Alle Artikel mit dem Schlagwort: okay (4-6 Punkte)

In Bed

In Bed schildert die Geschichte eines Seitensprungs in teils expliziten Bildern. Insofern erinnert der Comic an Filme wie Romance und Intimacy. Storymäßig gibt das alles allerdings nicht sonderlich viel her: Rachel und Luka haben eine Affäre. Sie treffen sich ab und an zum Sex, obwohl beide verheiratet sind. Rachel ist eine erfolgreiche Schriftstellerin und Luka ein Anwalt, dessen Ehe langsam zu kriseln beginnt. Doch beide suchen mehr als ein Abenteuer und so ergeben sich aus dem anfangs vermeintlich harmlosen Stelldichein große Konsequenzen.

Fliegenpapier

Das Buch Fliegenpapier, das Andreas Platthaus im Nachwort als eine der ersten Graphic Novels überhaupt einstuft, ist nicht neu, sondern erschien ursprünglich bereits 1982. Nach jahrelanger Abwesenheit vom deutschen Markt wird es nun aber neu aufgelegt, in einem Format, das den großformatigen, ganz- und doppelseitigen Gemälden sehr viel mehr zur Ehre gereicht als die damalige Broschurausgabe.

Melvile – Die Geschichte von Samuel Beauclair

Mit seinem ersten Roman konnte Schrifsteller Samuel Beauclair durchaus reüssieren. Doch seither steckt er in einer tiefen Schaffenskrise. Sein zweites Werk lässt auf sich warten, der Verleger drängt darauf, endlich neue Seiten übermittelt zu bekommen. Um die Schreibblockade zu überwinden und dem Druck des Gerichtsvollziehers zu entgehen, quartiert Samuel sich und seine schwangere Frau kurzerhand in das Haus seines verstorbenen Vaters im ländlichen Melvile ein. Zwar sorgt auch dieser Schritt nicht dafür, dass die Kreativität sprudelt, doch findet der glücklose Autor Ablenkung in einer zufälligen Begegnung mit dem Geschwisterpaar David und Rachel. Diese suchten per Anzeige einen Hilfsarbeiter für die Renovierung ihres Hauses und fanden den klammen Samuel.

Vaterland

Nina Bunjevacs Comicgeschichte Vaterland kommt auf über 150 stolze Seiten, die sie nutzt, um auf verschiedenen Zeitebenen ihre autobiografische Familiensaga mit derjenigen des Landes Jugoslawien zu verknüpfen. Das ist nicht außergewöhnlich. Schließlich werden Familiengeschichten gerne gewählt, um geschichtliche Ereignisse oder historische Umwälzungen greifbar zu machen, indem sie große Entwicklungen in einem Mikrokosmos spiegeln. Dasselbe Prinzip ist auch hier zu finden, wobei das Erstaunlichste daran ist, dass alles wahr ist.

Sarajevo

Die drei in diesem Band enthaltenen Comicreportagen von Joe Sacco sind nicht neu, sondern bereits Mitte der 1990er Jahre entstanden und mit einer Ausnahme Anfang 2001 überarbeitet und ergänzt worden. So lassen sie zwar einiges an Tagesaktualität vermissen, aber das ist gar nicht Sinn und Zweck dieser Berichte. Vielmehr geht es darin um die psychischen Wunden, die der Krieg im ehemaligen Jugoslawien hinterlassen hat. Jede der drei Geschichten stellt unterschiedliche Personen vor, beschreibt, was sie im Krieg erlebt haben und wie sie mit den traumatischen Erfahrungen umgehen.

Manara Werkausgabe 15: Borgia

Manara zeichnet X-Men, Manara zeichnet Marvel-Cover, Manara zeichnet exklusiv eine Sandman-Episode für Neil Gaiman – irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass Milo Manara in den letzten Jahren gerne vom Mainstream vereinnahmt wird und zu einer Art Vorzeigekünstler für seichte Soft-Erotik mutiert bzw. – im Fall von Gaiman – zum europäischen Ästheten par excellence stilisiert wird, idealisiertes Europabild inklusive. Dabei ist bei Manara die Ästhetik stets nur Beiwerk, ist er doch in erster Linie ein rüder Pornograph, dem das üble Machwerk Click viel näher ist als das dünne X-Men-Büchlein mit dem Titel Frauen auf der Flucht – kaum auszudenken, was Manara mit den X-Girls wohl angestellt hätte, hätte Chris Claremont nicht sein waches Auge  auf die Finger seines Wunschzeichners für hübsche junge Frauen gerichtet.