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Topcomics 2016 – Unsere Favoriten des letzten Jahres

Wenn das alte Jahr vorbei ist, schauen wir traditionell zurück auf die besten Comics, die wir im vergangenen Jahr gelesen haben. Ein Teil der Comicgate-Autoren hat wieder ganz persönliche Listen mit Lieblingscomics des letzten Jahres zusammengestellt. Hier sind unsere Topcomics 2016 – mal mit, mal ohne Ranking.

Dickie

Dickie, das ist eigentlich so ein richtiger Normalo. Ein rundlicher Typ mit wenig verbliebenen Haaren und von der Persönlichkeit her etwas einfältig. Nicht gerade der klassische Typus eines Comicheroen. Und doch erlebt dieses putzige Männlein, zu Beginn von seinem Schöpfer Pieter de Poortere noch als Durchschnittsbauer charakterisiert, die tollsten Abenteuer. Leider fast ausnahmslos mit negativen Wendungen. Tragisch für Dickie, höchst amüsant für den Leser.

Wie zerknülltes Papier

Wer beim Anblick der gefesselten Person auf dem Cover, die unheilvoll im Schatten eines uns den Rücken zuwendenden Mannes sitzt, eine harte Kriminalgeschichte erwartet, wird enttäuscht werden. Oder positiv überrascht. Je nachdem, mit welcher Prämisse man zum Comic Wie zerknülltes Papier des spanischen Newcomers Nadar (i.e. Pepe Domingo) greift. Der Band ist die erste längere Erzählung des Künstlers und wurde in seinem Heimatland bereits mit dem Publikumspreis des Comic-Salon in Barcelona bedacht.

Venustransit

Der Mann um die Dreissig ist einer, der stark verunsichert ist. So wie immer, wenn es daran geht eine Schwelle zu übertreten. Mit Dreißig ist das so, dann auch wieder mit Vierzig, Fünfzig und so weiter. Frauen brauchen keinen Mut. Nicht zur Bindung, Karriere, Heirat und schon gar nicht zur Mutterschaft. Sie entscheiden oder lassen die Umstände entscheiden. Natürlich geraten auch sie in Krisen und stehen Ängste aus, aber sie kämpfen oder mogeln (Make-Up!) sich da irgendwie durch und verzichten auf jeglichen heroischen Gestus. Der Mann erfand den Mut, weil er im Grunde lebensmüde und -untüchtig ist. Die Ideengeschichte des Mannes, die sich, das darf man in diesem Zusammenhang ausnahmsweise erwähnen, mit der Ideengeschichte der Menschheit weitgehend deckt, ist ein einziges Aufbegehren gegen das Leben. Es bedarf ständiger Innovationen, Reorganisation und Größenphantasien um es zu ertragen. Der Mut also, dieses Gefühl der Größe und des Wahns, ist ein Destillat männlicher Psyche: wenn es schon unmöglich ist, dann aber mit Verve. Ob das nun sympathisch ist oder nicht, zumindest eignet es sich gut als Storytelling-Material. Vermeintlich. …

Éloi

„Was für ein Abenteuer! Ein Kanake in Paris …“ – mit diesem verlockenden Versprechen stimmt der ambitionierte Naturforscher Pierre Delaunay den jungen Einheimischen Éloi darauf ein, als erster seiner Landsleute von Neukaledonien aus nach Frankreich aufzubrechen.

Der Zorn des Poseidon

Poseidon, Gott und Gebieter über die Weltmeere, hat die Schnauze voll. Dereinst musste er Odysseus seines Weges ziehen lassen, das rächt sich nun. Gewässer vermüllen, Opfergaben bleiben aus. Was ist seit damals nur passiert? Mit vielen Fragezeichen im Kopf begibt sich Poseidon ins heutige Wisconsin, erkundet Nachtclubs und Spaßbäder. Eine verkommene menschliche Gesellschaft also, in die sich seine Götterkollegen längst eingefunden zu haben scheinen.