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Links der Woche 34/16: Qahera, Corto, Molekei

Diese Woche u.a. mit einer muslimischen Superheldin, einem neuen Comicpreis, GraNos auf einer Seite und einem Cosplay-Film.

qahera

© Deena Mohamed

Auf den Schultern der Siegreichen
Süddeutsche Zeitung, Philipp Bovermann
Seit 2013 macht die Ägypterin Deena Mohamed Comics um die muslimische Superheldin Qahera, die sich gegen Sexismus und Islamophobie wenden. Ihre Heldin tritt dabei bewusst im Hidschab auf, also verschleiert. Der SZ-Artikel stellt die Künstlerin und ihre Schöpfung vor und erklärt auch, wie sich Qahera von der ebenfalls verschleiert auftretenden Heldin Dust aus den Marvel-Comics unterscheidet.

Rudolph Dirks Award – Internationaler Preis für grafische Literatur der German Comic Con
rudolphdirksaward.de
Die German Comic Con in Dortmund, die im Dezember zum zweiten Mal stattfinden wird, hat einen neuen Comicpreis ins Leben gerufen. Dieser wird in gleich 30 Kategorien verliehen, von denen sich mehr als die Hälfte auf fein aufgedröselte Genres wie „Supernatural/Mythology“ oder „Social Drama/Slice of Life“ verteilen. Neben den Genrepreisen für bestimmte Comics sollen Autoren und Zeichner ausgezeichnet werden, und zwar aufgeteilt nach ihrer Herkunft. Dazu kommen nochmal zwei noch nicht näher benannte Spezialkategorien. Eine wahre Preisflut also, über deren Empfänger in zwei Stufen entschieden wird. Zunächst bekommt jede Kategorie eine Shortlist, die von einer neunköpfigen Jury ausgewählt wird (sieben Jurymitglieder sind bereits bekannt, zwei folgen noch). Im zweiten Schritt soll es eine Online-Abstimmung durch einen „mindestens 100-köpfigen Expertenkreis“ geben. Für diesen können sich Comicschaffende, Verlagsmitarbeiter, Händler oder Fachjournallisten ab sofort registrieren.

Comic-Legende Hugo Pratt
Arte, Thierry Thomas
Noch bis zum 1.9. in der Arte-Mediathek verfügbar: Eine sehenswerte, knapp einstündige Doku über Leben und Werk von Hugo Pratt, der mit seinem Comic Corto Maltese unsterblich wurde.

Molekei Vol.2 „On raw ground“ Sci-fi trash comic
Kickstarter, Andreas Butzbach
Vergangenes Jahr hat der Künstler Andreas Butzbach aus Speyer das erste Heft mit seinem Helden „Molekei, last of the Amish“ herausgebracht, eine wilde Hommage an diverse Trivialgenres. Für die Finanzierung eines zweiten Teils suchte er jetzt Crowdfunding-Unterstützung. Die Finanzierungsrunde geht heute zuende und wird ihr Ziel wohl nicht erreichen, aber Butzbach zeigt sich trotzdem zufrieden und den Vierseiter Molekei’s End online.

Personal Paradise – Whispered War
YouTube, Horrorkissen
Das Team von Westside Productions, einer Gruppe engagierter Fans und Cosplayer, hat bereits den zweiten Kurzfilm produziert, der auf der Mangareihe Personal Paradise von Melanie Schober basiert und dessen Handlung fortspinnt. Die Macherinnen bezeichnen es als „Fanfiction für Lesefaule“.

Eyeball Kicks: Art Spiegelman on One-Page Graphic Novels
The New Yorker, Françoise Mouly
In der aktuellen Ausgabe des Magazins The New Yorker hat Maus-Schöpfer Art Spiegelman einen einseitigen Kurzcomic veröffentlicht. Begleitend dazu erzählt seine Frau Françoise Mouly die Anekdote, dass Spiegelman vor Jahren einem Zeitungsredakteur erfolglos zu erklären versuchte, dass so ein Kurzcomic keine „Graphic Novel“ sei. Seither akzeptiere Spiegelman den Begriff und definiere ihn für sich als „ambitionierten Comic egal welcher Länge“. Dazu stellt er elf eindrucksvolle Beispiele für „One-Page Graphic Novels“ aus acht Jahrzehnten vor, die auf einer Comicseite komprimierte Geschichten erzählen.


Anmerkung: In der ersten Fassung dieses Textes war vom Hidschab als „Vollverschleierung“ die Rede. Das stimmt nicht, beim Hidschab handelt es sich im Gegensatz zum Niqab um eine Kopfbedeckung, die das Gesicht frei lässt. Außerdem wurde die Zahl der Juroren beim Rudolph Dirks Award korrigiert.

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