Aktuelles
Schreibe einen Kommentar

Frisch aus der Druckerei: April 2018

Im April machte ein neuer Manga-Verlag mit gleich fünf Publikationen seinen Aufschlag im Comicmarkt. Diese sind natürlich ebenso Teil unseres monatlichen Neuerscheinungs-Überblicks wie die neue Carlsen-Reihe mit Adaptionen von Schauerliteratur, die Neuedition der Lanfeust-Serie, die späte Ankunft von Marvels Runaways auf dem deutschen Markt und vieles andere.

HIGHLIGHT DES MONATS

Bei Carlsen Comics startet unter dem Titel „Die Unheimlichen“ eine neue Reihe von Einzelbänden, in denen namhafte deutsche Comicschaffende klassische und moderne Gruselliteratur interpretieren. Kuratiert und herausgegeben wird sie von Isabel Kreitz, die auch selbst mit einer Adaption vertreten ist: Den Nachfolgern im Nachtleben heißt die Kurzgeschichte von Sarah Khan aus dem Jahr 2013, die Kreitz als Comic umsetzt [Leseprobe]. Neben diesem Band sind zum Start noch zwei weitere erschienen: Nicolas Mahler adaptiert eine Vampirgeschichte von Elfriede Jelinek mit dem schönen Titel Der fremde! störenfried der ruhe eines sommerabends der ruhe eines friedhofs [Leseprobe]. Und Lukas Jüliger (Vakuum) verlegt Edgar Allan Poes Story Berenice in die Welt der japanischen Otakus [Leseprobe]. Das einheitliche Format aller Bände: Kleine Hardcover mit je 64 Seiten für 12 Euro, in Schwarzweiß mit jeweils einer Schmuckfarbe. Insgesamt sollen zehn Ausgaben erscheinen.

EIGENPRODUKTIONEN

Carlsen Manga präsentiert ein neues Werk von einer der populärsten deutschsprachigen Mangakünstlerinnen: Martina Peters begibt sich mit Focus 10 ins Horror-Genre. Im Zentrum steht ein junger Mann, der sich von den Nachtmahren aus seinen Träumen verfolgt fühlt. Ungewöhnlich ist die Veröffentlichungsstrategie: Zunächst gibt es einzelne Kapitel als eBook (das erste ist kostenlos), danach erscheinen im Vier-Monats-Rhythmus die gedruckten Bände, die mit knapp 100 Seiten dünner sind als die meisten Manga. Am Ende sollen es zehn Bände werden.

Die Berlinerin Claudya Schmidt, online auch bekannt als Alector Fencer, entwirft in Myre – Die Chroniken von Yria eine opulente Fantasywelt, die von anthropomorphen Tieren bevölkert wird und sich durch ein extrem detailliertes Artwork auszeichnet. Im Sommer 2014 gelang ihr auf Indiegogo die Crowdfunding-Finanzierung für ein englischsprachiges Yria-Comicalbum, das Anfang 2017 fertig wurde und im Eigenverlag vertrieben wird. Eine deutsche Ausgabe gibt es nun beim Splitter-Verlag, wo der Stoff bestens ins Programm passt. Insgesamt ist das Projekt auf sechs Bände angelegt. [Leseprobe]

Mit der Vampirgeschichte Blutspur, zusammen mit Autor Michael Mikolajczak, hat der Frankfurter Zeichner Holger Klein im letzten Jahr ein Comeback nach längerer Comic-Absenz gefeiert. Bei dem Krimi Tödliches Spiel (Kult Comics) stammt auch das Szenario von ihm selbst. Er erzählt darin eine Noir-Story im Frankfurter Jazz-Milieu der 1950er Jahre. [Leseprobe]

Der Basler Zeichner Jan Bachmann legt bei Edition Moderne sein Debüt vor: Mühsam – Anarchist in Anführungsstrichen basiert auf Band 1 der Tagebücher von Erich Mühsam, dem deutschen Künstler und Anarchisten, der 1878 geboren und 1934 von den Nazis ermordet wurde. Er gehörte zu den Hauptprotagonisten der Münchner Räterepublik, deren Ausrufung sich im kommenden Jahr zum 100. Mal jährt. Dass Mühsam auch ein großer Humorist war, schlägt sich auch in Bachmanns Comic nieder, dessen Stil deutliche Anleihen bei Joann Sfar nimmt. [Leseprobe]

