv machen [Leseprobe]. Alle fünf von Panini frisch gestarteten DC-Heftreihen beinhalten regulär jeweils zwei US-Hefte. Da die entsprechenden Titel in den Staaten zweimal pro Monat erscheinen, können die deutschen Versionen mit einem monatlichen Erscheinungsrhythmus nun erstmals ohne fremde Zweitstories bzw. ohne Heftteilung mit einer anderen Reihe auskommen.

Nachdem er zuletzt in geheimen Spionagemissionen unterwegs war, schlüpft der ehemalige Robin Dick Grayson wieder in sein gewohntes Kostüm und kämpft als Nightwing für Gerechtigkeit. Die neue Soloreihe unter dem „DC Rebirth“-Banner stammt aus der Feder von Tim Seeley (Hack/Slash) und erscheint in Bildern von Zeichner Javier Fernandez. Der erste deutsche Sammelband von Panini enthält neben den ersten Ausgaben der US-Reihe noch das zugehörige „Rebirth“-Special, so wie dies bei den weiteren neu aufgesetzten Sonderbandreihen auch der Fall ist. [Leseprobe]

Greg Rucka (Gotham Central, Lazarus) schreibt fortan die Geschicke der Amazonenprinzessin Wonder Woman. In der von Liam Sharp gezeichneten neuen Serie verbündet sich Wonder Woman gleich mal mit einer ihrer klassischen Erzfeindinnen Cheetah, um ihren Ex-Geliebten Steve Trevor vor dem Tod zu retten und ihre Erinnerungen wiederzuerlangen. [Leseprobe]

Neustart für die legendäre Green Lantern Hal Jordan: Als er sich dem Green Lantern Corps erneut anschließen möchte, muss Jordan feststellen, dass dieses nicht mehr existiert. Von der Gründung eines neuen Corps und dem wiederholten Konflikt mit Sinestro und dessen Gefolgsleuten erzählt Autor Robert Venditti in der Serie Hal Jordan und das Green Lantern Corps. Als Zeichner sind Lantern-Routinier Ethan Van Sciver und der Spanier Rafa Sandoval mit an Bord. [Leseprobe]

Während die deutsche Superman-Heftserie die US-Serie Action Comics beinhaltet, die inhaltlich das hält, was sie dem Namen nach verspricht, packt Panini in die (mit einer Nummer 1 beginnende) Superman Sonderband-Reihe einen weiteren US-Titel um den Stählernen. Der dreht sich vornehmlich um Supermans Rolle als Familienvater und um seinen Sohn, der erst lernen muss, mit seinen Kräften umzugehen. Betreut wird das Unterfangen künstlerisch vom Autorenduo Patrick Gleason und Peter J. Tomasi, am Zeichenbrett sitzen, neben Gleason persönlich, Doug Mahnke und Jorge Jimenez. [Leseprobe]

Um die Fülle an neuen „Rebirth“-Serien im April abzurunden, erhält auch die Soloreihe von Harley Quinn eine Nummer 1 auf dem Cover. Wenngleich im Prinzip keine großen Veränderungen bei der irren Clownprinzessin anstehen. Verfasst werden ihre Abenteuer doch wie bislang auch vom Schreiberteam Amanda Conner und Jimmy Palmiotti, deren Ideen von wechselnden Zeichnern, u.a. Joseph Michael Linsner umgesetzt werden. [Leseprobe]

Zuletzt war Steve Rogers‘ Freund Sam Wilson als Captain America im Einsatz. Jetzt schlüpft Rogers wieder persönlich in sein angestammtes Kostüm und muss sich, mal wieder, mit der Terrororganisation Hydra herumschlagen. Die Serie Captain America: Steve Rogers von Autor Nick Spencer (Morning Glories), die Panini hierzulande im Sonderbandformat veröffentlicht, hat in den USA wegen eines umstrittenen Storytwists hohe Wellen geschlagen. [Leseprobe]

