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Links der Woche 24/16: Pop, Pest, Protest

Diese Woche geht es unter anderem um die Legalität von Zeichnungen und Merchandise, die auf Conventions gehandelt werden, um den Wunsch nach einem deutschen Comiczentrum und eine neue App für digitale Comics.

Wie verboten ist Fan Art?
Der m(ech)anische Comiczeichner, Jähling
Das auf Comicmessen und -conventions seit langem gebräuchliche Erstellen und Verkaufen von „Fan Art“ ist strenggenommen in der Regel eine Verletzung des Urheberrechts, wird aber von den Inhabern dieser Rechte in vielen Fällen toleriert. Comiczeichner Max Vähling alias Jähling plädiert in seinem Blogbeitrag für Augenmaß und dafür, die Gesetze in diesem Bereich weiterhin großzügig auszulegen und nicht im vorauseilenden Gehorsam gänzlich auf Fan Art zu verzichten: „Denn wenn wir die eingeschränkten Möglichkeiten, die das Gesetz uns lässt, allzu bereitwillig preisgeben, dann werden sie immer schwerer zu verteidigen.“

Charta gegen den Sexismus
Comickritik.de, Collectif des créatrices de bande dessinée contre le sexisme
Die im Jahr 2015 vom französischen „Collectif des créatrices bd contre le sexisme“, einer Vereinigung von Comicmacherinnen, aufgestellte feministische Charta gegen Sexismus im Comicbetrieb (siehe Links der Woche 37/15) gibt es nun auch auf Deutsch, ergänzt mit einem einleitenden Text.

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Pop – Motion Comic Platform
popplattform.org
Ein neues Projekt der Kunsthochschule Kassel ging vor Kurzem an die Öffentlichkeit: Mit der Plattform „Pop“ gibt es ein Programmierwerkzeug für Comickünstler, die damit ihre eigenen „Motion Comics“ erstellen und über die Plattform auch verbreiten können. Als Leser benötigt man die passende App für Android oder iOS-Geräte, die kostenlos erhältlich ist. Kostenlos sind auch die drei derzeit erhältlichen Kurzcomics (zwei von Katharina Roeser, einer von Helen Schneider), die mit verschiedenen Effekten experimentieren. Noch hat die App ein paar Kinderkrankheiten – sie trägt aber auch erst die Versionnummer 0.1.14.0 und wird hoffentlich noch weiterentwickelt.

Für ein Comic-Zentrum!
Dreimalalles, Christian Maiwald
Nach der Anhörung im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhaus (siehe Links der Woche 23/16), die eher nicht darauf hoffen lässt, dass bald mehr Fördergelder für Comics sprudeln, formuliert Christian Maiwald die Forderung nach einem „Ort, an dem das kulturelle Erbe bewahrt und der Forschung zugänglich gemacht und an dem Comic-Kultur institutionell unterstützt werden kann.“ Dabei verweist er auf ausländische Vorbilder, vor allem das finnische Comiczentrum in Helsinki. Maiwald ist Mitglied im Vorstand des Deutschen Comicvereins, zu dessen Hauptzielen der Aufbau eines „deutschen Comicinstituts“ zählt.

Gustav-Heinemann-Friedenspreis
Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen
Die Landesregierung von NRW vergibt seit 1982 jährlich den mit 7.500 Euro dotierten Gustav-Heinemann-Friedenspreis für deutschsprachige Kinder- und Jugendbücher mit friedenspolitischem Inhalt. Dieses Jahr geht er an Reinhard Kleists Comic Der Traum von Olympia, der schon mehrere Preisjurys überzeugen konnte.

Pest 1435 – Untote im mittelalterlichen Wien
Kickstarter, Stefan Gutternigh
Der Wiener Grafiker und Illustrator Stefan Gutternigh sucht per Crowdfunding Unterstützer für den Druck seines Comics Pest 1435, der „von einer Untoten-Apokalypse (das Wort ‚Zombie‘ gab es damals noch nicht) im mittelalterlichen Wien“ erzählt. Kapitel 1 kann man vorab bei Kickstarter lesen. Den Großteil der Zielsumme hat er in den ersten zwei Wochen bereits erreicht.

Liebe deinen nächsten
liebedeinennaechstenblog.wordpress.com, Gaby von Borstel und Peter Eickmeyer
Gaby von Borstel und Peter Eickmeyer, die gemeinsam Erich Maria Remarques Roman Im Westen nichts Neues als „Graphic Novel“ umgesetzt haben, befinden sich zur Zeit an Bord eines Schiffes der Organisation SOS Mediterranee. Dieses ist im Mittelmeer unterwegs, um dort schiffbrüchige Flüchtlinge zu retten. Von Borstel und Eickmeyer führen ein Bordtagebuch, aus dem später ein Buch entstehen wird. Während des Einsatzes berichten sie in einem Blog von Bord der MS Aquarius.