Ein weiterer neuer Comic aus der Schweiz ist Odysseus von Andreas Kiener. Er erzählt die griechische Sage aus einem ganz anderen Blickwinkel, nämlich aus dem zweier Griechen, die sich 20 Jahre nach dem Verschwinden des Odysseus im Auftrag von dessen Frau Penelope auf Recherche begeben. Dabei stellen sie fest, dass mancher Mythos um den Helden eher aus dem Reich der Fake News zu stammen scheint. [Leseprobe]

Die in Kopenhagen lebende Autorin Annette Herzog hat 2016 mit der dänischen Zeichnerin Catrine Klante das erfolgreiche Jugendbuch Pssst! gemacht, das in Form eines graphischen Tagebuchs aus dem Leben einer 12-jährigen erzählte. Mit Herzsturm – Sturmherz (Peter Hammer Verlag) folgt nun eine Art Fortsetzung – mit einem Kniff. Viola, die Protagonistin des letzten Buchs, ist etwas älter geworden, kämpft mit typischen Teenagerproblemen und ist obendrein verliebt. Und zwar in Storm, aus dessen Sicht das Buch, das man aus zwei Richtungen lesen kann, in der anderen Hälfte erzählt ist. Beide Erzählstränge treffen sich dann in der Mitte, wobei der eine wieder von Catrine Klante gezeichnet wurde, der andere von Rasmus Bregnhøi. [Leseprobe]

Beim immerfort umtriebigen Jaja Verlag sind wieder mehrere Werke junger Comictalente erschienen: In Hier gibt es keine Bären erzählt die Wahlhamburgerin Jennifer van de Sandt auf quadratischen Seiten ohne Paneleinteilung eine Art philosophisches Märchen über das Wesen von Masken und der Persönlichkeiten, die sich dahinter verbergen. [Leseprobe]

Machen ist wie Wollen, nur krasser stammt von Valentin Krayl (Wunderfitz) und ist eine Coming-of-Age-Geschichte aus den Nuller Jahren. Darin muss der Teenager Karl die klassische Hölle aus Pubertät, Schulalltag und Liebeskummer bewältigen. [Leseprobe]

Monomythos von Lennart Leibold ist eher am experimentellen Rand der Bilderzählung angesiedelt. In dem 40-seitigen Bändchen präsentiert der Münsteraner Künstler seine Variation der Heldenreise in doppelseitigen Illustrationen mit minimalem Texteinsatz. [Leseprobe]

Für das BDSM-Fachmagazin Schlagzeilen schreibt und zeichnet Eckart Breitschuh schon seit einiger Zeit den Comic Doris Daydream, der, wie der Untertitel verrät, von den „bizarren Bondage-Abenteuern einer sittsamen Sekretärin“ erzählt. Wer Breitschuhs Werk (u.a. Grimm, Wanda Caramba) ein bisschen kennt, weiß, dass er ein Händchen für humorvolle Erotik hat und kann sich auf ein erstes Sammelalbum beim Weissblech Verlag freuen. Dieser verkündet bei Facebook stolz: „Dank Eckart Breitschuhs grandiosem Können im Bereich der Bildkomposition ist der Band übrigens ohne Altersbeschränkung zu haben.“ [Leseprobe]

Das gilt wohlgemerkt nicht für den im gleichen Verlag erschienenen Sammelband Kranke Comics – Das gesammelte Elend. Deren Schöpfer Klaus Cornfield hatte in den späten Neunzigern bei Jochen Enterprises in acht Heften einen ganz besonderen Mix aus Niedlichkeit und spaßiger Geschmacklosigkeit inszeniert, in dem er seine anthropomorphen Tierfiguren alle denkbaren Schweinereien veranstalten ließ. Nun gibt es also das Komplettwerk als telefonbuchdicke Gesamtausgabe, ergänzt mit reichlich Bonusmaterial. [Kongeniale Website]

„Eine Chronik zwischen Hofberichterstattung und Fake News“ nennt der Verlag Breitkopf Editionen die gesammelten Zeitungsstrips von Fabian Stoltz, die zwischen 2009 und 2015 in der Wochenzeitung Der Freitag unter dem Titel Was davor geschah erschienen sind. Darin wurden stets aktuelle Themen und Ereignisse aufgegriffen und satirisch weitergedreht.

