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Währenddessen … (KW 3)

In der Kolumne „Währenddessen …“ zeigt die Comicgate-Redaktion, was sie sich diese Woche so zu Gemüte geführt hat.

Frauke: Wie kann sich ein Onlinemagazin finanzieren? Vor dieser Frage stehen wir selber natürlich auch immer wieder. Diverse Möglichkeiten von Werbung einblenden über freiwillige „Dankeschöns“ in Form von Flattr & Co. und unfreiwillige Paywalls bis hin zu Vorfinanzierungen werden munter im Internet durchgetestet. Zwei frische, hochinteressante journalistische Formate mit unterschiedlichen Ansätzen präsentieren sich seit kurzem online:

  • uebermedien
    Wer Stefan Niggemeiers Texte auf seinem Blog zu schätzen weiß, der findet unter anderem ihn und seine Analysen und Meinungen jetzt auf Übermedien, ein von ihm und Boris Rosenkranz gegründetes Online-Magazin, das seit dem 13. Januar kritisch die deutschsprachige Medienlandschaft begleitet. Der geneigte Leser schaltet sich für 3,99 Euro einen Monat lang frei. Oder man wartet sieben Tage, dann werden die jeweiligen Artikel komplett zugängig. Was der Idee des leserfinanzierten Magazins eher entgegensteht, aber ein toller Service ist.
  • perspective_dailyEbenso engagiert erscheint Perspective Daily, das allerdings auf Crowdfunding setzt. Dieses von drei Wissenschaftlern gegründete und mit hochkarätigen Autoren gespickte Online-Format will „konstruktiven, lösungsorientierten Journalismus“ anbieten, das heißt nicht so viele Blitzmeldungen wie möglich bringen, sondern ausführlich einmal am Tag über ein aktuelles Thema inklusive Lösungsansätzen berichten. Bis zum 21. Februar kann man sich an der Finanzierung mit reduzierten 42 Euro für ein Jahr beteiligen, danach wird’s dann 60 Euro kosten. Hier muss man den Machern allerdings blind vertrauen, Vorabartikel gibt es keine zu lesen.

Bei – sowieso immer das Reinhören wert – DRadio Wissen wurde in der Sendung Was mit Medien über beide Portale berichtet und jeweils ein Macher zum Magazin und den Hintergründen interviewt: klick. Interessant, die jeweiligen Motivationen dazu zu hören, und danach ist man vielleicht motiviert, den Geldbeutel zu zücken und die Formate zu unterstützen.

Daniel: Ich würde mich sehr freuen, wenn Übermedien wirklich sinnvolle Medienkritik macht und den Leser erklären, wie Medien arbeiten. Natürlich darf es nicht nur um lustige Videos gehen, aber dieses lustige Video sollte man sich trotzdem angucken:

Persönlich muss ich ja sagen, dass ich nach einem Jahr Krautreporter mein Abo eingestellt habe. Die Artikel waren nicht so großartig und die Comicstrips mit anthropomorphen Kriegsheimkehrern fad. Die Kommentare, die ja das Herzstück des kostenpflichtigen Service sind, lesen sich genau so wie die der etablierten Zeitung. Das kann ich sehr wohl aus meiner Sicht als Community Manager der SZ sagen. Aber solange kein Fachmann hinter den Bezahlvorhang guckt, kann Krautreporter natürlich sagen, dass alles super läuft.

Daniel: Die größte Enttäuschung des letzten letzten Jahres in Sachen Brettspiele heißt: Exploding Kitten – entwickelt von Elan Lee und illustriert von The Oatmeal Matthew Inman Das kompakte Kartenspiel ist eine Art Russisches Roulette mit lustigen Memes auf den Karten: Greift man den Gegner mit 1000 Jahre alten Rückhaaren oder einem Regenbogenenchillada an. Es gilt die Kätzchen vor dem Explodieren zu bewahren. Der Millionendollar-Kickstarter ist ein nettes Mau Mau – mehr nicht. Wozu dieses Spiel jetzt auch noch als App Platz auf meinem Smartphone belegen soll, bleibt mir ein Rätsel. Das hat bei Cards Against Humanity schon nicht geklappt. Da spiel ich doch lieber Secret Hitler mit echten Menschen an einem echten Tisch.

defuse

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