Carol Danvers alias Captain Marvel hat in der jüngsten Vergangenheit enorm an Bedeutung im Marvel-Universum gewonnen. Nicht zuletzt deshalb ist sie eine der zentralen Figuren in Civil War II und darf demnächst sogar in einem eigenen Kinofilm brillieren. Die ersten Abenteuer als Captain Marvel erlebte Danvers 2012 in einer von Kelly Sue DeConnick verfassten Serie. Panini hatte von dieser zum damaligen Zeitpunkt nur die für ein Avengers-Crossover relevanten Ausgaben ab US-Heft 13 veröffentlicht. Jetzt legt der Verlag mit ordentlich Verspätung doch noch die ersten zwölf Ausgaben auf. Die Stories in dem 260 Seiten dicken Band werden gezeichnet von Dexter Soy, Emma Rios und Filipe Andrade. [Leseprobe]

Seit dem Überraschungserfolg des Guardians of the Galaxy-Films erhält reihum jeder der einzelnen Mitglieder des Teams eine Soloreihe. So auch der knorrige Zerstörer Drax. Geschrieben wird seine Comicserie, die es auf elf Ausgaben brachte, von Cullen Bunn (Deadpool) und Wrestling-Star C.M. Punk. Der Drax Megaband von Panini, mit Zeichnungen von Scott Hepburn und Marcus To versammelt das gesamte vorliegende Material. [Leseprobe]

Ebenfalls ermutigt von dem momentanen Guardians-Erfolg wagt Panini ein Experiment, das gezielt junge Leser ansprechen soll: Unter dem Logo „Marvel Kids“ veröffentlicht der Verlag jetzt auch Superheldencomics im größeren Albenformat. Den Anfang macht Marvel Kids Guardians of the Galaxy, eine Serie, die auf der Guardians-Trickserie basiert und in einem vergleichbaren Animationsstil gezeichnet wird. Leider ist der Preis von 7,99 € für einen 52-Seiten-Comic wenig kids-freundlich, kosten doch die monatlichen Heftreihen von Panini (wenn auch im kleinen Format) bei ähnlicher Seitenzahl nur 4,99 €. Im Juni wird jedenfalls in gleicher Aufmachung ein Album zu Spider-Man folgen. [Leseprobe]

Drachenzähmen leicht gemacht ist ein Animationsfilm, der – wie der Titel bereits verrät – von unterschiedlichen Drachen handelt. Während bei Cross Cult seit einiger Zeit die Comics zum Ableger, der TV-Serie Dragons,  erscheinen, hat Panini jetzt mit Drachenzähmen leicht gemacht: Der Erbe der Schlange einen eigenständigen Comicband zum Ursprungsfilm veröffentlicht.

ASIATISCH

Die vierteilige Reihe Beyond Evil (Kazé Manga) von den Kreativen Ogino und Miura dreht sich um einen übersinnlichen Geschäftsmann, der den Menschen ein Angebot macht, das sie nicht ablehnen können. Denn wer nicht für ihn arbeitet, ist dem Tode geweiht. Schließlich ist der Handel mit der Lebenszeit das Metier des mysteriösen Unsterblichen.

Die neue Reihe von NO.6-Schöpfer Hinoki Kino handelt von einem jungen Mann, der sich mit Feuerwerk und Magie beschäftigt. Vor allem aber ist Graffiti of the Moment (Egmont Manga) eine Coming-of-Age-Geschichte.

Der Shonen-Manga The Rising of the Shield Hero (Tokyopop) von Kyu Aiya, Seira Minami und Yusagi Aneko erzählt die Geschichte eines Jungen, der durch das Lesen eines alten Buches in eine mittelalterliche Fantasywelt gesogen wird. Dort muss er, auserkoren als einer von vier legendären Rittern, gegen Monster aus einer anderen Dimension antreten. [Leseprobe]

Wer menschenfressender Titanen überdrüssig ist, darf mal einen Blick riskieren in Yukiaki Kurandos und Yusuke Nomuras Serie Dolly Kill Kill (Egmont Manga). Denn darin treiben zur Abwechslung mal bestialische, riesige Monsterpuppen ihr Unwesen und versklaven oder töten die gesamte Menschheit. Lediglich eine überschaubare Gruppe von Rebellen leistet noch Widerstand.