EUROPÄISCH

1994 erschuf der französische Szenarist Christophe Arleston die Heroic-Fantasy-Serie Lanfeust von Troy, die von einem jungen Schmied erzählt, der per Magie Metalle zum Schmelzen bringen kann und sich in ein Abenteuer stürzt, um mehr über die Hintergründe seiner Fähigkeit zu erfahren. Aus der eher konventionellen Grundstory, die Didier Tarquin zeichnete, hat Arleston über zwei Jahrzehnte hinweg ein ausgeklügeltes Fantasy-Universum geschaffen, das sehr detailreich ausgearbeitet ist. Nach den acht Alben der Serie folgte der Zyklus Lanfeust der Sterne, woran sich wiederum Lanfeust Odyssee anschloss. Darüber hinaus gab es zahlreiche längere und kürzere Nebenreihen. Zuletzt veröffentlichte Carlsen einige davon, hielt diese aber nicht verfügbar. Anders beim Splitter-Verlag, der die vergangenen Jahre bereits ebenfalls einige der Spin-Offs verlegte. Nun hat sich Splitter insbesondere die drei miteinander verknüpften Lanfeust-Hauptserien gesichert und bringt diese nochmals in einheitlicher Hardcover-Aufmachung und mit überarbeiteter Kolorierung heraus. Jeden Monat soll ein neuer Band vorliegen. In der Hand von Carlsen bleibt somit lediglich der langlaufende Ableger Troll von Troy. [Leseprobe]

Sowohl der kroatische Texter Darko Macan als auch dessen Landsmann, Zeichner Igor Kordey, sind vorrangig auf dem US-Comicmarkt aktiv und arbeiteten dort bereits für Titel wie Star Wars, Aliens, Grendel oder X-Men. Die in Frankreich bei Delcourt publizierte Western-Reihe Marshal Bass (Splitter-Verlag) stellt die jüngste Kooperation der beiden dar. Der Comic dreht sich um die reale historische Figur Bass Reeves, der als Sklave geboren wurde und später als erster schwarzer Sheriff der Vereinigten Staaten in die Geschichtsbücher eingehen sollte. [Leseprobe]

Nach Eternauta 1969 kommt beim Avant-Verlag weiteres Material vom großen Alberto Breccia, dessen Werk bei uns bisher nur teilweise erschlossen ist. Der Band Lovecraft enthält mehrere Kurzgeschichten, in denen der Uruguayer in den 1970er Jahren Stories aus H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos adaptiert hat.  [Leseprobe]

Der Spanier Guillem March gehört zu den wenigen Zeichnern, die sich sowohl im amerikanischen als auch im europäischen Markt mit einigem Erfolg tummeln. Für DC hat er u.a. an Catwoman gearbeitet. In Paninis Albenprogramm erscheint nach dem Zweiteiler Monika nun ein weiteres frankobelgisches Werk von March: Der Traum ist ein Erotikthriller um den Star einer Live-Sex-Show, der auf mysteriösen Wegen zum Filmstar avancieren will. Das Szenario stammt vom vielbeschäftigten Jean Dufeaux (Jessica Blandy u.v.m.). [frz. Leseprobe]

Der Däne Søren Glosimodt Mosdal legt bei der Edition Moderne seine Fassung einer Erzählung aus der nordischen Sagenwelt vor: In Nastrand – Eine Geschichte aus der Edda geht es in starken Schwarz-Weiß-Kontrasten um einen toten Wikinger und seinen Diener, die wider Erwarten nicht in Valhalla, sondern im Reich der Totengöttin Hel gelandet sind. [Leseprobe]

