Alle Artikel mit dem Schlagwort: okay (4-6 Punkte)

Ich, der Mörder

Antonio Altarriba ist Professor für französische Literatur an der Universität des Baskenlandes und nebenbei Comicautor von Werken wie Die Kunst zu fliegen (avant-verlag). Zusammen mit dem spanischen Zeichner Keko (i. e. José Antonio Godoy) hat Altarriba den Band Ich, der Mörder entworfen, in welchem ein Kunstprofessor in seiner Freizeit Menschen tötet.

Low 1 – Stadt ohne Hoffnung

Es mag sehr zynisch klingen, aber manchmal drängt sich der Gedanke auf, dass Künstler ihre Macken behalten sollten, um produktiv zu bleiben. So kann man durchaus behaupten, dass die Heavy-Metal-Truppe Metallica keinen guten Song mehr geschrieben hat, seit Sänger und Gitarrist James Hetfield aufgehört hat zu trinken. Was wäre ein Bukowski ohne seinen Suff, Hemingway ohne seine Jagd und ein Hitchcock ohne seinen Voyeurismus? Nun kann man den amerikanischen Comicautor Rick Remender nicht unbedingt mit solchen Größen unter den Kulturschaffenden vergleichen, zu sehr ist er im Genre verankert, aber man bemerkt zur Zeit eine deutliche Verschiebung seines Oeuvres. Was an sich nicht verkehrt wäre, wenn es denn nicht so aufdringlich ausfallen würde.

Der Ausflug 1: Flaschenpost

In der schwer greifbaren Grauzone zwischen Kindercomic und Kunstcomic bewegt sich die neue Comicbuchserie Der Ausflug vom Autorenduo bachwald (das sind Julian Fiebach und Benjamin Gottwald). Völlig ohne Worte entspinnen die beiden eine recht eingängige, wenn auch weitgehend sinnfreie Erzählung über zwei menschlich dargestellte Vogelwesen, die eine kleine Insel bewohnen und ein recht zufriedenes Leben führen. Außer diesem Pärchen gibt es noch eine freche Möwe, die stets etwas auf Distanz bleibt, aber regelmäßig versucht, den beiden Bewohnern das Essen zu stehlen.

Alle Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe

Adolf Kabatek leitete über viele Jahre hinweg als Geschäftsführer und Herausgeber die Geschicke des Ehapa Verlages. Mit Erika Fuchs initiierte er das Micky Maus Magazin, später betreute er Serien wie Lucky Luke oder Asterix. In den 80ern versuchte sich Kabatek schließlich selbst als Comicautor und rief die – aus heutiger Sicht – legendäre Albenreihe Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe ins Leben.

Die Schöne und das Biest

Die Schöne und das Biest? Da mögen die meisten nur an den gleichnamigen Disney-Film von 1991 denken, der die für den Mäusekonzern übliche Mixtur aus Märchenmotiven, Musik, Witz und romantischem Kitsch beinhaltet. Dabei ist die Story um die junge Frau, die einem Biest als Opfer dargebracht wird und sich in ihn verliebt, da sie hinter sein Äußeres sehen kann, wesentlich älter. So gab es schon 1946 eine französische Verfilmung mit Jean Marais und Josette Day. Diese war sehr viel düsterer als die amerikanische Version und beinhaltete auch einen mehr als leichten Touch Gothic Horror, rührte aber die zentrale Aussage nicht an. Beide Filme basieren auf dem französischen Märchen La Belle et la Bête, welches um 1740 niedergeschrieben worden war. Dieses wiederum soll auf einer wahren Gegebenheit beruhen. Pedro Gonzalez (1537-1618) war am ganzen Körper behaart und galt demnach als eine Art Monster. Er wurde zwangsverheiratet, führte aber eine glückliche Ehe, da seine Frau seinen Charakter und sein Wesen zu schätzen wusste und die Person an sich liebte, nicht die äußere Gestalt.

Leonardo & Salaï

Wie prägend das italienische Universalgenie Leonardo da Vinci für die europäische Kultur war und ist, beweist schon allein die Tatsache, dass ein Großteil der Deutschen das Abbild eines seiner Werke ständig mit sich herumträgt: Da Vincis Studie des menschlichen Körperbaus, auch unter dem Namen „Der vitruvianische Mensch“ bekannt, ziert nämlich alle Gesundheitskarten der gesetzlichen Krankenkassen. (Wobei die Genitalien züchtig vom elektronischen Chip verdeckt werden.) Aber bekanntermaßen trieb den in Florenz geborenen Freigeist nicht nur die Anatomie um, sondern auch die Malerei, Bildhauerei, Architektur, Mechanik, Technik, verschiedene Naturwissenschaften sowie Moral- und Naturphilosophie – und er brillierte auch noch in all diesen Disziplinen und schuf wegweisende Gemälde wie die Mona Lisa und Das Abendmahl, vielfache visionäre Bau- und Konstruktionspläne, Illustrationen, Studien, wissenschaftliche Arbeiten und kartografische Werke.