Einen weiteren Spin-Off zum Bestseller Attack on Titan hat Carlsen Manga aktuell ins Programm genommen: Attack on Titan – Lost Girls, nach einer Idee von Titan-Schöpfer Hajime Isayama, ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Hiroshi Seko, in dem die Origin zweier Kämpferinnen aus der Hauptserie erzählt wird. Die Manga-Version wird gezeichnet von Ryosuke Fuji.

Von Shin-ichi Sakamoto stammt die Serie Innocent (Tokyopop). Die handelt von einem jungen Mann, der nach dem Tod seines Vaters dessen Position einnehmen soll. Das Problem: Er ist der Sohn des Henkers von Paris, eine Anstellung, die nicht gerade jedermanns Sache ist.

Mit einer neuen Reihe feiert der Shōnen-Manga Dragon Ball seine Rückkehr. Die Stories in Dragon Ball Super (Carlsen Manga) basieren allerdings auf der gleichnamigen Animeserie aus dem Jahr 2015. Immerhin hat Akira Toriyama die Geschichten, die Toyotarō zeichnet, persönlich verfasst. Für altgediente Dragon Ball-Leser, die lieber lesen statt Anime zu gucken, natürlich ein Highlight. [Leseprobe]

In Shinjiros Taboo Tattoo (Egmont Manga) führt die Berührung spezieller Kristalle zu plötzlich auftauchenden Tattoos, die dem Träger übermenschliche Fähigkeiten verleihen. Die actionreiche Shounen-Serie führt schließlich sogar in eine internationale Verschwörung.

In Sora Hoonokis Reihe Is Dorothy in a bad temper? (Carlsen Manga) dreht sich alles um eine junge Hexe, die zwar äußerst begabt, aber ebenso egoistisch ist. Zur Lektion legt ihr Meister ihr einen Bann auf, der sie zwingt, andere Menschen mit Fähigkeiten auch ohne ihr hübsches Äußeres für sich zu gewinnen.

In zwei Teilen erzählen Autor Eiji Otsuka und Zeichner Kamui Fujiwara in Unlucky Young Men (Carlsen Manga) einen Krimi vor der Kulisse Tokyos der 1960er Jahre. Der Manga verbindet eine fiktive Geschichte mit realen zeitgeschichtlichen Kontexten, lässt japanische Prominente auftreten und greift die sozialen Probleme der damaligen Zeit auf. [Leseprobe]

Neues Lesefutter für Anhänger von Romance-Manga gibt es bei Egmont mit den neuen Serien Horimiya von Daisuke Hagiwara und HERO und Love Live! School Idol Diary von Masaru Oda und Sakurako Kimino. Toykopop hält für die Zielgruppe die Serie Hausarrest ab 19:00! [Leseprobe] von Kozue Chiba sowie den One-Shot Eine süße Falle [Leseprobe] von Mai Ando bereit.

Für Boys-Love-Leser gibt es gleich vier aktuelle Einzelbände von vier verschiedenen Verlagen zu entdecken: My secret which I cannot tell you (Carlsen Manga) von Kyoko Aiba, Blue, Clean (Tokyopop) von Shinji Kotobuki [Leseprobe], 1 Zimmer, Küche, Bett (Kazé Manga) von Asou Kai [Leseprobe] und Icon (Egmont Manga) von Mariko Nekono.

SEKUNDÄRLITERATUR

Vor einiger Zeit hat sich der Verlag ComicSelection gegründet, der Spezialausgaben zu klassischen Comics im Direktvertrieb herausgibt. Einer mehrbändigen Reihe über die Piccolo-Hefte des Lehning-Verlages folgt jetzt der Start der Enzyklopädie der deutschen Micky Maus-Hefte, in der alle Titelbilder der deutschen Micky Maus-Ausgaben inkl. der Sonderhefte chronologisch abgedruckt und kommentiert werden. Außerdem gibt es auch ausgewählte Comicseiten und Hintergrundinfos zur Veröffentlichungshistorie, den Künstlern und dem damaligen Ehapa Verlag. Das erste Buch der Enzyklopädie deckt die ersten Jahre von 1951 bis 1955 ab, weitere Bände sollen mit jeweils einigen Monaten Abstand folgen. [alle Infos]