Einen ziemlich schicken und modernen Eindruck macht der Comic Monsieur Charlatan von der griechischen Künstlerin Angeliki Salamaliki, der zuerst in englischer Sprache online veröffentlicht wurde und jetzt bei Kult Comics in einer deutschen Albenausgabe erscheint. Es handelt sich um eine Noir-Geschichte, die im Paris der Dreißiger, zum Teil aber auch in New Orleans spielt. [Leseprobe]

Ganz klassisch in einem realistischen Zeichenstil ist dagegen Apostata vom niederländischen Zeichner Ken Broeders gehalten. Seine Saga aus dem antiken Rom dreht sich um Kaiser Julian, der im 4. Jahrhundert gegen die Ausbreitung des Christentums im römischen Reich kämpfte. Bei Kult Comics erscheint die im Original bereits abgeschlossene Serie in mehreren Sammelalben. [Leseprobe]

Als abgeschlossene Gesamtausgabe bringt Kult Comics die französische Reihe Ben Hur von Jean-Yves Mitton (Vae Victis). Seine Variante der bekannten Geschichte um den jüdischen Fürsten Judah Ben-Hu, der gegen die römischen Besatzer zur Zeit Jesu kämpft, kam in Frankreich zwischen 2008 und 2010 auf den Markt.  [Leseprobe]

Die Geschichte des französischen Automobilherstellers Alpine rollt der gleichnamige Comic auf. Die 1955 gegründete Marke ist eng mit dem Motorsport der damaligen Zeit sowie mit der Firma Renault verknüpft. Sowohl Autor Denis Bernard als auch die Zeichner Christian Papazoglakis und Robert Paquet haben bei Comics speziell zum Thema Autos bereits Erfahrung. Das Album erscheint hierzulande natürlich beim Motor-affinen Verlag Salleck Publications. [Leseprobe]

Egmont bringt eine Gesamtausgabe der Comics um Benjamin und Benjamine, eine der Reihen, an denen René Goscinny und Albert Uderzo zusammengearbeitet hatten, bevor sie den Geniestreich Asterix entwickelten. Auf Deutsch gab es bisher nur zwei Alben aus der Serie, die im Original zwischen 1956 und 1959 entstand. Die Gesamtausgabe enthält nun das komplette Material der Abenteuerserie um ein jugendliches Geschwisterpaar, ergänzt mit Hintergrundinfos.

Die bsv-Reihe Perlen der Comicgeschichte trägt ihren Namen zu Recht. Für den fünften Band Diabolik – Der König des Terrors haben die Herausgeber drei frühe Geschichten des italienschen Pulp-Klassikers von Angela und Luciana Giussani ausgewählt, die nun erstmals in Farbe auf Deutsch erscheinen.

Egmont hat eine neue Reihe von Disney-Compilations gestartet: In einer fünfbändigen Anthologie-Serie steht in jeder Ausgabe eine der großen Entenhausen-Figuren im Mittelpunkt. Auf über 400 Seiten gibt es darin Geschichten aus verschiedenen Epochen in chronologischer Reihenfolge. Los geht es natürlich mit Donald Duck – Die Anthologie: Die Ente – die Legende. Später folgen dann Goofy, Micky Maus, Daisy und Onkel Dagobert.

Außerdem gibt’s wieder zwei neue Themenbände, in denen Egmont Geschichten aus dem Disney-Kosmos unter einem übergeordneten Motto sammelt. In Entenhausener Filmklassiker gibt es Adaptionen und Parodien von Filmen wie Casablanca oder Die unendliche Geschichte. Finde deine innere Ente kommt im Stil eines Lifestyle-Ratgebers und enthält neben Donald-Duck-Comics auch Texte des sogenannten Comedy-Coachs Christian Eisert.

AMERIKANISCH

Die in den Staaten bereits laufende TV-Serien-Adaption macht es möglich, dass Panini mit vielen Jahren Verspätung eine Marvel-Serie zu uns bringt, die trotz ihrer Qualität lange unterschlagen wurde: Mit den Runaways war es Brian K. Vaughan (Saga, Y: The Last Man) im Jahr 2003 gelungen, eine komplett neue Figurenriege ins Marvel-Universum zu bringen, wo sonst vorwiegend Konzepte und Figuren vergangener Jahrzehnte aufgewärmt werden. Die Serie dreht sich um eine Gruppe Jugendlicher, die von Zuhause ausbrechen, als sie herausfinden, dass ihre Eltern im Geheimen allesamt Superschurken sind. Die in jeder Hinsicht erfrischende Reihe war kein allzu großer Bestseller, legte aber den Grundstein für Marvels Diversifizierung und das Ansprechen jüngerer und auch weiblicher Leser, die später mit Reihen wie Ms. Marvel oder Squirrel Girl weiterging. Der dicke Megaband von Panini enthält das komplette, aus 18 Heften bestehende Volume 1 der Serie (meist gezeichnet von Adrian Alphona). [Leseprobe]

