Alle Artikel mit dem Schlagwort: Historiencomic

Auf die Barrikaden! 1 – Die geheimnisvolle Gräfin

Die Geschichte der Pariser Kommune dürfte heutzutage nicht mehr vielen bekannt sein. Vor allem außerhalb Frankreichs. Aber in den Wirren des verlorenen Deutsch-Französischen Krieges von 1870/1871, der zur Gründung des Deutschen Kaiserreiches führte, rebellierte das Volk von Paris und rief eine Demokratie aus, die sich durchaus von den sozialistischen Ideen von Marx inspirieren ließ. Dieser hat zu Beginn der neuen Serie Auf die Barrikaden! auch einen eigenen Auftritt. Doch was vielleicht weniger bekannt sein dürfte, ist die Rolle, welche die Frauen in der Kommune spielten.

Baikonur mon amie

Wer von Sonja Knoll und Michael Rühl bisher noch nie gehört oder gelesen hat, ist beileibe nicht allein, denn mit Baikonur mon amie legen die beiden Ihren Erstling vor. Und damit fallen sie an vielen Stellen über die bekannten Stolperdrähte, die vor allem für diejenigen gespannt sind, die sich nicht vorher an kleinen Geschichten probiert haben. Doch dieser Erstling ist auch ein eindrucksvolles Debüt, das durch Authentizität und Esprit überrascht.

Die Verwerfung

Das angeblich so finstere Mittelalter soll so finster nicht gewesen sein. Vieles spricht dafür, dass erst die Neuzeit ab 1500 den Rahmen für die tatsächlich großen Verwerfungen und Katastrophen bilden konnte. Eine der größten Katastrophen in Europa war dabei sicherlich der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, der Zeitraum, in dem Lukas Kummer seine düstere Kriegserzählung Die Verwerfung spielen lässt.

Éloi

„Was für ein Abenteuer! Ein Kanake in Paris …“ – mit diesem verlockenden Versprechen stimmt der ambitionierte Naturforscher Pierre Delaunay den jungen Einheimischen Éloi darauf ein, als erster seiner Landsleute von Neukaledonien aus nach Frankreich aufzubrechen.

Stonehenge 1 – Erin

Bei einer neuen Comicserie mit dem simplen Titel Stonehenge könnte man eigentlich alles erwarten. Schließlich ranken sich um den berühmten Steinkreis so manche Legenden, die immer wieder auch die wissenschaftlichen Betrachtungen und Forschungen vernebeln. Manchmal wird der Mythos gegenüber der Realität und den Fakten bevorzugt. Dabei hilft es der Fantasie, dass wissenschaftlich immer noch nicht alles um die Brocken im Süden von England aufgeklärt ist. Manche versteigen sich sogar in bester Erich-von-Däniken-Manier darin, dass die Steine von Außerirdischen aufgestellt worden seien, als ob das ein interplanetarer Raumhafen gewesen sei. Liegt hier also nun ein Science-Fiction-Comic vor? Nein, da können die Leser beruhigt sein. Handelt es sich um Fantasy? Hmm, vielleicht. Jedenfalls sind im Auftaktband keine typischen Elemente des Genres wie Fabelwesen oder Magie zu entdecken. Gleichzeitig werden aber einige Weichen gestellt, welche durchaus in diese Richtung führen könnten. Gegen Ende ist jedenfalls von einem mächtigen Schwert und einem ominösen Tor die Rede. Am besten lässt sich Stonehenge ins Genre des Historiencomics einordnen.

Königliches Blut: Isabella – Die Wölfin von Frankreich 1

Die neue Reihe Königliches Blut besitzt einen lobenswerten konzeptuellen Ansatz, der bislang oft vernachlässigt wurde – nicht nur in Comics und anderen Medien, sondern durchaus auch in der Geschichtsschreibung selber. Das gilt besonders für gekrönte Häupter: Von wenigen Königinnen abgesehen, wie etwa Elizabeth I. von England, Kleopatra oder Maria Stuart aus Schottland, stehen die Frauen fast immer im Schatten ihrer Männer und geraten selten in den Fokus der Öffentlichkeit oder gar der Historiker. Wer kennt die Ehefrauen der römischen Cäsaren? Oder diejenige von Karl dem Großen? Man könnte höchstens noch die Gattinnen des englischen Königs Heinrich VIII. aufzählen (wenn man die Serie Die Tudors gesehen hat). Dabei traten je nach historischer Situation die Frauen immer wieder gleichbedeutend neben ihre gekrönten Gatten. Wie etwa Isabella von Spanien, die Medicis in Frankreich zu Zeiten der Hugenottenkriege, Lucrezia Borgia in Italien oder auch Maire Antoinette zu Beginn der französischen Revolution. Sie alle spielten eine besondere Rolle, doch ansonsten verschwinden die Frauen oft in den Tiefen der Historie.