Alle Artikel mit dem Schlagwort: okay (4-6 Punkte)

Troja 1 – Das Volk des Meeres

Man könnte versucht sein anzunehmen, dass die neue Serie Troja ein Historiencomic ist, der den trojanischen Krieg behandelt. Also ein Comic, der sich an historische Fakten hält und in diese seine fiktionalen Elemente einbettet, oder eben nur ein historisches Ambiente als Hintergrund für eine komplett fiktive Geschichte nutzt. Da allerdings begibt man sich schon aufs geschichtliche Glatteis, denn abgesehen von der Ilias des Homer gibt es kaum schriftliche Quellen über den trojanischen Krieg und als Faktengrundlage ist das Werk von Homer auch mit Vorsicht zu genießen. Schließlich spielen in der antiken Erzählung auch die Götter höchstselbst ihre Rollen, Homer hat also die Gattung des historischen Berichts verlassen und die Ebene des Romans betreten.

Freaks Squeele: Totenfeier 1

Die französische Comicserie Freaks Squeele von Florent Maudoux existiert bereits seit 2008 und hat im Nachbarland bereits mehrere Spin-Offs hervorgebracht, auch eine Zeichentrickserie ist in Planung. Splitter bringt die Reihe nun auch nach Deutschland und legt noch vor der Hauptserie eines jener Nebenprojekte vor: Der Zweiteiler Totenfeier erzählt die Vorgeschichte von einer der zentralen Figuren. Ob sich dieser Prequel-Band wirklich als guter Einstieg in die Serie eignet?

Sandman: Ouvertüre 1

Als vor über 25 Jahren die ersten Sandman-Episoden bei DC erschienen, war nicht absehbar, wie sensationell erfolgreich und einflussreich die Serie werden würde. Zu obskur schien die Grundprämisse und zu unerfahren der junge Autor Neil Gaiman, als dass man mehr als eine kurzlebige Miniserie hätte erwarten  können. Wie man weiß, geschah das Unwahrscheinliche: Die Serie wurde zu einer wichtigen Wegmarke des amerikanischen Autorencomics und einem deutlichen Signal dafür, dass Anspruch und Mainstream sich nicht gegenseitig ausschließen.

Herkules 1 – Das Blut von Nemea

Die neue Serie Herkules ist bislang eher ein intellektuelles Spiel als eine überzeugende Geschichte, da die antike Sagenwelt um den Halbgott Herkules, dessen Vater ja kein geringerer als Obergott Zeus war, schlicht in ein Science-Fiction-Setting übertragen wird. Das geschieht erstaunlich mühelos und beweist, dass sich seit der Antike in Sachen Erzählmuster und dem Einsatz von Archetypen als Figuren recht wenig geändert hat.