Eine komplette kosmische Maxiserie hält der Thanos Megaband für die Leser bereit. Die abgeschlossene, zwölfteilige Geschichte zeigt den MCU-Oberschurken Thanos durchs All reisend und seinen Thron als galaktischer Herrscher beanspruchend. Inszeniert wird die Reihe von keinem geringeren als dem kanadischen Allround-Schreiber Jeff Lemire (Black Hammer, Sweet Tooth), die Zeichnungen liefern Mike Deodato Jr. und Germán Peralta. [Leseprobe]

Der eine hat für jedes Problem einen Zauberspruch parat, der andere lässt lieber Kugeln sprechen: Der Band Doctor Strange/Punisher: Wunderwaffe beinhaltet ein ungewöhnliches Team-Up zweier eigentlich konträrer Figuren in Form einer abgeschlossenen Miniserie. In der vom Kreativteam John Barber und Andrea Broccardo inszenierten Story dürfen sie nun passenderweise gemeinsam versuchen, Mafia-Dämonen aufzuhalten. [Leseprobe]

Im Windschatten der Netflix-Marvel-Serien kam es in den USA jüngst zu einer neuen Defenders-Comicreihe, die sich voll ganz an der TV-Inkarnation ausrichtet. Die Stories mit Luke Cage, Iron Fist, Daredevil und Jessica Jones stammen von Brian Bendis, der hier abermals mit Zeichner David Marquez (Ultimate Spider-Man) zusammenarbeitet. Panini entschied sich dazu, den ersten Storybogen, in welchem passenderweise die ebenfalls bei Netflix vertretenen Figuren Kingpin und Punisher auftauchen, als unnummerierten Einzelband zu veröffentlichen. [Leseprobe]

Das in zwei Sonderbänden veröffentlichte Event Venomverse erzählt von der Invasion diverser Welten und Universen durch die außerirdischen Symbionten, zu denen auch Venom gehört. Natürlich wird im Zuge dessen auch der ein oder andere Marvelheld zum unfreiwilligen Wirt. Die Story stammt von den Autoren Matthew Rosenberg und Si Spurrier. Am Zeichentisch sitzt u.a. Roland Boschi. [Leseprobe]

Charles Soule (Daredevil, Uncanny Inhumans) textet eine neue X-Men-Reihe: Astonishing X-Men präsentiert ein vom unverzichtbaren Old Man Logan angeführtes X-Team. Mit Jim Cheung, Mike Deodato Jr., Ed McGuiness und Carlos Pacheco hat man gleich ganzes Bündel namhafter, etablierter Marvelzeichner für den Titel verpflichtet. [Leseprobe]

Zwei DC-Heldinnen aus dem Bat- bzw. Superman-Umfeld starten bei Panini jeweils mit neuen Serien durch. Die aktuelle Reihe von Kate Kane alias Batwoman, die in Detective Comics ebenso eine führende Rolle ausübt, wird geschrieben von Marguerite Bennett und James Tynion IV. Unter anderem begibt sich Batwoman in von Steve Epting, Stephanie Hans und Renato Arlem gezeichneten Geschichten auf die Spur von Waffenschiebern. [Leseprobe]

Im Megaband-Format findet hierzulande hingegen die neue Supergirl-Reihe statt, die von Steve Orlando getextet wird. Eine der im ersten dicken Sammelband enthaltenen Stories, die von unterschiedlichen Zeichnern bearbeitet wurden, ist ein Team-Up mit einer weiteren DC-Heroin, nämlich Batgirl. [Leseprobe]

Den ersten Comic zur Horror-Fantasy-Videospielreihe Dark Souls veröffentlicht Panini als Sammelband mit dem Titel „Der Hauch von Andolus“. Geschrieben wurde die Erzählung vom Briten George Mann (Dr. Who), die Bilder dazu kommen vom aus Malaysia stammenden Zeichner Alan Quah. [US-Preview]

ASIATISCH

Der deutsche Mangamarkt hat einen neuen Mitspieler: Joachim Kaps, der Ende 2016 aus der von ihm aufgebauten deutschen Tokyopop-Dependance ausgestiegen war, hat den neuen Verlag Altraverse mit Sitz in Hamburg gegründet. Im Mittelpunkt steht die Veröffentlichung von Manga, geplant sind aber auch Light Novels, Fanartikel und digitale Produkte. Los geht es aber ganz klassisch mit fünf gedruckten Lizenztiteln aus Japan. Bedient werden einerseits die hierzulande etablierten Genres und Zielgruppen, man wendet sich aber auch an ein etwas älteres Publikum, zum Beispiel mit den Romance-Reihen Keine Cheats für die Liebe von Fujita [Leseprobe] sowie Game – Lust ohne Liebe von Mai Nishikata [Leseprobe]. Beide werden als Seinen-Titel angekündigt, zielen also eher auf junge Frauen als auf Teenager.

Record of Grancrest War von Ryo Mizuno (Record of Lodoss War) und Zeichner Makoto Yotsuba ist ein opulentes Fantasy-Drama mit Kriegen, Rittern, Magie und allem Drum und Dran. [Leseprobe]

Im Horror-Genre ist Bis deine Knochen verrotten von Yae Utsumi angesiedelt. Darin geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die vor ein paar Jahren gemeinsam einen Mord begangen haben und sich seitdem jedes Jahr aus diesem Anlass treffen. [Leseprobe]

Interviews mit Monster-Mädchen vom Newcomer Peto ist eine Shonen-Comedy-Serie um einen Biolehrer, der feststellt, dass es sich bei einigen seiner Kolleginnen und Schülerinnen um sogenannte Ajins, besondere Wesen wie etwa Vampire oder Sukkuben, handelt. Er startet daher eine Reihe von Interviews mit ihnen. [Leseprobe]

Der schräge Animefilm Tekkon Kinkreet aus dem Studio 4°C von 2006 gewann zahlreiche Preise und erlangte auch hierzulande einige Aufmerksamkeit. Die Mangavorlage, auf der er basiert, kam jedoch bei uns nie auf den Markt. Das ändert sich nun durch die Tekkon Kinkreet Master Edition bei Manga Cult, wo das komplette Werk von Taiyō Matsumoto, das im Original 1993/94 erschien und Episoden aus einer heruntergekommenen Großstadt der Zukunft erzählt, in einem dicken Hardcover-Sammelband erscheint.

Actionreiche Science Fiction gibt es in der neuen Reihe von Tsutomu Nihei (BLAME!, Knights of Sidonia): Aposimz handelt von einem Krieg zwischen Menschen und Cyborgs auf einem unwirtlichen Planeten. [Leseprobe]

Während die Welt von Aposimz von Eis und Schnee dominiert wird und überwiegend weiß ist, wuchert es in Green Worldz (ebenfalls bei Manga Cult) umso mehr. In der auf acht Bände angelegten Survival-Horror-Serie von Yūsuke Ōsawa haben zerstörerische Pflanzen die Welt übernommen. Um sich dagegen zu wehren, wird eine einzelne Kettensäge nicht reichen … [Leseprobe]

Splatoon ist der Name eines recht farbenfrohen Nintendo-Videospiels, bei dem sich die Spieler u.a. mit Farbkanonen beschießen. Bei Carlsen erscheint nun eine Manga-Adaption des populären Third-Person-Shooters. Künstlerisch verantwortlich für die Reihe ist der Japaner Sankichi Hinodeya.

Bei China Books kommen weitere Comics aus China, deren Abdruck sowohl in chinesischer Sprache als auch auf Deutsch erfolgt. Szenaristin Jidi und Zeichnerin Ageng erzählen in Der freie Vogel fliegt von „Mittelschuljahren in China“, so der Untertitel. Die semi-autobiografische Coming-of-Age-Geschichte gewann Preise in mehreren asiatischen Ländern. Von den insgesamt sechs Bänden sind die ersten drei im April erschienen. [Leseprobe]

In Karuna Kanzakis und Yuya Kurokamis Mangareihe Armed Girl’s Machiavellism (Egmont Manga) dürfen sich Mädchen an einer Eliteschule bewaffnen, um sich vor den vermeintlich gefährlichen Jungs zu verteidigen. Doch die Aktion gerät zum Fiasko, denn die Schule entwickelt sich zu einem brutalen Gefängnis und die bewaffneten Schülerinnen zu mordenden Aufseherinnen.

Auch die Reihe Attractive Detectives (Egmont Manga) vom Kreativteam NISIOISIN (Broken Girl) und Suzuka Oda spielt sich, wie so viele Mangaserien, an einer Schule ab. Hier geht es allerdings weniger blutig zu, denn im Zentrum steht eine Gruppe bildhübscher Jungs, die sich hobbymäßig als Privatdetektive verdingen, um damit ihren Mitschülern zu helfen. [Leseprobe]

Von einem Jungen, der die Fähigkeit besitzt, sich in ein wolfsartiges Plüschtier zu verwandeln, erzählt die Serie Gleipnir (Egmont Manga), die aus der Feder des Japaners Sun Takeda stammt. Als seine Mitschülerin über sein Geheimnis stolpert, benutzt sie die dunkle Gruselfigur für ihren persönlichen Racheplan. [Leseprobe]

Die neue Serie von Yoshitoki Oima (A silent Voice) heißt To your Eternity (Egmont Manga) und ist ein ruhiges Fantasydrama. Erzählt wird die Geschichte eines unsterblichen Wolfes, der in der Einsamkeit der Tundra auf einen dort lebenden Jungen trifft und sich diesem anschließt. [Leseprobe]

Eine andere Fantasyrichtung schlägt The Tale of the Wedding Rings (Kazé Manga), die neue Reihe von MAYBE (Dusk Maiden of Amnesia), ein. Irgendwo zwischen Herr der Ringe und World of Warcraft verortet, handelt der Manga von einem Verliebten, der seinem Schwarm in eine phantastische Welt folgt, wo er zum Ringkönig avancieren muss, um das Herz seiner Angebeteten zu gewinnen. [Leseprobe]

Von Tadahiro Miura kommt der Comedy-Manga Yunas Geisterhaus (Kazé Manga). Die Serie erzählt von einem Mann, der Geister sehen kann und ebenjene aus einem verlassenen Haus vertreiben soll. Als Belohnung winkt ihm dort lebenslanges Wohnrecht. Doch der ansässige Geist entpuppt sich als überhaupt nicht bedrohlich und erscheint als hübsche, junge Frau. [Leseprobe]

Mit der Reihe Nivawa und Saito präsentiert Tokyopop ein weiteres Werk des Japaners Nagabe (Siúil, a Rún). Diesmal geht es um die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem possierlichen Wassertierchen und einem Menschen. Von dem soll ersteres eigentlich lernen, allerdings findet es hier nicht gerade das leuchtende Vorbild der menschlichen Spezies vor.

Neu gestartete Romance-Serien gab es im vergangenen Monat einige. Neben den oben schon genannten Neustarts von Altraverse erschienen bei Kazé Manga die Startausgaben von Jünger als ich von Chihiro Hiro [Leseprobe], Zur Hölle mit Enra von Chie Shimada und Scum’s Wish von Mengo Yokoyari [Leseprobe], Tokyopop brachte Atemlose Liebe von Kanan Minamian in die Regale. [Leseprobe]

Für Leser von Boys-Love-Manga gab es von Egmont die Bände When Amber shines in Neon Light von Ogeretsu Tanaka und Kuroneko – Kratz mich! von Aya Sakyo, außerdem brachte Kazé Manga den Oneshot Verliebt in Akihabara von Chiaki Kashima [Leseprobe] sowie den Auftakt der Serie Der Klang meines Herzens von Kemeko Tokoro heraus [Leseprobe].